T-Mobile: Ehemalige LTE-Frequenzen lösen Starlink Mobiles Empfangsprobleme in Gebäuden nicht

T-Mobile hat jahrelang versucht, sich von seinen Frequenzen im 800-MHz-Bereich zu trennen, die das Unternehmen früher für die LTE-Abdeckung nutzte. Angesichts der hohen Geschwindigkeiten moderner 5G-Netze und einer Netzstrategie, die auf mehreren übereinanderliegenden Frequenzbereichen basiert, hatte der Mobilfunkanbieter dafür keine Verwendung mehr.
Im August 2026 kaufte Grain Management das Frequenzpaket für 2,9 Milliarden US-Dollar von T-Mobile. Nun hat SpaceX einer Übernahme für schätzungsweise 8 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Dabei geht es um bis zu 14 MHz gepaartes Frequenzspektrum. Die Genehmigung der US-Telekommunikationsbehörde FCC steht allerdings noch aus. Nach Bekanntwerden des Deals gaben die Aktienkurse von T-Mobile, Verizon und AT&T nach. Schließlich könnten die Frequenzen Starlink Mobile dabei helfen, künftig auch innerhalb von Gebäuden Mobilfunkempfang anzubieten. Der Technikchef von T-Mobile hält die Erwartungen jedoch für überzogen.
Sein Argument: Frequenzen zu besitzen und ein funktionierendes Mobilfunknetz zu betreiben, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. T-Mobile hatte das 14-MHz-Frequenzpaket früher für LTE mit einem einzelnen Kanalpaar von jeweils 5 MHz genutzt. Verkauft wurde es, weil es nicht mehr zur Netzstrategie des Unternehmens passte. Moderne 5G-Standalone- und 5G-Advanced-Netze arbeiten schließlich mit deutlich breiteren Kanälen.
Selbst nach der Übernahme würde Starlink Mobile insgesamt nur über rund 80 MHz Frequenzspektrum verfügen, wobei ein Teil davon ausschließlich für den Uplink vorgesehen ist. T-Mobile gibt dagegen an, knapp 400 MHz im unteren und mittleren Frequenzbereich zu besitzen. Hinzu kommt ein grundlegender physikalischer Nachteil: Ein Satellit in mehreren Hundert Kilometern Höhe muss im Vergleich zu einem nur einen Kilometer entfernten Mobilfunkmast einen um etwa 50 dB höheren Ausbreitungsverlust überwinden. Der Wechsel von 2 GHz auf 800 MHz kann davon lediglich einige wenige Dezibel ausgleichen.
Der entscheidende Punkt bei der Übernahme ist die Versorgung innerhalb von Gebäuden. Schließlich gehört die Durchdringung von Wänden zu den größten Schwächen von Mobilfunksignalen, die direkt aus dem Weltraum an Smartphones wie das derzeit bei Amazon reduzierte Galaxy S26 Ultra übertragen werden. Daran ändert auch wenig, dass SpaceX seine Starlink-Antennen mit Femtozellen-Technik ausstattet. Saw weist darauf hin, dass mehr als 70 Prozent des mobilen Datenverkehrs innerhalb von Gebäuden stattfinden – zu Hause, am Arbeitsplatz, in Geschäften oder Veranstaltungsstätten. Die bestehende und geplante Direct-to-Cell-Satellitenkonstellation (DTC) von Starlink eignet sich hervorragend für die Nutzung im Freien. Eine zuverlässige Verbindung innerhalb von Gebäuden bereitzustellen, ist dagegen wesentlich schwieriger. Niedrigere Frequenzen dürften Starlink zwar dabei helfen, Wände etwas besser zu durchdringen. Ein ausreichend starkes Signal am Fenster bedeutet allerdings noch lange nicht, dass auch im Wohnzimmer eine brauchbare Verbindung besteht.
Auch im Freien betrachtet T-Mobile Satellitenverbindungen lediglich als Ergänzung zu dicht ausgebauten 5G-Netzen, nicht als Ersatz. Ein einzelner Satellitenstrahl deckt schließlich ein Gebiet ab, das heute von Hunderten terrestrischen Mobilfunksektoren versorgt wird. Wenn Tausende Menschen in derselben Stadt gleichzeitig Videos streamen, könnte das schnell zu Problemen führen. Saw erinnerte außerdem daran, dass die US-Mobilfunkbranche fast eine halbe Billion US-Dollar in Infrastruktur und Frequenzauktionen investiert hat, um ihre 5G-Netze aufzubauen. Dafür brauche es nicht nur Geld, sondern auch Zeit.
Natürlich verteidigt T-Mobile mit diesen Aussagen auch seine eigene Marktposition, betont aber zugleich, dass man Wettbewerb begrüße. SpaceX will offenbar schnell vorankommen und hat bereits bewiesen, dass das Unternehmen etablierte Anbieter überraschen kann. Mit dem Start seiner großen V3-DTC-Satelliten dürfte Starlink Mobile vor allem in ländlichen Regionen und als Ausweichverbindung eine solide Alternative werden. Ob der Dienst durch den weiteren Zukauf geeigneter Frequenzen auch in Städten zu einem ernsthaften Konkurrenten heranwachsen kann, bleibt allerdings abzuwarten.









