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Shopping Guide: Tablet PCs im Vergleich

Sebastian Jentsch, 21.11.2011

Android versus iPad. Die Tablet-Empfehlungen warten mehrheitlich mit sehr guten Displays, guter Verarbeitung, ausgereiftem Betriebssystem und attraktivem Preis auf. Die Unterschiede finden sich im Detail, bei den verarbeiteten Materialien, den Anschlüssen und den Docking-Optionen. Die grundsätzliche Entscheidung: Apple iOS oder Google Android, stellt aber nach wie vor die größte Hürde dar.

In diesem Artikel blicken wir auf die letzten Monate zurück und geben Ihnen eine Empfehlung für die Geräteklasse der Consumer-Tablets. 2011 erfreute sich die Klasse weltweit steigender Beliebtheit, denn im Zuge des mobilen Web-Zugangs merken mehr und mehr Leute, dass bei eingeschränktem Anforderungsprofil ein Tablet durchaus im Vorteil gegenüber einem Notebook ist. Als Betriebssysteme bestimmen Android  und Apples iOS den Markt. HP hatte mit dem Abverkauf seines WebOS-Gerätes TouchPad den Rückzug angetreten. Auf Grund der breiten Modellpalette von Android-Geräten (fast alle in diesem Vergleich) sind die Anzahl und die Qualität der Apps im Android Market deutlich gestiegen. 

Wer sich heute ein Tablet kauft, der entscheidet sich entweder aus Prinzip, Style, Markentreue oder dem  dem perfekten (wenn auch abgeschlossenen) Apple-Mikrokosmos (Apps, Musik, Videos,...) für Apples iPad 2, oder aber für eines der günstigeren und rein technisch gesehen oft besseren Alternativen von Acer, Motorola, Samsung oder HTC. Diese bieten fast durchweg mehr Anschlüsse und teils deutlich bessere Kameras.

Apple iPad 2

Apple iPad 2
Apple iPad 2 neben iPad 1

Das Gerät: Das iPad 2 wird manchmal als Synonym für die Kategorie gehandelt, was durch referenzwürdige Bedien-Qualitäten, wie auch durch Verarbeitung, gerechtfertigt werden kann. Die schnell verständliche Bedienung von iOS 4.3 ist heute dank Android kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Das erstklassige Display (IPS), mit starken Kontrasten und weiten Blickwinkeln, bietet sogar eine hohe Helligkeit von 368 cd/m². Wegen der starken Reflexionen auf dem Panel erscheint das auch als notwendig. Mit 7:30 Stunden Laufzeit (WLAN-Test) sind lange Zugfahrten kein Problem. Technisch ist das iPad 2 mit Dual-Core Prozessor auf der Höhe der Zeit und kann mit dem verbreiteten Nvidia-Tegra zumindest bei der Rechenleistung mithalten. 

Der Käufer:  Macht keine Experimente, sondern kauft mit Apple bewährtes, oder schlicht weil es eben jeder macht. Die Entscheidung wird er auch nicht bereuen, es sei denn er ist Hobbyfotograf. Die Kameramodule haben eine sehr schlechte Qualität. Für 485 Euro bekommt der Kunde die Basic-Variante ohne 3G.

Zum Test Apple iPad 2

» Das Apple iPad 2 Wi-Fi 16GB ist derzeit ab 485,- bei Amazon.de erhältlich.

Asus Eee Slate EP121 (Windows)

Asus Eee Slate EP121 (Windows)
Asus Eee Slate EP121 (Windows) unter iPad 2

Das Gerät: Eine überraschend starke Wertung von 88% heimste das 12.1-Zoll Windows-Tablet Eee Slate EP121 ein. Grund ist ein helles, kontraststarkes und blickwinkelstabiles Display, was es mit den IPS-Panels in Consumer-Tablets aufnehmen kann. Wie bei Tablets üblich, spiegeln auch hier die 1280x800 Bildpunkte (hohe Auflösung). Das stabile Gehäuse wirkt wie aus einem Guss und fühlt sich genauso griffig wie hochwertig an. Für ein Tablet sind die Anschlüsse extrem vielfältig. Ein Full-Size USB, ein Mini-HDMI und ein SD-Kartenleser sind ab Bord. Interessant ist die Stift- und Fingereingabe. Üblicherweise können Tablets nur mit dem Finger bedient werden (kapazitives Panel). Zu guter Letzt sorgen ein Intel Core i5 470UM nebst SanDisk SSD (32GB) für die Rechenleistung eines guten Subnotebooks. 

Der Käufer: Ist auf Windows-Programme angewiesen oder hat keine Lust auf Android umzusatteln. Arbeitsplatz tauglich legt Asus eine Bluetooth-Tastatur sowie eine Leder Hülle mit Ständerfunktion bei. Schwachstelle: Die Akkulaufzeit hinkt den Android-Tablets und auch vielen Subnotebooks mit drei Stunden deutlich hinterher.

Zum Test: Asus Eee Slate EP121

» Das ASUS Eee Slate EP121-1A013M ist derzeit ab 1000,- bei Amazon.de erhältlich.

Motorola Xoom WiFi/UMTS

Motorola Xoom WiFi/UMTS
Motorola Xoom WiFi/UMTS

Das Gerät: Das Android 3.2 Tablet schafft es mit seiner starken Akkulaufzeit von 7:30 Stunden (wie iPad 2) sowie den kräftigen Farben und dem stabilen Gehäuse auf Platz drei der Tablet-Tests der vergangenen 12 Monate. Die geringe Gehäuse-Temperatur ist ebenso ein Teil dieser Note, wie das geringe Gewicht von nur 730 Gramm. Hobbyfotografen finden Gefallen an der 5 Megapixel Digicam mit Autofokus und eingebautem Blitz.

Der Käufer:  Spart wo er kann und denkt: Warum 485 Euro für weniger Pixel und eine schlechte Kamera ausgeben (iPad 2), wenn 370 Euro auch reichen (kleinste Variante)?

Zum Test: Motorola Xoom WiFi/UMTS

» Das Motorola Xoom WiFi ist derzeit ab 370,- bei Notebooksbilliger.de erhältlich.

Asus Eee Pad Transformer TF101

Asus Eee Pad Transformer TF101
Asus Eee Pad Transformer TF101

Das Gerät: Asus setzt die Idee einer Tastatur-Docking in die Tat um und legt dem 10.1-Zoller eine Tastatur mit Touchpad in den Karton (Variante). Damit verwandelt sich der TF101 auf dem Schreibtisch in ein Android-Netbook, wobei Kartenleser und USB gleich mit an Bord sind. Das farbstarke IPS-Display und die gute Akkulaufzeit von mindestens 4:46 Stunden lassen ausreichend, aber keine sehr gute Mobilität aufkommen. Das Gewicht von nur 680 Gramm (ohne Tastatur-Dock) ist gering und wird durch einen haptisch angenehmen Kunststoff mit strukturierter Oberfläche realisiert. 

Der Käufer:  Findet Gefallen an der Docking-Idee und will mit diesem Android-Tablet sein Windows-Netbook ersetzen. Leider lässt sich Asus die Vorreiter-Rolle mit 500 Euro für die Docking-Version gut bezahlen.

Zum Test: Asus Eee Pad Transformer TF101

» Das ASUS Eee Pad Transformer TF101 + KeyboardDock 16GB ist derzeit ab 500,- bei Notebooksbilliger.de erhältlich.

ASUS Eee Pad Slider SL101

ASUS Eee Pad Slider SL101
ASUS Eee Pad Slider SL101

Das Gerät: Die Idee ist simpel. Wer für längeres Tippen auch beim Tablet eine klimpernde Tastatur nicht missen will, der klappt selbige einfach unter dem 10.1-Zoller hervor. Den Slider hatten wir noch nicht in einem ausführlichen Test. In einem HandsOn konnten wir uns vom stabilen Gehäuse und der Klapp-Mechanik ein Bild machen. Das höhere Gewicht von 960 Gramm und die Dicke des Gehäuses muss für die Tastatur-Option in Kauf genommen werden.

Der Käufer: Konnte sich bisher noch nicht zu einem Android-Tablet durchringen, denn seitenlange E-Mails fesselten ihn an seine Subnotebook-Tastatur.

» Das ASUS Eee Pad Slider SL101-1B079A 32GB Braun ist derzeit ab 500,- bei Notebooksbilliger.de erhältlich.

Samsung Galaxy Tab 10.1

Samsung Galaxy Tab 10.1
Samsung Galaxy Tab 10.1

Das Gerät: Der 10-Zoller gehört nach dem iPad 2 zu den erfolgreichsten Tablets des Jahres 2011. Dies mag an Apples publikumswirksamer Klage gegen Samsung liegen, doch auch auf technischer Seite hat der 10.1-Zoller sehr viel zu bieten. Das Gehäuse mit dem geringen Gewicht von 576 Gramm besteht nicht aus Aluminium, aber aus einem gummierten und mit einer Textur versehenen Kunststoff (Rückseite). Das IPS-Displaypanel mit den satten Farben und den weiten Blickwinkeln gefällt dem Auge. Reflexionen im Sonnenlicht bleiben, wie so oft, aber nicht aus. Knapp fallen die Anschlüsse aus, es gibt nur einen Kopfhörerausgang und einen Sim-Einschub. Wer etwa einen externen Monitor anschließen möchte, der kann aber einen passenden HDMI-Adapter für den 30-pin Connector an der Geräteunterseite erwerben.

Der Käufer:  Sucht ein Tablet mit starker Laufzeit (hier 9:35 Stunden) und einer sehr guten 8 Megapixel Webcam (Gehäuserückseite, mit Blitz). Für den Preis eines Basic WiFi iPad 2 gibt es von Samsung bereits die 3G-Version.

Zum Test: Samsung Galaxy Tab 10.1v

» Das Samsung Galaxy Tab 10.1 WiFi + 3G mit 16GB Speicher ist derzeit ab 505,- bei Amazon.de erhältlich.

Sony Tablet S

Sony Tablet S
Sony Tablet S (Detail)

Das Gerät: Als rundes Tablet-Angebot zeigt sich das Tablet S. Die weiten Betrachtungswinkel und der hohe Kontrast lassen Freude aufkommen (IPS). Dies und eine starke Helligkeit (für Sonneneinsatz) sind jedoch fast Standard unter allen Tablets dieser Runde. Weil auf Alu verzichtet wird, bleibt das Kunststoff-Gehäuse 591 Gramm leicht und die Formgebung im Stile eines umgeschlagenen Magazins liegt sehr gut in der Hand. Gerade dieser Ausbruch aus dem quaderförmigen Einheitsbrei der Tablets, macht den Sony zum Hingucker. Einen HDMI Ausgang bietet das Tablet S nicht, dafür aber einen SD-Kartenleser im Standard-Format und eine 5 Megapixel Webcam (digitalen Zoom bis 8x benutzen). Filme können leider nicht direkt von der SD-Karte abgespielt werden.

Der Käufer: Kann sich nicht so recht zwischen den vielen Android 10-Zollern entscheiden. Er entscheidet sich daher nach Optik und wählt die neue Formsprache des Sony Tablets. Der Preis von 475 Euro für die Basic WiFi Version rangiert beim iPad 2 Einstiegspreis. Bei Sony  bekommt der Kunde aber eine sehr gute Exmor-Webcam.

Zum Test: Sony Tablet S

» Das Sony Tablet S S1 SGP-T111DE/S 16GB ist derzeit ab 475,- bei Amazon.de erhältlich.

Acer Iconia Tab A100

Acer Iconia Tab A100
Acer Iconia Tab A100

Das Gerät: Klein und praktisch. Mit einem geringen Gewicht und einer Laufzeit von fünf Stunden (WLAN-Surfen) kann der 7-Zoller punkten. Beim Display muss der Käufer aber Abstriche machen, dieses hat kleine Blickwinkel und der Einsatz im Tageslicht gestaltet sich schwierig (geringe Helligkeit). Auf die 8GB SSD passen nicht viele Filme, es darf aber mit Micro-SD nachgerüstet werden. Überhaupt hat der 7-Zoller erstaunlich viele Anschlüsse, die sogar viele 10-Zoller neidisch werden lassen: Micro-HDMI, Docking-Port, Micro-USB. Die Docking-Station mit Audio-Ausgang, HDMI-Output und Fernbedienung gibt es für 80 Euro. 

Der Käufer:  Passen die vielen 10.1-Zoller nicht in die Hosentasche? Dann ist es Zeit für 7-Zoll. Was Samsungs Galaxy Tab 7 vormacht, das kann Acer schon lange und zwar als Preisbrecher. Nur 299 Euro kostet das Honeycomb 3.2 Gerät mit dem modernen Tegra 2 Chip.

Zum Test: Acer Iconia Tab A100

» Das Acer Iconia Tab A100 Wi-Fi, 8GB ist derzeit ab 299,- bei Amazon.de erhältlich.

Acer Iconia Tab A500

Acer Iconia Tab A500
Acer Iconia Tab A500

Das Gerät: Der große Bruder des A100 bringt die üblichen 10.1-Zoll mit 1280x800 Pixeln. Die Helligkeit, die Kontraste und die Blickwinkel sind deutlich besser als beim 7-Zoller und kommen an das hohe der Niveau, z. B. eines Galaxy Tab 10.1, heran. Das Gehäuse mit dem Alu Look auf der Rückseite und der guten Stabilität wies in unserem Test zwar einige Passungenauigkeiten in Details auf, aber das Gesamtbild stimmt. Die Laufzeit von fünf bis zehn Stunden liegt auf dem Niveau der besten Konkurrenz. Über die Docking-Station (inkl. Fernbedienung) kann der Nutzer das Gerät laden, ein HDMI-Port ist aber leider nicht dran. 

Der Käufer: Findet es attraktiv, dass er bei Acer 100 Euro weniger für einen 10-Zoller ausgeben muss als bei Sony oder Apple. Zudem sind USB (Full-Size!), Mirco-USB und Micro-HDMI dran, das haben die vorgenannten nicht zu bieten.

Zum Test: Acer Iconia Tab A500 

» Das Acer Iconia Tab A500 WiFi 16 GB ist derzeit ab 375,- bei Amazon.de erhältlich.

Samsung Galaxy Tab 7-Zoll

Samsung Galaxy Tab 7-Zoll
Samsung Galaxy Tab 7-Zoll versus iPad

Das Gerät: Es wollte ein iPad 2 Killer werden, es wurde aber „nur“ ein richtiges gutes Mini-Tablet. Die stabile Verarbeitung, das Display mit weiten Blickwinkeln und hohen Kontrasten und die starke Laufzeit von 9-10 Stunden (Alltag) sind genau das, wonach viele Kunden suchen. Nach dem inzwischen veralteten Android 2.2 sucht jedoch keiner mehr, was aber durch den Preis kompensiert werden kann. Über den Docking-Connector kann das Galaxy Tab per USB an den PC angeschlossen werden, der Micro-SD Leser erweitert den internen 16GB Speicher. Interessant: Für knapp 60 Euro gibt es eine Tastatur + USB Docking Station, welche den 7-Zoller um diese vollwertige Eingabe erweitert. 

Der Käufer: Schaut immer zuerst auf den Preis und stellt fest, dass hier ein Schnäppchen wartet. 290 Euro für die WiFi- und 354 Euro für die 3G-Version. Alle Gedanken an ein Apple-Tablet sind damit zerschlagen.

Zum Test: Samsung Galaxy Tab 7-Zoll

» Das Samsung Galaxy Tab 16GB 7-Zoll ist derzeit ab 354,- bei Notebooksbilliger.de erhältlich.

HTC Flyer 7-Zoll WiFi+3G

HTC Flyer 7-Zoll WiFi+3G
HTC Flyer 7-Zoll WiFi+3G

Das Gerät: Ausgerüstet mit einem Qualcomm Snapdragon Prozessor und nicht mit Nvidias Tegra 2 stellte sich 2011 ein 7-Zoller vor, der im Wesentlichen alles richtig macht und daher in die Runde unserer Empfehlungen kommt. Das kapazitive Display mit der guten maximalen Helligkeit zeigt Farben sehr kräftig weil kontraststark. Leider reflektiert das Panel in der Sonne so stark, dass Einsätze im Sonnenschein fast unmöglich werden. Damit sind die Laufzeiten von fünf bis 11 Stunden eher auf Innenbereiche beschränkt. Alleinstellungsmerkmal ist der „Magic Stick“. Mit diesem Eingabegerät lässt es sich flüssiger Malen und Notizen an Fotos gehen sehr schnell von der Hand. Der HTC Flyer besteht zwar aus einem Aluminium Unibody-Gehäuse, an den Übergängen knackt es jedoch, was die Wertigkeit schmälert.

Der Käufer: Ist froh, dass HTC den ursprünglich angesetzten Preis von 669 Euro deutlich nach unten korrigieren musste. Für 400 Euro gibt es das WiFi + 3G + 32GB Modell. Mit selbigem kann der User sogar mit dem Laptop unterwegs ins Internet, denn der Tablet ist als Modem und Access Point nutzbar.

Zum Test: HTC Flyer 7-Zoll WiFi+3G

» Das HTC Flyer 7-Zoll WiFi 16GB ist derzeit ab 345,- bei Amazon.de erhältlich.

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Autor: Sebastian Jentsch, 21.11.2011 (Update:  9.07.2012)
Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch - Senior Editor
Computer haben mich schon zeitig interessiert. Mit 14 habe ich die ersten PCs für die Verwandtschaft zusammengesteckt, mit der 90er Jahre waren das 80286er bis 486er bis zum Pentium 1. Was lag da naeher als Produkt-Tester zu werden? Seit 2007 verfolge ich die Welt der Windows-Laptops und Convertibles. Heute will ich auch bei Staubsauger-Robotern, Brotbackautomaten oder Bewässerungscomputern die Spreu vom Weizen trennen, weshalb ich als freier Redakteur auch fuer andere Test-Websites unterwegs bin.