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SSB: Stuttgart schafft Bargeld in Bussen ab, unterstützt Unionpay und JCB-Kreditkarten

In SSB-Bussen können ab 30. Juli Fahrkarten nicht mehr mit Bargeld gekauft werden.
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In SSB-Bussen können ab 30. Juli Fahrkarten nicht mehr mit Bargeld gekauft werden.
Stuttgart macht ernst. Die SSB schaffen die Bargeldbezahlung in ihren Bussen ab. Fortan sollen kontaktlose und digitale Zahlungswege übernehmen. Hier bemüht sich die SSB aber und unterstützt viele Systeme. Notebookcheck hat zudem technische Details erfahren.

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hat für ihre Busse die Migration von Barzahlung auf bargeldlose Zahlung begonnen. Seit dem heutigen 1. Juli ist es durchweg möglich, mit kontaktlosen Bezahlkarten (EMV Contactless) oder auch Smartphones zu bezahlen. Für das Bargeld gilt noch eine Übergangsfrist bis Ende Juli. Danach ist die Barzahlung nicht mehr möglich.

Ein Schritt, der durchaus kritisch zu sehen ist, weil die Zugänglichkeit zum öffentlichen Nahverkehr damit erschwert wird. Allerdings gehen die SSB einige Schritte weiter, um das abzufedern. Denn auch Touristen werden größtenteils bezahlen können.

Die SSB gehen überraschend tief ins Detail. Zwar steht in der Übersicht, dass EC-Karten und gängige Kredit- und Debitkarten unterstützt werden – was alles Möglche bedeuten kann –, wer aber ein bisschen stöbert, findet Details zu den tatsächlich genutzten Kartensystemen. Die EC-Karte ist natürlich nicht dabei, denn Karten mit EC-Logo werden seit über einem Jahrzehnt nicht mehr ausgegeben.

Dafür wird allerdings fast alles unterstützt, was wichtig aber mitunter auch selten ist. Mastercard und Visa werden genauso unterstützt wie American Express. Die manchmal als EC-Karten zusammengefassten Systeme V Pay und Maestro genauso wie die deutsche Spezialität Girocard.

Touristen können viele Kartensysteme nutzen

Für Touristen gut: Diners Club und Discover-Karten werden ebenfalls unterstützt. Zudem gehören selbst  Chinas Unionpay und Japans JCB dazu. Unionpay wird durch die Frankfurter (M) Bank of China übrigens auch als deutsche Debitkarte mit deutscher IBAN ausgegeben, ist also auch ein in Deutschland genutztes System. JCB hat sich hingegen vor einigen Jahren aus Deutschland und Österreich mit seinen Karten zurückgezogen.

Auf Nachfrage nannte uns die SSB weitere technische Details. In den Bussen kommen Terminals von Feig Electronic (mit cVEND TOPP gemäß TA 7.2) zum Einsatz. Die unterstützen die Zahlung per EMV Contactless, also auch via Apple Pay oder Google Wallet hinterlegte Zahlungskarten. Sie haben kein PIN-Pad, was in der Regel aber kein Problem darstellen sollte. Zwar händigen einige Sparkassen beispielsweise Kreditkarten aus, die nach einer festen Grenze auch im Contactless-Betrieb eine PIN verlangen, doch das wird bei reinen EMV-Contactless-Terminals ohne PIN-Pad ignoriert. Die deutsche Unionpay könnte aber Probleme machen, da sie nach unseren Erfahrungen in solchen Fällen durchaus mal nach einer PIN fragt. Zugegebenermaßen hat aber kaum jemand diese Karte.

Die SSB erwartet aber keine Probleme, da man einen entsprechend flexiblen Dienstleister beauftragt hat: "Die Akzeptanz internationaler Karten ist grundsätzlich gewährleistet, da die Zahlungsabwicklung über den Zahlungsdienstleister First Data GmbH (TeleCash) erfolgt, der viele Systeme unterstützt. Gleichzeitig empfiehlt die SSB insbesondere internationalen Fahrgästen, ergänzend die offiziellen Apps zu nutzen, um maximale Flexibilität und Kompatibilität sicherzustellen."

Stuttgarter App-Tickets sind sofort gültig

Diese Apps sind laut SSB in allen gängigen App Stores zu finden. Zudem können sie in englischer Sprache genutzt werden. Auch hier will die SSB beim Bezahlen Komfort bieten. So sagte uns die SSB, dass in den Apps  Kreditkarten, Apple Pay, Google Wallet und Paypal genutzt werden können. Das ist durchaus nicht die Regel. In Deutschland brauchen einige Apps für den Nahverkehr ein IBAN-Konto und sind damit für Touristen nicht nutzbar.

Die Apps setzen zudem auf ein "sofort gültiges Ticketmodell". Sprich, App-Tickets berechtigen nach dem Kauf zum sofortigen Einstieg. Auch das ist für Touristen wichtig. In Berlin-Brandenburg gilt hingegen eine 60-Sekunden-Sperre. Wer ein Ticket gekauft hat und sofort in Berlin in einen Bus einsteigt, fährt schwarz. Das ist in Deutschland eine Straftat. Man muss also im Zweifel auf den nächsten Bus mitunter 20 Minuten warten, denn die Gültigkeit des Tickets ist bei digitalen Tickets stark eingeschränkt.

Bei den SSB ist es hingegen erlaubt, einfach nach dem Ticketkauf in den Bus zu hüpfen. Einen Timer gibt es bei den SSB aber trotzdem, denn App-Tickets dürfen auch bei den SSB nicht in einem Bus gekauft werden – auch das ist eine Schwarzfahrt. Nur normale Tickets dürfen beim Busfahrer gekauft werden. 

Wenn es dennoch ein Ticket im klassischen Verkauf braucht, dann bleiben ab dem 30. Juli nur noch Fahrkartenautomaten und Verkaufsstellen übrig, die in Bussen nicht installiert sind. Dort funktioniert auch Bargeld oder das Bezahlen mit einer Karte, die eine PIN braucht.

Es gibt aber keinen Bargeldersatz wie Berlins Guthabenkarte, die man aufladen kann, was man international auch von IC-Karten kennt (Suica, TMoney, Octopus). Stuttgart hat mit der Polygo Card zwar ein Kartensystem, dort lassen sich aber nur Tickets speichern und kein Geld.

Die SSB erhoffen sich durch den Umstieg auf die bargeldlose Zahlung einen reibungsloseren Ablauf, denn: "Der Bezahlprozess ist gezielt auf einen schnellen und reibungslosen Fahrgastwechsel ausgelegt", so die SSB. Vermutlich dürften aber auch Kostengründe eine Rolle spielen.

In Stuttgart, wie in vielen anderen deutschen Städten, gilt aber ebenfalls: Die Bevölkerung braucht aus praktischen Gründen ein modernes Zahlungssystem für die rund 340 Busse in der Stadt. Der Weg zum nächsten Automaten könnte weiter weg sein.

Das gilt auch für Kinder, die mal Fahrscheine kaufen wollen. Viele Banken bieten aber Kinderkonten ab 7 Jahren an, inklusive einer Bezahlkarte mit EMV Contactless.

Quelle(n)

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-06 > SSB: Stuttgart schafft Bargeld in Bussen ab, unterstützt Unionpay und JCB-Kreditkarten
Autor: Andreas Sebayang,  1.07.2026 (Update:  1.07.2026)