Smartwatches fälschen Blutzucker-Messung, Bundesnetzagentur schreitet ein

Es gibt aktuell keine Smartwatch, die den Blutzuckerspiegel zuverlässig ermitteln kann, ohne eine Verbindung zu einem externen Sensor wie einem kontinuierlichem Blutzucker-Messgerät (CGM) herzustellen. Dennoch werden viele teils sehr günstige Smartwatches mit einer Blutzucker-Messung beworben.
Wie die Bundesnetzagentur berichtet, wurden einige dieser Smartwatches auch im deutschen Handel angeboten, bevor diese von der Behörde aus dem Verkehr gezogen wurden. Wie gravierend die "Messergebnisse" einer solchen Smartwatch vom tatsächlichen Blutzuckerspiegel abweichen können, zeigt unser Test der Kospet iHeal 6.
Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2025 im Onlinehandel insgesamt 1.266 auffällige Angebote gefunden, immerhin 11,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auf diese Angebote sollen allerdings rund fünf Millionen verkaufte Einheiten entfallen sein. Smartwatches waren in dieser Kategorie für die meisten Fehltritte verantwortlich, nicht nur wegen simulierter Sensor-Messwerte, sondern auch, weil Vorgaben aus dem Funkanlagengesetz teilweise nicht eingehalten wurden.
Im Einzelhandel hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr 2.400 Gerätetypen überprüft, von denen 58 Prozent oder insgesamt 1,9 Millionen Verkaufte Geräte die Vorgaben nicht einhalten konnten. In vielen Fällen handelt es sich um Mängel mit geringem Sicherheitsrisiko, wie eine fehlende CE-Kennzeichnung oder einer Bedienungsanleitung, die nicht in deutscher Sprache angeboten wird.
Allerdings wurden auch unter anderem Photovoltaik-Wechselrichter und Netzwerk-Switches gefunden, welche eine zu hohe Störspannung aufweisen, wodurch unter Umständen drahtlose Geräte, Rundfunk und militärische Signale gestört werden können. Laut der Bundesnetzagentur wurde die Einfuhr von insgesamt 359.000 Produkten beim Zoll verhindert. Von 8.202 Warensendungen, die der Zoll als verdächtig eingestuft hat, waren 89 Prozent nicht mit den Richtlinien konform.



















