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Scrub Daddy Kopfhörer für 100 Dollar schlagen einige Flaggschiff-Modelle beim Frequenzgang

Ein Bild eines Mannes mit Scrub-Daddy-Kopfhörern
ⓘ u/pudjam667 / Reddit
Der Entwickler hat spezielle Abstimmungsmaterialien in die Ohrpolster sowie direkt an den Treibern integriert, um die Klangsignatur gezielt zu optimieren
Ein Toningenieur hat HiFi-Kopfhörer aus Scrub-Daddy-Schwämmen und 50-mm-Dynamiktreibern entwickelt. Das Unikat wurde für 100 Dollar (ca. 92 Euro) verkauft, nachdem Messungen einen nahezu linearen Bassfrequenzgang bestätigten, der klanglich an deutlich teurere Modelle heranreicht.

Reddit-Nutzer pudjam667 (selbst Toningenieur) hat ein Projekt mit zwei Scrub-Daddy-Schwämmen und zwei 50-mm-Treibern umgesetzt. Auf den ersten Blick wirkt das eher wie eine humorvolle Bastelarbeit, doch die Messdaten deuten darauf hin, dass die interne Akustik mit bemerkenswerter Präzision entwickelt wurde.

Die Konstruktion nutzt die poröse Struktur der Schwämme als Gehäuse. Zur Klangoptimierung ergänzte der Entwickler spezielle Materialien in den Ohrpolstern sowie direkt an den Treibern. Ziel war es, nicht nur ein experimentelles Einzelstück zu bauen, sondern ein funktionales Audioprodukt mit echtem klanglichen Nutzen zu realisieren.

Messungen mit einem GRAS 45CA-Prüfgerät (einem Industriestandard für Kopfhöreranalysen) ergaben einen Frequenzgang, der viele Audiophile überraschte. Die Diagramme zeigen einen weitgehend linearen Bassbereich, den der Entwickler mit dem des Hifiman HE1000 (aktuell 969 Euro auf Amazon) verglich – einem High-End-Modell mit planarmagnetischen Treibern, das für seine Klarheit bekannt ist. Die 50-mm-Dynamiktreiber lieferten trotz des ungewöhnlichen Gehäuses einen erstaunlich sauberen Klang.

Das Projekt war nicht nur ein Experiment, sondern auch eine praktische Lehrübung für den Sohn des Ingenieurs. Anschließend boten sie das Einzelstück für 100 US-Dollar (ca. 92 Euro) auf ihrer Website an – die Kopfhörer waren nahezu sofort ausverkauft, nachdem der Beitrag im Subreddit r/headphones viele Aufrufe generiert hatte.

Die Community bezeichnet das Modell inzwischen als „Schrubb-Woofer“. Obwohl die poröse Struktur eines Küchenschwamms normalerweise zu Frequenzverlusten und schlechter Abschirmung führen kann, scheint die interne Dämpfung diese Effekte weitgehend zu kompensieren. Eine Serienproduktion ist nicht geplant, doch das Projekt gilt als anschauliches Beispiel dafür, wie sich klassische akustische Prinzipien auf unkonventionelle Materialien übertragen lassen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Scrub Daddy Kopfhörer für 100 Dollar schlagen einige Flaggschiff-Modelle beim Frequenzgang
Autor: Anubhav Sharma, 22.04.2026 (Update: 22.04.2026)