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SpaceX will eigene Grafikkarten für den KI-Boom entwickeln

Die künftige Terafab-Chipfabrik
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Die künftige Terafab-Chipfabrik
SpaceX prüft Berichten zufolge die Entwicklung eigener GPUs, die wahrscheinlich für KI-Workloads gedacht sind, als Teil eines umfassenderen Ausbaus der hauseigenen Recheninfrastruktur. In Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Intel und mit einer weitreichenden KI-Strategie könnte Elon Musks Raumfahrtunternehmen schon bald Giganten wie Nvidia im Wettlauf um Rechenleistung herausfordern.

SpaceX will Berichten zufolge in den GPU-Markt einsteigen, allerdings nicht so, wie es sich PC-Spieler erhoffen dürften. Das von Elon Musk geführte Unternehmen zieht diesen Schritt als Teil eines umfassenderen Ausbaus seiner KI-Infrastruktur in Betracht, während es sich auf einen möglichen Börsengang von gewaltigem Ausmaß vorbereitet.

Ein Hinweis darauf findet sich in den S-1-Unterlagen vor dem Börsengang, in denen "die Herstellung eigener GPUs" zu den erwarteten kapitalintensiven Vorhaben zählt. Zwar wird der Begriff "GPU" oft zuerst mit Gaming-Hardware verbunden, in diesem Fall sind damit aber mit hoher Wahrscheinlichkeit KI-Beschleuniger gemeint, also eher Chips nach dem Vorbild kundenspezifischer Lösungen von Google und Amazon als etwas für einen Desktop-PC.

SpaceX' möglicher Einstieg in das Chipdesign passt zu der wachsenden Rolle des Unternehmens im KI-Bereich. SpaceX ist Teil des ehrgeizigen Terafab-Projekts, eines geplanten Chip-Produktionszentrums in Texas, das große Mengen fortschrittlicher Chips für KI-Training und Inferenz herstellen soll.

Terafab ist ein Gemeinschaftsprojekt von SpaceX' xAI-Sparte und Tesla, bei dem Intel eine zentrale Rolle spielen soll. Intel dürfte den Großteil der Arbeit übernehmen, also das Design, die Fertigung und das Packaging der Chips im großen Maßstab, mit dem langfristigen Ziel, pro Jahr eine Rechenleistung von 1 TW zu erreichen.

Laut jüngsten Aussagen von Intel-CEO Lip-Bu Tan und Musk dürfte die Anlage auf Intels kommendem Intel-14A-Fertigungsprozess basieren. Dieser befindet sich zwar noch in der Entwicklung, soll aber rechtzeitig fertig sein, wenn Terafab die Produktion hochfährt.

Offen bleiben dennoch viele Fragen. Unklar ist weiterhin, wer diese kundenspezifischen GPUs tatsächlich fertigen soll. Intel wirkt wie ein naheliegender Partner, bestätigt wurde bislang aber nichts. Auch der Zeitfaktor bleibt eine Herausforderung, denn die Halbleiterbranche steht bereits stark unter Druck. Führende Auftragsfertiger wie TSMC arbeiten weitgehend an der Kapazitätsgrenze, vor allem wegen der hohen Nachfrage nach KI-Chips von Unternehmen wie Nvidia.

Auch SpaceX selbst weist in den Unterlagen auf mögliche Risiken hin. Das Unternehmen erklärt, dass mit vielen seiner Chip-Zulieferer keine langfristigen Vereinbarungen bestehen und man für einen erheblichen Teil des Rechenbedarfs weiterhin auf Hardware von Drittanbietern angewiesen sein werde. Außerdem warnt SpaceX davor, dass es keine Garantie gibt, dass Terafab seine Ziele planmäßig oder überhaupt erreichen wird.

All das geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem SpaceX sich auf einen möglichen Börsengang vorbereitet, der zu den größten aller Zeiten zählen könnte. Berichten zufolge wird dabei eine Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar angestrebt. Der Vorstoß in eigene KI-Hardware könnte die Geschichte für Investoren noch interessanter machen, erhöht wegen des Umfangs und der Komplexität dieser Pläne aber auch das Risiko.

Kurz gesagt zielt SpaceX offenbar längst auf weit mehr als nur Raketen ab. Sollten diese GPU-Pläne Realität werden, könnte das Unternehmen zu einem weiteren Tech-Schwergewicht werden, das eigene Chips entwickelt, um im KI-Wettlauf die nötige Rechenleistung bereitzustellen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > SpaceX will eigene Grafikkarten für den KI-Boom entwickeln
Autor: Andrew Sozinov, 23.04.2026 (Update: 23.04.2026)