SpaceX will mit Qualcomm die größten US-Mobilfunkanbieter herausfordern

SpaceX hat Qualcomm als Lieferanten für die Infrastruktur des geplanten terrestrischen 5G-Netzes von Starlink Mobile ausgewählt. Damit tritt erstmals seit Längerem ein neuer Konkurrent gegen etablierte US-Mobilfunkanbieter wie AT&T, Verizon und T-Mobile an. Der Aufbau des landesweiten Netzes soll 2027 beginnen. Im Rahmen der mehrjährigen Vereinbarung sollen Zehntausende Mobilfunkstandorte in Betrieb gehen.
Laut Qualcomms Ankündigung wird SpaceX die Dragonwing-Plattformen QRU100 und QDU100 zusammen mit Layer-1-Software für den kommerziellen Einsatz nutzen. Die QRU100 übernimmt die Funksignalverarbeitung, während die QDU100 zeitkritische Basisbandaufgaben verarbeitet.
Die Infrastruktur unterstützt Massive MIMO mit 64T64R, also jeweils 64 Sende- und Empfangsantennenpfaden. Laut Qualcomm kann die Architektur die Netzkapazität, Abdeckung und Frequenznutzung verbessern und zugleich den Stromverbrauch begrenzen.
Die Partnerschaft betrifft die terrestrische Mobilfunkinfrastruktur und nicht die Satellitentechnik, für die Starlink vor allem bekannt ist. Langfristig will SpaceX mit Starlink Mobile herkömmliche bodengestützte Netzabdeckung und direkte Satellitenverbindungen zu Smartphones kombinieren. Damit könnten auch Gebiete versorgt werden, in denen eine der beiden Techniken allein an ihre Grenzen stößt.
Der Ankündigung geht eine Vereinbarung vom Oktober voraus, nach der SpaceX von Grain Management landesweite Nutzungsrechte an bis zu 14 MHz gepaartem Spektrum im 800-MHz-Band erwerben will. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung. Diese niedrigen Frequenzen könnten den Empfang in Gebäuden verbessern, der für satellitengestützte Mobilfunkdienste weiterhin eine erhebliche Herausforderung darstellt.
Wie wir bereits berichtet haben, hat die FCC SpaceX den Einsatz von 15.000 Starlink-Mobile-Satelliten der nächsten Generation genehmigt. Sie könnten deutlich schnellere Direktverbindungen zu Endgeräten ermöglichen. Zugleich stößt das Unternehmen auf Widerstand etablierter US-Mobilfunkanbieter. Jüngsten Berichten zufolge hat SpaceX erwogen, Boost Mobile zu übernehmen oder Zugang zu dessen Netz zu erhalten, nachdem sich Vereinbarungen mit größeren Anbietern als schwierig erwiesen haben.
Mit Qualcomm hat SpaceX nun einen konkreten Technologiepartner für den Aufbau seiner eigenen Infrastruktur. Zwar haben die Unternehmen auch über eine spätere Entwicklung hin zu KI-nativem 6G gesprochen, zunächst liegt der Schwerpunkt aber auf terrestrischem 5G. Angaben zum finanziellen Umfang der Vereinbarung, zu Endkundenpreisen oder zu einem festen Termin für die landesweite kommerzielle Verfügbarkeit fehlen bislang. Der für 2027 geplante Start markiert lediglich den Beginn des Netzaufbaus. Wann das landesweite Netz vollständig betriebsbereit sein soll, ist noch offen.





