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Xpeng Iron: Humanoider Roboter geht als Tesla-Optimus-Jäger mit 3.000 TOPS und menschlichen Maßen in Serie

Menschliche Maße statt Roboter-Look: Der Xpeng Iron orientiert sich als humanoider Roboter beim Design am Goldenen Schnitt, um im Alltag als freundlicher Begleiter wahrgenommen zu werden (Bild: Xpeng).
Menschliche Maße statt Roboter-Look: Der Xpeng Iron orientiert sich als humanoider Roboter beim Design am Goldenen Schnitt, um im Alltag als freundlicher Begleiter wahrgenommen zu werden (Bild: Xpeng).
Vom Laborexperiment zur Serienreife: Xpengs humanoider Roboter "Iron 2.0" zeigt sich öffentlich und beeindruckt mit 3.000 TOPS Rechenleistung. Ein neues Video enthüllt jetzt kuriose Entwicklungsdetails: Warum ein billiges Spielzeug den Durchbruch bei den Muskeln brachte und wieso der Roboter streng nach dem Goldenen Schnitt geformt ist.

Nur wenige Tage, nachdem wir darüber berichteten, wie der Xpeng Iron als China-Roboter Tesla Optimus jagt, macht der Hersteller ernst. Xpeng holt seinen humanoiden Roboter aus dem Labor und schickt ihn in den öffentlichen Raum eines Einkaufszentrums in Shenzhen. Neben dem Beweis der Praxistauglichkeit überrascht vor allem die Ankündigung der Serienfertigung noch in diesem Jahr und ein ungewöhnlicher Einblick in die Design-Philosophie.

Technisch rüstet der "Next-Gen Iron" massiv auf. Das Herzstück bildet eine Recheneinheit mit drei proprietären "Turing"-AI-Chips, die laut Hersteller eine Rechenleistung von 3.000 TOPS (Trillion Operations Per Second) erreichen. Dieser extrem hohe Wert ist notwendig, um die komplexen KI-Modelle für Sehen, Sprache und Handeln (Vision-Language-Action, VLA) in Echtzeit zu synchronisieren. Zum Vergleich: Moderne PC-Hardware erreicht oft nur einen Bruchteil dieser spezialisierten AI-Performance.

Doch wie schafft es eine Maschine aus Metall, sich natürlich zu bewegen? Ein neues "Behind the Scenes"-Video von Xpeng lüftet dieses Geheimnis mit einer kuriosen Anekdote. Die Ingenieure scheiterten zunächst mit Materialien wie Silikon oder Schwämmen, um menschliche Muskeln nachzuahmen. Die Lösung fand sich zufällig auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters: Ein einfaches Gitter-Spielzeug ("Lattice Toy"); vergleichbar mit einem elastischen Stressball in offener Wabenstruktur. Dessen Struktur war flexibel genug, um sich wie ein Muskel zusammenzuziehen und wieder zu entspannen, bot aber gleichzeitig Stabilität. Diese Struktur wurde adaptiert und bildet nun als "muskelartiges Gitter" die Schicht zwischen Skelett und Haut.

Auch bei den Proportionen überlässt Xpeng nichts dem Zufall. Das Design orientiert sich am "Vitruvianischen Menschen", Leonardo da Vincis berühmter Studie idealer menschlicher Körperproportionen. Besonders die Hüftpartie wurde streng nach dem Goldenen Schnitt konstruiert, um den "Uncanny Valley"-Effekt zu vermeiden. Gemeint ist damit jenes unbehagliche Gruselgefühl, das bei Menschen entsteht, wenn ein Roboter zwar fast echt, aber in winzigen Details doch "falsch" wirkt. Die Haut selbst ist dabei keine lose Hülle, sondern fest mit der Gitterstruktur verbunden, sodass sie sich bei Bewegung organisch mitdehnt.

Hier die technischen Daten des Xpeng Iron NextGen Roboters:

Technische Daten Xpeng Iron: Specs des humanoiden Roboters MY2026 (Tabelle, Daten: Xpeng).
ⓘ Xpeng
Technische Daten Xpeng Iron: Specs des humanoiden Roboters MY2026 (Tabelle, Daten: Xpeng).

Für die Serienversion plant Xpeng den Iron in zwei Varianten: einer männlichen und einer weiblichen Ausführung. Während Größe (173 cm) und Schulterbreite (47 cm) identisch sind, unterscheiden sich die Modelle im Design der Hülle. Die weibliche Version wird mit einem Taillenumfang von 63 cm spezifiziert, das männliche Pendant kommt auf 72,5 cm. Mit 82 Freiheitsgraden (Gelenken) und einem Gewicht von 65 Kilogramm soll der Iron noch 2026 in die Massenproduktion gehen und damit Teslas "Optimus" direkt herausfordern.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > Xpeng Iron: Humanoider Roboter geht als Tesla-Optimus-Jäger mit 3.000 TOPS und menschlichen Maßen in Serie
Autor: Ronald Matta,  5.02.2026 (Update:  5.02.2026)