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SpaceX könnte Boost Mobile übernehmen: T-Mobile, AT&T und Verizon verweigern Zugang zu ihren Netzen

Eine Notfallwarnung über Starlink Mobile.
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Eine Notfallwarnung über Starlink Mobile.
SpaceX sucht offenbar nach einem alternativen Weg, um mit Starlink Mobile auf dem US-Mobilfunkmarkt Fuß zu fassen. Nachdem die drei großen Netzbetreiber eine Zusammenarbeit abgelehnt haben sollen, könnte das Unternehmen künftig auf die Infrastruktur von Boost Mobile zurückgreifen.

Elon Musk ist bei seinen Bemühungen um den Aufbau des Mobilfunkdienstes Starlink Mobile offenbar auf Widerstand gestoßen. Berichten zufolge haben AT&T, Verizon und T-Mobile eine Zusammenarbeit mit SpaceX abgelehnt. Nun soll sich Musk an Boost Mobile gewandt haben.

SpaceX führt offenbar Gespräche über eine mögliche Übernahme von Boost Mobile, einem virtuellen Mobilfunkanbieter des Unternehmens EchoStar, der im Zuge der Fusion von T-Mobile und Sprint entstanden ist. Alternativ könnte sich SpaceX lediglich den Zugang zu dessen Netzkapazitäten sichern, um Starlink Mobile auf den Markt zu bringen. Zuvor hatte SpaceX die drei großen US-Mobilfunkanbieter AT&T, T-Mobile und Verizon kontaktiert, um Kapazitäten in deren Netzen für den geplanten 5G-Dienst anzumieten. Alle drei Unternehmen sollen das Angebot jedoch abgelehnt haben. Darüber hinaus setzen sie sich bei der US-Telekommunikationsbehörde FCC aktiv dafür ein, dass SpaceX keine zusätzlichen Funkfrequenzen für Starlink Mobile erwerben darf. Als Gründe führen sie mögliche Funkstörungen und Wettbewerbsverzerrungen an.

SpaceX könnte Boost Mobile übernehmen

Damit muss Elon Musk nach anderen Möglichkeiten suchen. Berichten zufolge traf er sich bereits im vergangenen Monat mit EchoStar-Chef Charlie Ergen, um über Boost Mobile zu sprechen. Eine solche Übernahme könnte für SpaceX aus mehreren Gründen interessant sein. Boost Mobile ist ein sogenannter Mobile Virtual Network Operator (MVNO), also ein virtueller Mobilfunkanbieter ohne eigene Sendemasten. Stattdessen mietet das Unternehmen Netzkapazitäten von AT&T und T-Mobile. Genau diese terrestrische Netzabdeckung benötigt SpaceX, um Starlink Mobile auch in größeren Städten anbieten zu können.

Hinzu kommt die bestehende Kundenbasis. Ende Juni meldete EchoStar rund 7,4 Millionen Mobilfunkkunden, von denen die meisten Boost Mobile und Gen Mobile nutzen. Mit einer Übernahme könnte SpaceX somit auf einen Schlag zahlreiche Kunden gewinnen und zugleich bestehende Vertriebsstrukturen übernehmen. Allerdings gibt es einen möglichen Haken: Verträge über die Nutzung fremder Mobilfunknetze sind in der Regel nicht ohne Weiteres übertragbar. AT&T und T-Mobile müssten einer entsprechenden Vereinbarung daher möglicherweise zustimmen. Damit könnten ausgerechnet jene Unternehmen, die SpaceX bereits eine Absage erteilt haben, eine Übernahme von Boost Mobile erneut blockieren. Ein solches Vorgehen könnte allerdings auch eine regulatorische Prüfung nach sich ziehen.

SpaceX verfügt bereits über Funkfrequenzen von EchoStar. Dazu gehört ein 2025 vereinbarter Kauf von AWS-4- und H-Block-Frequenzen aus dem DISH-Portfolio im Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar (etwa 15,2 Milliarden Euro). Hinzu kommt eine jüngere Vereinbarung über weitere Frequenzen im 800-MHz-Bereich für rund 8 Milliarden US-Dollar (etwa 7,2 Milliarden Euro), die insbesondere die Netzabdeckung innerhalb von Gebäuden verbessern sollen. Starlink Mobile ist als hybrider Mobilfunkdienst konzipiert. Im Freien sollen Smartphones direkt mit Satelliten kommunizieren, während in Gebäuden und anderen schlecht versorgten Bereichen terrestrische Mobilfunknetze einspringen. SpaceX plant zwar auch den Einsatz kleiner Mobilfunkbasisstationen, sogenannter Femtozellen, auf bestehenden Starlink-Geräten wie dem Standard Kit, das unter anderem über Amazon erhältlich ist. Für eine flächendeckende Versorgung dürften diese allein jedoch nicht ausreichen.

Starlink Mobile: Aufbau eines eigenen 5G-Netzes wäre aufwendig

Das Satellitensignal von SpaceX ist derzeit noch nicht stark genug, um innerhalb von Gebäuden und in dicht bebauten Städten eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen. Gerade dort befinden sich jedoch Millionen potenzieller Mobilfunkkunden. Um diese Versorgungslücken über ein eigenes terrestrisches Netz zu schließen, müsste SpaceX Tausende Mobilfunkmasten und kleinere Funkstationen errichten beziehungsweise entsprechende Standorte sichern und genehmigen lassen. Jeder Standort benötigt eine Stromversorgung und eine Glasfaseranbindung für die Datenübertragung. Hinzu kommt der Aufbau eines eigenen Mobilfunk-Kernnetzes, das unter anderem für die Authentifizierung der Nutzer, die Abrechnung und den nahtlosen Wechsel zwischen Satelliten- und terrestrischem Mobilfunk zuständig wäre. Auch die Smartphones müssten die neuen Frequenzbänder unterstützen. Besonders anspruchsvoll wäre die Versorgung dicht besiedelter Großstädte. Dort stellt weniger die reine Netzabdeckung als vielmehr die verfügbare Kapazität eine Herausforderung dar, was zusätzliche Funkstandorte erforderlich machen würde.

Der CEO von Verizon schätzt, dass SpaceX für den Aufbau eines solchen Netzes vier bis sechs Jahre benötigen würde. Musk hält dagegen einen Zeitraum von ungefähr der Hälfte für möglich. Allerdings haben sich seine Zeitpläne in der Vergangenheit häufig als zu optimistisch erwiesen. Auch T-Mobile äußerte deutliche Zweifel an den terrestrischen Netzplänen von Starlink Mobile. Das Unternehmen verwies darauf, dass das aktuelle Satellitensignal nicht einmal zuverlässig die Windschutzscheibe eines Autos durchdringen könne, geschweige denn Gebäudewände. AT&T bewertet die Erfolgsaussichten eines eigenen Netzausbaus durch SpaceX ebenfalls skeptisch.

Dem Bericht zufolge könnte sich die Haltung der drei großen US-Netzbetreiber mit fortschreitender Entwicklung von Starlink Mobile allerdings noch ändern. Denkbar wäre, dass eines der Unternehmen schließlich doch eine Partnerschaft mit SpaceX eingeht, um sich gegenüber den beiden Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Eine solche Zusammenarbeit könnte Starlink Mobile von Beginn an zu einem bedeutenden Anbieter auf dem US-Mobilfunkmarkt machen.

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Autor: Daniel Zlatev,  3.11.2026 (Update:  3.11.2026)