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Selbstgebaute Halo-Konsole startet Spiele über physische Module – doch es gibt einen Haken

Eine selbstgebaute kompakte Spielkonsole mit Mini-PC, sichtbaren Lüftungsöffnungen, USB-Anschlüssen und orangefarbenen Power-Tasten auf einem Schreibtisch.
ⓘ The Stock Pot via YouTube
Eine selbstgebaute kompakte Spielkonsole mit Mini-PC, sichtbaren Lüftungsöffnungen, USB-Anschlüssen und orangefarbenen Power-Tasten auf einem Schreibtisch.
Ein YouTuber hat auf Basis eines Geekom IT13 MAX Mini-PCs eine kompakte Spielkonsole mit funktionierendem Modulschacht und gefederter Auswurftaste gebaut. Die 3D-gedruckten Module enthalten allerdings keine Spiele, sondern lediglich NFC-Tags, die von einem ESP32 ausgelesen werden, um über USB-Serial das jeweils passende Spiel auf Steam zu starten.

Seit Sony angekündigt hat, die Produktion von Discs nach Januar 2028 einzustellen, scheint der Rückzug physische Datenträger bedauerlicherweise immer wahrscheinliche zu sein. Eine positive Folge dieser Ankündigung ist jedoch, dass sich Menschen, denen Eigentum und physische Medien wichtig sind, stärker denn je zu Wort melden und andere darüber informieren, wie sie tatsächlich die Kontrolle über die von ihnen gekauften Produkte behalten können.

Der YouTube-Kanal The Stock Pot hat darauf auf sehr kreative Weise reagiert und eine kompakte Spielkonsole mit Modulschacht gebaut – inklusive gefederter Auswurftaste und einer Sammlung klobiger, lasergravierter Halo-Module. Der Haken: Auf den Modulen befinden sich überhaupt keine Spiele.

Jedes davon besteht aus einem 3D-gedruckten Gehäuse, in dem ein NFC-Sticker steckt. Wird das Modul in den Schacht geschoben, liest ein mit einem ESP32-Mikrocontroller verbundener RC522-NFC-Reader die ID des Tags aus und gibt sie weiter. Das eigentliche Spiel befindet sich weiterhin auf der SSD des PCs und wurde wie jeder andere digitale Kauf über Steam erworben. Der Bastler macht daraus keinen Hehl und räumt ein, dass sein Projekt das Eigentumsproblem, über das er sich in einem größeren Teil des Videos beschwert, nicht wirklich löst. Es erinnere ihn jedoch an eine Zeit, in der ein bezahltes Spiel tatsächlich physisch existierte und einem wirklich gehörte.

So wurde das Gehäuse der Halo-Konsole per 3D-Druck um einen Geekom Mini-PC herum gebaut

Die Konsole basiert auf einem Geekom IT13 MAX Mini-PC, den wir kürzlich bei Notebookcheck getestet und dabei für sein „attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis“ gelobt haben. Er ist mit einem Intel Core Ultra 9 185H mit 16 Kernen und Arc-Grafik, 24 GB verlötetem LPDDR5-5600-Arbeitsspeicher, einer 500-GB-SSD, Wi-Fi 7, zweimal 2,5-Gbit-LAN und zwei USB4-Anschlüssen ausgestattet. Geekom stellte auf Anfrage ein 3D-Modell der Platine zur Verfügung, wodurch sich viel Reverse Engineering vermeiden ließ – auch wenn das Unternehmen vermutlich nicht damit gerechnet hatte, dass sein sorgfältig konstruiertes Gehäuse direkt aussortiert wird.

Eine Person zerlegt eine kleine schwarze Spielkonsole auf einer hölzernen Werkbank. Das Gehäuse wurde entfernt, sodass Lüfter und Platine im Inneren sichtbar sind.
ⓘ The Stock Pot via YouTube
Eine Person zerlegt eine kleine schwarze Spielkonsole auf einer hölzernen Werkbank. Das Gehäuse wurde entfernt, sodass Lüfter und Platine im Inneren sichtbar sind.
Eine kompakte schwarze Spielkonsole mit integriertem Laufwerk, USB-Anschlüssen und einem oben montierten Lüfter auf einem Holztisch.
ⓘ The Stock Pot via YouTube
Eine kompakte schwarze Spielkonsole mit integriertem Laufwerk, USB-Anschlüssen und einem oben montierten Lüfter auf einem Holztisch.

Darum herum entwarf der Erbauer ein neues Gehäuse und übernahm dabei den Modulschacht von einem früheren NFC-Mediaplayer, den er für Filme gebaut hatte. Der Schacht wurde vertieft, um Platz für eine Auswurftaste zu schaffen, die einen Hebel an der Rückseite betätigt und das Modul herausspringen lässt. Wichtig dabei: Die alten Module passen weiterhin.

Da der Chip mit einer TDP von 45 Watt arbeitet, wurden die Ein- und Auslassöffnungen großzügig dimensioniert und von störenden Gehäusestrukturen freigehalten, um die Geräuschentwicklung niedrig zu halten. Die Prototypen wurden aus recyceltem PLA gedruckt, während für das finale Gehäuse kohlefaserverstärktes PETG zum Einsatz kommt. Olivgrüne Zierblenden sind mit einem Luftspalt aufgeschraubt und sollen den Eindruck einer nachträglich montierten Panzerung vermitteln. Orangefarbene Tasten setzen dazu einen Kontrast. Details auf den Blenden wurden mit einem UV-Laser aufgebracht. Der Versuch, vertiefte Logos mit goldgesprenkeltem UV-Harz auszufüllen, funktionierte nicht wie erhofft, weshalb die Module stattdessen lasergraviert wurden – jeweils mit einem eigenen Easter Egg aus dem Halo-Universum.

So funktioniert die Konsole tatsächlich

Der clevere Teil steckt in der Software. Statt des Home-Assistant-Setups seines Film-Mediaplayers kommt hier auf identischer Hardware eine andere Firmware zum Einsatz. Der ESP32 übermittelt die ID des Moduls über USB-Serial an den Mini-PC. Dort ordnet eine kleine Python-Anwendung im System-Tray jede ID entweder einer Steam-ID oder dem Pfad zu einer .exe-Datei zu. Wird das Modul eingeschoben, startet das entsprechende Spiel.

Allerdings gibt es noch zwei weitere Haken: Der ESP32 benötigt ein externes USB-Kabel zum Mini-PC, da der Bastler das Risiko nicht eingehen wollte, die unbeschrifteten internen Anschlüsse der Platine zu verwenden. Stattdessen soll die Technik laut eigenen Angaben in eine zweite Version des Modul-Players integriert werden.

In gewisser Weise scheint der Bau dieser kleinen Konsole also die persönliche Art des Erschaffers zu sein, seiner Meinung Gehör zu verschaffen – oder ein Zeichen dafür zu setzen, dass er physische Medien unterstützt. Die Dateien für das Gehäuse stehen kostenlos auf Printables zur Verfügung und sind in der Beschreibung des YouTube-Videos verlinkt.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > Selbstgebaute Halo-Konsole startet Spiele über physische Module – doch es gibt einen Haken
Autor: Anmol Dubey, 17.08.2026 (Update: 17.08.2026)