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Smartphones: Das Ende des Fingerabdrucksensors?

Weit und breit kein Fingerabdrucksensor: Das Wiko View 2 Go
Weit und breit kein Fingerabdrucksensor: Das Wiko View 2 Go
Beim Testen des Wiko View 2 Go für immerhin 160 Euro fällt uns auf: Der Hersteller setzt voll auf Face Unlock und spart sich den Fingerabdrucksensor. Und wir fragen uns: Wird das vielleicht 2019 ein Trend?
Florian Schmitt,
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Das Wiko View 2 Go ist ein ordentliches Einsteigersmartphone, unser Test offenbart keine signifikaten Stärken oder Schwächen, aber etwas ist uns doch gleich zu Beginn ins Auge gestochen: Der Hersteller verbaut keinen Fingerabdrucksensor, wie er sonst in der Preisklasse zwischen 150 und 200 Euro üblich ist.

Wiko ist nun sicher kein so wichtiger Hersteller, dass er signifikate Markttrends setzen würde und dennoch passt es in eine Entwicklung, die uns seit einiger Zeit auffällt: Die Hersteller mögen keine Fingerabdruckscanner an ihren Geräten.

Wieder einmal war es die Damen und Herren von Apple, die den Trend gestartet haben und das mögliche Ende des Sensors einleiteten. In einem für die jüngere Apple-Geschichte ungewöhnlich mutigen Schritt hat man den Sensor (und mit ihm den Home-Button) einfach über Bord geworfen und durch FaceID ersetzt. Die spezielle Hardware, die man dafür verbaut hat, machte die Technik vom Sicherheitslevel her einem Fingerabdrucksensor ebenbürtig und funktioniert auch tadellos.

Auch OnePlus ist der Sensor bei der Gestaltung ihrer Geräte im Weg und so verbauen die Chinesen beim OnePlus 6T erstmals einen In-Screen-Fingerabdruckleser. Im Grunde ist das eine Kamera, die unter dem Bildschirm sitzt und den Fingerabdruck erkennt. Das klappt schon ganz OK, aber noch lange nicht so flott und reibungslos wie bei einem dedizierten Sensor. Auch hier kann man als Alternative Face Unlock nutzen.

Die Entsperrung per Gesicht ist eigentlich ein alter Hut, schon Android 4.0 von 2011 erlaubte dieses Feature, aber ohne zusätzliche Hardware ist Face Unlock eben nicht so sicher wie ein Fingerabdruck: Manche Smartphones ließen sich sogar mit einfachen Portrait-Bildern austricksen, das ist mittlerweile allerdings schwieriger geworden.

Der Fingerabdrucksensor ist also unbeliebt und Face Unlock ist mittlerweile eine akzeptierte Alternative. Gleichzeitig steigt der Kostendruck auf die Hersteller, besonders in den günstigen Kategorien. Es könnte also durchaus sein, dass wir 2019 mehr günstige Geräte sehen, die keinen Fingerabdrucksensor mehr mitbringen und stattdessen Face Unlock als innovatives Feature bewerben. Gleichzeitig zeigt Apple seit nunmehr zwei Hardware-Generationen, dass sich auch Top-Smartphones ohne Fingerabdrucksensor verkaufen lassen.

Gerade bei den günstigen Geräten wäre der Fingerabdrucksensor allerdings ein Verlust, denn er lässt sich intuitiv bedienen und verbindet Komfort und Sicherheit. Zumindest solange, als die Daten wirklich auf dem Gerät verbleiben, wie die Hersteller es versprechen. Solange 3D-Frontkameras wie bei Apples iPhones für günstiges Smartphones viel zu teuer sind, ist softwarebasiertes Face Unlock wie bei günstigen Android-Smartphones wohl die unsicherere Variante, davor warnen auch die Sicherheitsexperten von Kaspersky.

Eventuell sollte man also bald wieder zum guten alten PIN oder Sperrmuster greifen, wenn günstige Smartphones ohne Fingerabdrucksensor wie das Wiko View 2 Go Schule machen.

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Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile - 882 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2009
Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, schrieb ich leidenschaftlich gerne über Gaming-Notebooks. Nachdem ich zwischenzeitlich beim Aufbau des Vergleichsportals Notebookinfo behilflich war und Social-Media-Konzepte für große Unternehmen wie BMW und Adidas entwickelte, kehrte ich 2012 zu Notebookcheck zurück. Nun kümmere ich mich um die Themen Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien und bin seit 2018 zusammen mit meinem Kollegen Daniel als Managing Editor für alle Tests zu Mobile Devices verantwortlich.
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Autor: Florian Schmitt, 17.01.2019 (Update: 12.02.2019)