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Musk präsentiert unrealistische Terafab-Chipfabrik: 2-nm-Fertigung für KI-Bedarf von SpaceX und Tesla

Musk präsentiert unrealistische Terafab-Chipfabrik: 2-nm-Fertigung für KI-Bedarf von SpaceX und Tesla
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SpaceX D3 Satellitenchip (Rendering).
Die Terafab wird als vertikal integrierte 2-Nanometer-Chipfabrik beworben. Sie soll jährlich eine Rechenleistung von einem Terawatt für Satelliten, Autos und Roboter produzieren. Dieser Plan zeugt jedoch von erheblicher Selbstüberschätzung, da er enorme Kapital- und Ausführungsrisiken birgt – zumal Elon Musks Erfolgsbilanz bei der Skalierung von Produktionsprozessen eher durchwachsen ist.

Elon Musk hat im Vorfeld des SpaceX-Börsengangs (IPO) ein weiteres „Moonshot“-Projekt angekündigt, während die Tesla-Aktie seit Jahresbeginn 16 % an Wert verloren hat. Er pries eine „Terafab“-Chipfabrik als das „bei weitem monumentalste Chip-Projekt der Geschichte“ an und versuchte so, die Geschicke von SpaceX und Tesla vor dem Börsengang miteinander zu verknüpfen.

Das Joint Venture zwischen Tesla, SpaceX und xAI ist darauf ausgelegt, jährlich eine Rechenleistung von einem Terawatt zu produzieren und dabei alle Phasen der Halbleiterfertigung – Logik, Speicher, Gehäusebau (Packaging) und Tests – zu konsolidieren.

Angesichts der Tatsache, dass Tesla bei seiner Chipversorgung derzeit auf TSMC und Samsung angewiesen ist, während Terafab die 2-nm-Prozesstechnologie – den derzeit fortschrittlichsten Produktionsknoten – anstrebt, steckt in Musks Ankündigung eine gehörige Portion Hybris.

TSMC hat Jahrzehnte und hunderte Milliarden Dollar investiert, um diesen Stand zu erreichen. Dabei hat das Unternehmen Wissen aufgebaut und Lieferkettenbeziehungen etabliert, die sich selbst mit den besten Absichten nicht einfach einholen lassen.

Tesla verfügt hingegen über nur sehr wenig Erfahrung in der Halbleiterfertigung und für die dafür benötigten Maschinen gibt es mehrjährige Wartelisten. Musk plant, jährlich 100 Millionen Tonnen Ausrüstung zur Solarenergiegewinnung in den Weltraum zu schicken, um KI-Satelliten zu betreiben.

Allein die Optimus-Roboter würden Chips mit einer Leistung von 100 bis 200 Gigawatt (GW) benötigen, während Satelliten-Arrays Terawatt (TW) erfordern. Das würde den Ausstoß jedes aktuellen und geplanten Chipherstellers bis 2030 zusammen übersteigen.

Auch die Rechnung für die Investitionsausgaben (Capex) ist undurchsichtig: Teslas Budget von 20 Milliarden Dollar in diesem Jahr ist das bisher größte, während das Unternehmen im Jahr 2025 weniger als 4 Milliarden Dollar Gewinn machte. Die Terafab-Anlage ist mit 25 Milliarden Dollar veranschlagt – und das noch vor den unvermeidlichen Kostenüberschreitungen, die bisher jeden „Moonshot“ von Musk begleitet haben.

Ein gutes Beispiel dafür ist Teslas 4680-Batteriezellenprogramm: Musk versprach innerhalb eines Jahres nach dem „Battery Day“ 2020 eine Produktion von 10 GWh sowie eine Kostensenkung um 50 %. In der Realität liegt Tesla jedoch nur bei etwa 2 % dieses ursprünglichen Volumenziels und die 4680-Batterie ist nach wie vor von Preis- und Leistungsproblemen geplagt, wie etwa der langsamen Ladekurve des Cybertrucks.

Die Chipproduktion ist zudem um Größenordnungen komplexer als die Batteriezellenfertigung. Ob Musk mit diesem Richtungswechsel erfolgreich sein wird, hängt also davon ab, ob er die erheblichen technischen und finanziellen Hürden der modernen Halbleiterfertigung überwinden kann.

Das ist eine Herausforderung, an der schon weitaus erfahrenere Akteure gescheitert sind. Orbitale Rechenzentren und Terafab mögen die Zukunft sein, aber es wird viele Jahre dauern, bis Musks Versprechen auch nur ansatzweise erfüllt ist.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Musk präsentiert unrealistische Terafab-Chipfabrik: 2-nm-Fertigung für KI-Bedarf von SpaceX und Tesla
Autor: Daniel Zlatev, 22.03.2026 (Update: 22.03.2026)