Reverse Engineering macht Whoop-Fitnesstracker ohne Abo nutzbar

Whoop gehört zu den Unternehmen, die besonders konsequent auf Abonnements setzen und sogar die gesamte Nutzung der Hardware daran knüpfen. Wer nach Ablauf des Abos nicht weiterhin jährlich blechen will, bleibt dadurch mit praktisch nutzlosem Elektroschrott zurück. Ein Projekt namens Noop soll das jetzt ändern.
Die App verbindet sich über Bluetooth direkt mit dem Wearable und erfasst die Rohdaten der Sensoren, ohne auch nur ein Byte an die Server von Whoop zu übertragen. Erholungswert, Herzfrequenzvariabilität (HRV), tägliche Belastung und Schlafdaten werden lokal berechnet. Sämtliche biometrischen Verlaufsdaten speichert Noop in einer eigenständigen SQLite-Datenbank. Damit verwandelt die App das geschlossene Ökosystem von Whoop in einen transparenten Gesundheitsmonitor, der vollständig offline funktioniert.
Die Umgehung des Abomodells bringt allerdings einige Einschränkungen bei Hard- und Software mit sich. Noop verwendet von der Community entwickelte Näherungsverfahren zur Berechnung von Erholung und Belastung. Zudem entfallen die proprietären Cloud-Analysen, Coaching-Funktionen und der offizielle Kundendienst von Whoop. Die Hardwareunterstützung beschränkt sich außerdem strikt auf die Armbänder Whoop 4.0 und 5.0, ältere Generationen werden überhaupt nicht unterstützt.
Der größte Haken bleibt jedoch der Preis. Whoop verkauft die Hardware nicht separat, sondern koppelt das Armband an eine verpflichtende zwölfmonatige Mitgliedschaft, die im Voraus ordentlich Geld kostet. Ohne den Kauf eines gebrauchten Armbands wird somit weiterhin zunächst die Vertragsgebühr von Whoop fällig. Noop beseitigt also nicht die anfänglichen Kosten, ermöglicht aber den Ausstieg aus den fortlaufenden Aboverlängerungen.



