Testfazit - Noctua AiOs in drei Größen - Starke Kühlleistung und gewohnt hohe Qualität
Mit der neuen AiO-Serie gelingt Noctua ein überzeugender Einstieg in den Markt der All-in-One-Wasserkühlungen. Dabei bleibt der Hersteller seiner bekannten Philosophie treu und kombiniert eine hohe Verarbeitungsqualität mit einer durchdachten Konstruktion sowie einer unkomplizierten Montage. Dank der identischen Pumpeneinheit unterscheiden sich die drei Modelle lediglich bei der Radiatorgröße, sodass die Wahl in erster Linie vom verfügbaren Platz im Gehäuse und den eigenen Leistungsanforderungen abhängt.
Im Praxistest überzeugen alle drei Varianten mit einer hervorragenden Kühlleistung. Selbst die kleinste 240-mm-Ausführung überrascht positiv und stellt den Intel Core Ultra 9 285K auch unter anhaltender Volllast nicht vor ernsthafte Probleme. Gegenüber Noctuas leistungsstarken Luftkühlern bieten die neuen AiOs einen kleinen, aber messbaren Temperaturvorteil. Wer das Maximum aus einer leistungsstarken CPU herausholen oder möglichst niedrige Temperaturen erreichen möchte, sollte jedoch zum 420-mm-Modell greifen, das im Test die besten Ergebnisse erzielt.
Kritikpunkte gibt es nur wenige. Der Radiator stammt zwar von Asetek und setzt damit auf eine bewährte Plattform, Noctua ergänzt diese jedoch mit eigenen Lüftern, einer hochwertigen Verarbeitung und einer ausgezeichneten Dokumentation. Insgesamt liefert der Hersteller ein rundes Gesamtpaket ab, das sowohl Enthusiasten als auch anspruchsvolle Anwender überzeugen dürfte. Wer eine leise, leistungsstarke und hochwertig verarbeitete AiO sucht, findet in Noctuas erster Wasserkühlungsserie eine klare Empfehlung.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die neuen Noctua-AiOs sind ab sofort bei Amazon erhältlich. Je nach Radiatorgröße variieren die Preise zwischen rund 220 Euro für das 240-mm-Modell und etwa 280 Euro für die 420-mm-Version. Der optionale NL-ACF1-Aufsatz zur zusätzlichen VRM-Kühlung ist separat erhältlich (20 Euro bei Amazon) und erweitert den Funktionsumfang der Wasserkühlungen sinnvoll.
Mit der neuen AIO-Serie betritt Noctua erstmals den Markt der All-in-One-Wasserkühlungen. Nach Jahrzehnten erfolgreicher Luftkühler sind die Erwartungen entsprechend hoch, denn der österreichische Hersteller genießt einen hervorragenden Ruf für hohe Kühlleistung, einen besonders leisen Betrieb und eine ausgezeichnete Verarbeitungsqualität. Zum Marktstart umfasst das Portfolio drei Modelle mit unterschiedlich großen Radiatoren: Neben einer 240-mm- und einer 360-mm-Variante bietet Noctua auch ein Flaggschiff mit einem 420-mm-Radiator an, das vor allem für leistungsstarke High-End-Systeme konzipiert ist.
Ersteindruck und Verarbeitung
Bereits beim Auspacken hinterlassen die neuen Noctua-AiOs einen hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung bewegt sich auf dem gewohnt hohen Niveau des österreichischen Herstellers: Sauber verarbeitete Schläuche, ein massiv wirkender Pumpenblock und die bekannten NF-A14x25- beziehungsweise NF-A12x25-G2-Lüfter unterstreichen den Premium-Anspruch. Für den Radiator setzt Noctua auf einen bewährten OEM von Asetek, der mit einer soliden Materialqualität und einer präzisen Verarbeitung überzeugt. Insgesamt gibt es hinsichtlich Haptik und Verarbeitungsqualität keinerlei Anlass zur Kritik.
Das Testsystem
Für unseren Test kommt ein offener Testaufbau mit dem Asus TUF Gaming Z890-PLUS Wi-Fi und dem Intel Core Ultra 9 285K zum Einsatz. Im UEFI verwenden wir die von Intel empfohlenen „Intel Default Settings“, sodass der Prozessor ausschließlich innerhalb der offiziellen Spezifikationen betrieben wird. Dadurch sind die Messergebnisse unter standardisierten und praxisnahen Bedingungen nachvollziehbar. Um eine bestmögliche Vergleichbarkeit mit anderen CPU-Kühlern zu gewährleisten, werden sämtliche Lüfter während der Tests mit einer festen Drehzahl von 50 Prozent betrieben. Sämtliche AiOs wurden im Test im Quiet Mode betrieben – genau in der Konfiguration, in der Noctua die Kühler ausliefert. Über die Pumpeneinheit stehen darüber hinaus ein Balanced Mode sowie ein Manual Mode zur Verfügung. Diese Betriebsmodi beeinflussen die Pumpendrehzahl und ermöglichen je nach Einstellung eine Anpassung der Kühlleistung sowie der Geräuschentwicklung.
Kühlermontage auf dem Asus TUF Gaming Z890-PLUS Wi-Fi
Die Montage der Noctua-AiO auf dem Asus TUF Gaming Z890-PLUS Wi-Fi gestaltet sich unkompliziert und war im Test ohne Einschränkungen möglich. Da alle drei Modelle auf derselben Pumpen- und Kühlerblockeinheit basieren, unterscheidet sich der Einbau unabhängig von der Radiatorgröße nicht. Die bebilderte Montageanleitung ist übersichtlich aufgebaut und führt Schritt für Schritt durch den Installationsprozess. Positiv hervorzuheben ist der Hinweis auf die optionale Offset-Montage für ausgewählte Prozessoren. Durch die leicht versetzte Positionierung des Kühlblocks kann die Kühlleistung je nach CPU-Generation weiter optimiert werden, da der Hotspot des Prozessors besser abgedeckt wird.
Noctua NL-LC1 AiOs im Leistungscheck
Die neuen Noctua-AiOs können ihre Stärken bereits mit dem kleinsten 240-mm-Modell unter Beweis stellen. Im direkten Vergleich zu den hauseigenen High-End-Luftkühlern bieten die Kompaktwasserkühlungen eine etwas bessere Kühlleistung und verschaffen dem Intel Core Ultra 9 285K zusätzliche thermische Reserven. Besonders positiv überrascht dabei die 240-mm-Variante, die trotz ihres vergleichsweise kompakten Radiators eine überzeugende Performance liefert.
Für unseren Test dient der Intel Core Ultra 9 285K mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 250 Watt als anspruchsvolle Grundlage. Alle drei AiO-Modelle bewältigen diese Dauerlast problemlos und halten den Prozessor auch unter Prime95 innerhalb sicherer Temperaturbereiche. Selbst kurzzeitige Lastspitzen oberhalb von 270 Watt werden zuverlässig abgefangen, ohne dass es zu thermischem Throttling kommt.
Die größten Temperaturreserven bietet erwartungsgemäß das Spitzenmodell mit 420-mm-Radiator. Wer das Maximum an Kühlleistung herausholen oder besonders niedrige CPU-Temperaturen erzielen möchte, sollte daher zur größten Ausführung greifen. Das 360-mm-Modell positioniert sich als gelungener Mittelweg, während bereits die 240-mm-Version für die meisten High-End-Systeme mehr als ausreichend dimensioniert ist und mit ihrer Kühlleistung positiv überrascht. Alle drei Modelle absolvieren sowohl den Cinebench-R15-Dauertest als auch den einstündigen Prime95-Belastungstest ohne Leistungseinbußen oder Anzeichen von thermischer Drosselung.
Cinebench 2024: CPU Multi Core | CPU Single Core
Cinebench R23: Multi Core | Single Core
Cinebench R20: CPU (Multi Core) | CPU (Single Core)
Cinebench R15: CPU Multi 64Bit | CPU Single 64Bit
| Performance Rating | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench 2024 / CPU Multi Core | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench 2024 / CPU Single Core | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench R23 / Multi Core | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench R23 / Single Core | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NH-P1 | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Cinebench R20 / CPU (Multi Core) | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench R20 / CPU (Single Core) | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench R15 / CPU Multi 64Bit | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Cinebench R15 / CPU Single 64Bit | |
| Noctua NL-LC1-36 360mm | |
| Noctua NL-LC1-42 420mm | |
| Noctua NH-D15 G2 | |
| Noctua NH-P1 | |
| Noctua NL-LC1-24 240mm | |
Optionales Zubehör
Mit dem optionalen NL-ACF1 bietet Noctua einen Aufsatzkühler für die Pumpeneinheit an. Dieser lenkt einen Teil des Luftstroms gezielt auf die Spannungswandler (VRMs) und umliegende Mainboard-Komponenten, die bei AiO-Wasserkühlungen häufig kaum vom CPU-Kühler profitieren. Je nach Einbauposition des Radiators, Gehäusebelüftung und Mainboard-Layout kann der Effekt unterschiedlich stark ausfallen. In geeigneten Systemen lassen sich die VRM-Temperaturen jedoch spürbar senken, was insbesondere bei leistungsstarken Prozessoren und anhaltender Volllast von Vorteil sein kann.
Geräuschemissionen
Bei der Geräuschentwicklung profitieren die neuen Noctua-AiOs von den hauseigenen NF-A12x25 G2- beziehungsweise NF-A14x25 G2-Lüftern, die bereits bei moderaten Drehzahlen eine hohe Kühlleistung erzielen. Im Test mit einer fest eingestellten Lüfterdrehzahl von 50 Prozent arbeiten alle drei Modelle angenehm leise und sind aus einem geschlossenen Gehäuse kaum wahrnehmbar. Einen entscheidenden Beitrag leistet zudem die aufwendig gedämmte und entkoppelte Pumpeneinheit. Noctua setzt hier auf spezielle Schallabsorber und eine vibrationsoptimierte Konstruktion, wodurch störende Resonanzen und hochfrequente Pumpengeräusche wirkungsvoll minimiert werden. Unterschiede zwischen den drei AiOs ergeben sich hauptsächlich durch die Anzahl und Größe der eingesetzten Lüfter, wobei das 420-mm-Modell aufgrund der größeren 140-mm-Lüfter trotz seiner höheren Kühlleistung besonders laufruhig arbeitet.
Notebookcheck Gesamtbewertung
Mit der ersten AiO-Serie gelingt Noctua ein überzeugender Einstieg in den Markt der Kompaktwasserkühlungen. Alle drei Modelle bieten eine starke Kühlleistung, eine einfache Montage und die gewohnt hohe Verarbeitungsqualität. Das 420-mm-Modell erzielt die niedrigsten Temperaturen und empfiehlt sich für besonders leistungsstarke Systeme.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.





















































