SpaceX dominiert den Orbit: KI-Satellitenkonstellation wächst auf das Zehnfache

SpaceX hat bei der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC) einen neuen Antrag eingereicht, mit dem das Unternehmen die Genehmigung für den Start und Betrieb einer Gen3-(V3)-Satellitenkonstellation mit bis zu 100.000 Satelliten beantragt.
Der Antrag betrifft ein Satellitensystem der dritten Generation in einer nicht-geostationären Umlaufbahn. Vorgesehen sind zwei eng beieinanderliegende Orbitalschalen in Höhen von etwa 323 bis 327,5 Kilometern sowie 473 bis 477,5 Kilometern bei einer Bahnneigung zwischen 26 und 96,9 Grad.
Jeder Gen3-Satellit von SpaceX soll voraussichtlich bis zu zwei Tonnen wiegen – fast dreimal so viel wie ein aktueller Gen2-Satellit – und den Einsatz der künftigen Starship-Rakete erfordern, um in die Umlaufbahn gebracht zu werden.
Das entspricht einem gewaltigen Technologiesprung und ist offenbar noch nicht einmal die erste Charge jener „bis zu einer Million“ Satelliten für KI-Rechenzentren, die SpaceX bereits zuvor angemeldet hatte. Das Unternehmen verspricht eine Verzehnfachung des Download-Durchsatzes auf rund 1 Tbit/s sowie eine 22-fache Steigerung der Uplink-Kapazität. Zusammen sollen Funk- und Laser-Backhaul eine Gesamtkapazität von rund 4 Tbit/s pro Satellit erreichen.
SpaceX argumentiert, dass diese enorme Kapazität notwendig sei, damit die USA im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz wettbewerbsfähig bleiben:
Das Gen3-System wird aus 100.000 Satelliten bestehen, die in einer sehr niedrigen Erdumlaufbahn betrieben werden, um Verbrauchern, Unternehmen, Behörden und Milliarden KI-gestützter Geräte weltweit extrem niedrige Latenzzeiten sowie symmetrische Multi-Gigabit-Verbindungen bereitzustellen. Zur Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens wird das Gen3-System neue Frequenzspektren und moderne Konzepte zur gemeinsamen Frequenznutzung zugunsten amerikanischer Verbraucher einsetzen. KI-Anwendungen erfordern enorme Uplink-Kapazitäten, um hochauflösende räumliche und akustische Daten für Echtzeitentscheidungen und industrielle Automatisierung zu übertragen. Ohne diese Kapazitäten werden die Vereinigten Staaten im globalen KI-Wettbewerb nicht mithalten können.
Der Umfang des Vorhabens sorgt bereits für Verwunderung und nährt Spekulationen, dass SpaceX seine Marktposition möglichst schnell ausbauen möchte, nachdem das Unternehmen an die Börse gegangen ist. Derzeit befinden sich rund 10.700 Starlink-Satelliten im Orbit, während die bestehende Gen2-Genehmigung den Betrieb von bis zu 15.000 Satelliten vorsieht. Eine FCC-Zulassung für weitere 100.000 Gen3-Satelliten würde die derzeitige Zahl aller aktiven Satelliten im Erdorbit um ein Vielfaches übertreffen.
Astronomen und Experten für Weltraumsicherheit weisen bereits heute darauf hin, dass Starlink einen Großteil der Kollisionsvermeidungsmanöver im erdnahen Orbit (LEO) verursacht. Zehntausende zusätzliche Satelliten würden die Zahl der Objekte, die kontinuierlich auf potenzielle Kollisionen überwacht werden müssen, nochmals erheblich erhöhen. Zwar konnte sich SpaceX in regulatorischen Verfahren bislang meist durchsetzen, doch ein Satellitennetz dieser Größenordnung dürfte die Debatte über die Überlastung des LEO weiter verschärfen. Entsprechend ist damit zu rechnen, dass der FCC-Antrag auf Widerstand stößt – sowohl von Astronomen und Regulierungsbehörden als auch von potenziellen Wettbewerbern.
Quelle(n)
SpaceX (FCC)









