T-Mobile schießt gegen Starlink Mobile: Empfang scheitert schon an Tesla-Windschutzscheiben

Elon Musk glaubt, dass SpaceX mit dem 5G-Dienst von Starlink Mobile aus dem All direkt ins Mobilfunkgeschäft einsteigen kann. Der Finanzchef von T-Mobile behauptet jedoch, der Satelliten-Internetanbieter werde gegenüber terrestrischen Mobilfunkanbietern niemals konkurrenzfähig sein – schließlich ließen sich die Gesetze der Funkphysik auch nicht von den von SpaceX eingesammelten Milliarden beeindrucken.
Auf der Citi 2026 Global TMT Conference erklärte Peter Osvaldik, SpaceX habe inzwischen etwa vier verschiedene Wege ausprobiert, um dieses Ziel zu erreichen. Keine dieser Strategien werde funktionieren, da das Signal nicht einmal durch die Windschutzscheibe eines Tesla Model Y komme.
Plan Nummer eins war Direct-to-Cell (DtC), wobei der Dienst unter dem Namen T-Satellite bereits verfügbar ist. Herkömmliche Smartphones wie das Samsung Galaxy S26 Ultra können sich über T-Mobiles eigenes Frequenzspektrum direkt mit Starlink-Satelliten verbinden. Grundlage dafür sind FCC-Regelungennamens „Supplemental Coverage from Space“. Auf dem Papier klingt das beeindruckend, doch die Satelliten bewegen sich in Hunderten Kilometern Höhe mit Zehntausenden Kilometern pro Stunde. Diese Geschwindigkeit verursacht eine starke Dopplerverschiebung, während die verwendeten Antennen eine deutlich geringere Sendeleistung als ein Mobilfunkmast aufweisen. In der Praxis reicht das in Gebieten ohne Mobilfunkempfang derzeit für Textnachrichten und Notfallwarnungen. Eine brauchbare Datenverbindung soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Plan Nummer zwei sah vor, als MVNO aufzutreten und somit Netzkapazitäten eines bestehenden Mobilfunkanbieters anzumieten. AT&T, Verizon und T-Mobile lehnen dies vorerst jedoch allesamt ab. Plan Nummer drei bestand darin, mithilfe des von EchoStar erworbenen Frequenzspektrums ein eigenständiges Netz von Grund auf aufzubauen. Dabei würde SpaceX allerdings auf eines der ältesten Probleme der Mobilfunkbranche stoßen: Sendemasten kosten ein Vermögen und ihre Genehmigung dauert Jahre.
Der jüngste Plan von Elon Musk und SpaceX für Starlink Mobile sieht vor, kleine Mobilfunkzellen, sogenannte Femtozellen, an denselben Halterungen zu befestigen, an denen bereits die Starlink-Schüsseln von Privatkunden montiert sind. Das ist eine clevere Möglichkeit, bereits vorhandene Infrastruktur weiterzuverwenden, würde jedoch eine gewaltige Größenordnung erfordern. Der Finanzchef von T-Mobile schätzt, dass etwa eine Milliarde Femtozellen nötig wären, um die Freilandabdeckung bestehender Makrozellen zu erreichen – und dabei sind Probleme durch Interferenzen und die Netzanbindung noch gar nicht berücksichtigt.
Und der jüngste Ansatz, über den meines Erachtens inzwischen alle Bescheid wissen und gewissermaßen lachen und der offenbart hat, dass es dort überhaupt keine Strategie gibt, ist die Femtozellen-Strategie. Wir schätzen, dass wahrscheinlich mehr als eine Milliarde Femtozellen erforderlich wären, um bei all den Interferenz- und Backhaul-Problemen eine vergleichbare Freilandabdeckung zu erzielen. Ich meine, das ist schlicht unvorstellbar. Und dann gab es noch einen weiteren Ansatz – bei all den verschiedenen Ankündigungen verliert man langsam den Überblick –, nämlich ein eigenes Netz aufzubauen. Nun, dafür fehlt der Weg zu den benötigten Frequenzressourcen. Man braucht den gesamten Frequenzmix aus niedrigen und mittleren Frequenzbändern. Diese müssen so ausgebaut werden, wie wir es getan haben, und auch technologisch muss man eine führende Rolle einnehmen.
Femtozellen haben außerdem Schwierigkeiten, ihr Signal durch Wände, Fenster oder Autoscheiben zu übertragen – etwas, womit Mobilfunkmasten deutlich besser zurechtkommen.
Laut dem CEO von T-Mobile wird vor einem breiten Ausbau von Starlink Mobile auch die Kapazität zum Problem. Ein Satellit über einem ländlichen Bezirk muss womöglich nur einige Hundert Nutzer versorgen. Über einer Großstadt müsste derselbe Satellit seine Bandbreite dagegen unter Millionen Menschen aufteilen. Seiner Ansicht nach werden dicht besiedelte Städte und Vororte daher auf absehbare Zeit weiterhin auf terrestrische Mobilfunkmasten angewiesen sein.
Er weist zudem darauf hin, dass T-Satellite, der eigene auf Starlink basierende Dienst von T-Mobile in ländlichen Regionen und Nationalparks tatsächlich sehr hilfreich sei, auch wenn die Nutzerzahlen hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückblieben. Gopalan zeigt sich dennoch beeindruckt davon, was die zugrunde liegende Technologie im richtigen Einsatzgebiet leisten kann. Starlink demonstrierte kürzlich außerdem den ersten 5G-Videoanruf über sein satellitengestütztes DtC-Netzwerk. Das Unternehmen verspricht, dass die neuen V3-Satelliten Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s ermöglichen sollen, die Smartphones überall auf der Erde direkt erreichen.
Was die Führungskräfte von T-Mobile jedoch zurückweisen, ist die Vorstellung, dass Satelliten in absehbarer Zeit mit der Netzdichte, Kapazität und Zuverlässigkeit eines physischen Mobilfunknetzes mithalten können. Es bleibt abzuwarten, ob SpaceX wieder einmal für eine typische Musk-Überraschung sorgt – oder ob sich Starlink Mobile weiterhin genau an dem Punkt verzögert, an dem der Dienst zum viertgrößten Mobilfunkanbieter der USA werden soll.
Quelle(n)
T-Mobile via Seeking Alpha (Mitschrift der Telefonkonferenz)








