Phantomdrive: Dieser USB-Stick tarnt sich

Verschlüsselungsverfahren können schnell komplex und unübersichtlich werden. Phantomdrive verfolgt beim Schutz von USB-Speichern dagegen einen unauffälligen Ansatz nach dem Prinzip "Jetzt ist es da, jetzt ist es weg". Das Open-Source-Projekt basiert auf dem RISC-V-Mikrocontroller CH569W, der über eine native USB-3.0-Controllerlogik und eine integrierte AES-Hardwareverschlüsselung verfügt. Eine zweite, verschlüsselte Partition wird direkt auf Ebene des Hardware-Controllers verborgen. Beim Anschluss an einen PC erscheint das Laufwerk wie ein gewöhnlicher, unverschlüsselter USB-Stick. Betriebssysteme und gängige Datenträgerverwaltungsprogramme erkennen ausschließlich das öffentliche Volume, während die versteckte Partition vollständig unsichtbar bleibt.
Zum Entsperren der verborgenen Dateien sind weder spezielle Software noch eigene Skripte erforderlich. Stattdessen wird lediglich eine Textdatei mit der geheimen Passphrase auf der sichtbaren Partition gespeichert. Der CH569W überwacht Schreibvorgänge, liest das Passwort aus, meldet den Speicher-Controller ab und nutzt hardwareseitig AES-XTS-Schlüssel, um das Laufwerk anschließend mit sichtbarer privater Partition erneut einzubinden. Das Projekt ist ausdrücklich experimentell, doch der ungewöhnliche Tarnmechanismus dürfte sowohl neugierige Personen als auch automatisierte Forensik-Scanner irritieren, die nach den üblichen Headern verschlüsselter Volumes suchen. Phantomdrive zeigt, wie sich durch eine durchdachte Hardwarearchitektur ein physisch verborgenes Speichermedium realisieren lässt, und richtet sich damit insbesondere an Entwickler, die sich für Embedded-Sicherheit interessieren. Weitere Informationen und eine Bauanleitung für Phantomdrive sind in den unten aufgeführten Ressourcen zu finden.






