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„Reine Magie“: Jon L. Noble spielt World of Warcraft per Gedankenkontrolle

Jon L. Noble spielt World of Warcraft über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle.
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Jon L. Noble spielt World of Warcraft über eine Gehirn-Computer-Schnittstelle.
Jon L. Noble, einer der britischen Teilnehmer an Neuralinks klinischer Studie, beschreibt seine ersten 100 Tage mit dem N1-Implantat als „Science-Fiction“, die zum Alltag geworden sei. Besonders bemerkenswert ist seine Aussage, dass er inzwischen sogar World of Warcraft per Gedankenkontrolle spielen könne. Golem griff den Fall am 25. März auf und verweist dabei auf Nobles eigenen X-Post vom 22. März.

Neuralink, ein US-amerikanisches Unternehmen für Gehirn-Computer-Schnittstellen, hat ein vollständig implantierbares, drahtloses System namens N1 entwickelt, das Hirnsignale erfassen und in Steuerbefehle für Computer oder andere Geräte umwandeln soll. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich das System vor allem an Menschen mit schweren Lähmungen, um ihnen mehr Selbstständigkeit bei der Bedienung digitaler Geräte zu ermöglichen. Aktuell läuft eine frühe Studie, die die Sicherheit und Funktionalität des Implantats prüfen soll.

Noble selbst schildert die Implantation als überraschend unkompliziert: Er habe eine Vollnarkose erhalten, nach der ihm die 1.024 Elektroden eingesetzt worden seien. Laut Golem wurde er bereits am Tag nach dem Eingriff nach Hause entlassen und fühlte sich ab Tag 3 deutlich besser. Der eigentliche Alltagstest begann in Woche zwei, nachdem das System mit einem MacBook gekoppelt und durch Neuralink-Ingenieure kalibriert worden war. In Woche 3 habe sich die Steuerung dann bereits natürlich angefühlt.

Besonders spektakulär ist Nobles Aussage, dass er an Tag 80 erstmals World of Warcraft allein per Gedankenkontrolle gestartet habe. Der erste Raid habe sich noch etwas holprig angefühlt, doch danach sei es „pure magic“ – also reine Magie – gewesen. Inzwischen könne er Azeroth freihändig erkunden und sich dabei mit voller Geschwindigkeit durch die Spielwelt bewegen. Golem greift dieselbe Passage auf und beschreibt das Erlebnis als „magisch“, „genial“ und „süchtig machend“.

Nobles Fazit fällt nach 100 Tagen entsprechend euphorisch aus. Er schrieb, er könne sich ein Leben ohne das Implantat kaum noch vorstellen. Es habe ihm nicht nur eine neue Art gegeben, Computer zu bedienen, sondern eine neue Art zu leben.

Nobles Bericht markiert einen bemerkenswerten Moment für die öffentliche Wahrnehmung von Gehirn-Computer-Schnittstellen. Statt einfacher Cursorbewegungen steht mit World of Warcraft ein komplexes und populäres MMORPG im Mittelpunkt. Dadurch wirkt die Technologie nicht mehr wie ein abstraktes Laborprojekt, sondern wie ein greifbares Werkzeug für den Alltag, das Menschen mit Einschränkungen mehr Selbstständigkeit und digitale Teilhabe ermöglichen kann. Zugleich bleibt jedoch klar, dass sich das Neuralink-N1 weiterhin in einer frühen klinischen Phase befindet und noch weit von einer breiten Alltagstechnologie entfernt ist.

Quelle(n)

Jon L. Noble via X (ehemals Twitter)

Bildquelle: Blizzard

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > „Reine Magie“: Jon L. Noble spielt World of Warcraft per Gedankenkontrolle
Autor: Marius Müller, 26.03.2026 (Update: 26.03.2026)