Blutzuckermessung am Handgelenk: Daran arbeitet Whoop

Wir haben an dieser Stelle bereits mehrmals über die Versuche verschiedener Hersteller berichtet, eine nicht-invasive Blutzuckermessung zu realisieren, und auch die technischen Limitationen ausführlich beschrieben. Ein nun veröffentlichtes Patent zeigt, dass auch Whoop an einer solchen Technik arbeitet. Das Patent US 2026/0198807 A1 beschreibt eine Technik zur Messung der Glukosekonzentration mithilfe einer optischen Sensorik. Wer das Messprinzip der Pulsoxymetrie kennt, wird das Grundprinzip sofort wiedererkennen.
Grundsätzlich wird dafür elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge ausgesendet, welche von einer Substanz - hier Glukose - beeinflusst und speziell absorbiert wird. Whoop beschreibt im Patent noch das Vorhandensein eines zweiten Strahlengangs, welcher durch Glukose weniger stark beeinflusst werden soll. Dieser wird als Referenz herangezogen. Durch die Nutzung eines zweiten Strahlenganges ließen sich vom Prinzip her Störungen, die beispielsweise durch ein verrutschtes Wearable ausgelöst werden, kompensieren. Das Patent geht auch auf die konkrete, technische Ausgestaltung ein, so etwa die Nutzung von Quantum Dots zur Einstellung einer bestimmten Wellenlänge.
Im Hintergrundartikel haben wir bereits auf die technischen Schwierigkeiten hingewiesen. So absorbiert gelöste Glukose im sichtbaren Spektrum offensichtlicherweise praktisch nicht, eine Zuckerlösung bleibt klar und farblos. Das Patent nennt für die Messung der Glukose eine Wellenlänge von um die 2.100 nm und für den Referenzkanal 1.900 nm - solche Wellenlängen müssen sich in einem kleinen Wearable aber auch erst einmal erzeugen und dann auch analysieren lassen. Zumindest Teile eines solchen optischen Aufbaus gibt es durchaus im kompakten Formfaktor, allerdings nicht unbedingt in Wearable-Größe, zumal bei einer Smartwatch dann beispielsweise die Leistungsaufnahme eine Rolle spielt. Die Realisierung einer so kleinen Sensorik bereitet(e) Berichten zufolge auch Apple erhebliche Schwierigkeiten.
Insofern bleibt fraglich, ob Whoop denn auch wirklich ein so kleines System realisieren kann. Inwieweit das Patent von Whoop denn überhaupt einem Post Grant Review oder einem Inter Partes Review und damit einer Anfechtung eines Patents standhalten würde, können wir nicht seriös beurteilen. Viele Bestandteile des Patents wurden in der Forschung bereits diskutiert oder entsprechen sogar dem Stand der Technik. Die Frage nach der erfinderischen Höhe könnte damit sehr relevant werden.
Quelle(n)
Patent US 2026/0198807 A1 (über die Suche erreichbar), via Gadgets & Wearables, Bildquelle: Whoop










