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Xpeng Iron: China-Roboter jagt Tesla Optimus mit bionischer Wirbelsäule und Feststoffbatterie

Blick unter die Hülle: Die bionische Wirbelsäule und die muskelartigen Gitterstrukturen ermöglichen dem Iron eine enorme Bewegungsfreiheit (Bild: Xpeng).
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Blick unter die Hülle: Die bionische Wirbelsäule und die muskelartigen Gitterstrukturen ermöglichen dem Iron eine enorme Bewegungsfreiheit (Bild: Xpeng).
Der Autobauer Xpeng will bei humanoiden Robotern an Tesla vorbeiziehen. Nach Fake-Vorwürfen bei der ersten Präsentation liefert CEO He Xiaopeng nun die technischen Beweise: Der "Iron" nutzt eine bionische Wirbelsäule und neuartige Muskel-Strukturen. Dazu kommt ein technisches Detail, das Tesla unter Druck setzt: eine Feststoffbatterie.

Als Xpeng seinen humanoiden Roboter "Iron" Ende 2025 erstmals auf die Bühne schickte, war die Skepsis groß. Der Gang wirkte so flüssig und menschlich, dass viele Zuschauer einen Schauspieler im Kostüm vermuteten. Der CEO musste das Publikum sogar davon überzeugen, indem er den Humanoiden teilweise demontieren ließ. Während diese ersten Details bereits im November 2025 für Aufsehen sorgten, legte He Xiaopeng nun auf X mit einem technischen Deep-Dive nach. Das Ziel: Die Verschmelzung von Biomechanik und Ingenieurswesen zu beweisen, damit Maschinen "weniger wie Werkzeuge" wirken.

Der zentrale Unterschied zur Konkurrenz liegt im Aufbau. Während die meisten Roboter auf starre Gelenke und Motoren setzen, geht Xpeng den Weg der Biomimikry. Der 1,78 Meter große und 70 Kilogramm schwere Iron nutzt eine "muskelartige Gitterstruktur" (Muscle-like Lattice Structure), die über dem Metallskelett liegt. Diese Struktur ist flexibel und dynamisch, was laut den Ingenieuren völlig neue Herausforderungen an die Steuerung stellt.

Wie leistungsfähig die hauseigenen KI-Modelle bereits sind, zeigt eine aktuelle Demonstration: Der Iron lernte eine komplexe Tanzeinlage durch die reine Beobachtung menschlicher Tänzer in nur zwei Stunden. Zuvor benötigten die Ingenieure für vergleichbare Bewegungsabläufe mittels klassischem "Reinforcement Learning" noch etwa zwei Wochen. Diese massive Zeitersparnis verdeutlicht den Fortschritt bei der Integration von Bewegungsdaten in die Roboter-KI.

Statt einfacher Rotationsgelenke in der Hüfte verbaut Xpeng eine bionische Wirbelsäule. Sie ermöglicht komplexe Bewegungen wie das Verdrehen des Oberkörpers oder ein natürliches Schulterzucken. Insgesamt sorgen 62 Gelenke - davon allein 22 in den Händen - für die Beweglichkeit. Ein echtes Ausrufezeichen setzt Xpeng beim Energiespeicher: Der Iron soll als erster seiner Art eine Feststoffbatterie nutzen. Diese Technologie gilt als sicherer und energiedichter als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus.

Gesteuert wird das System von einer proprietären KI-Architektur ("Turing"-Chip), die mehrere Modelle (VLT, VLA, VLM) parallel verarbeitet, um Sehen, Sprachverstehen und Handeln in Echtzeit zu koppeln. Laut He Xiaopeng wurde das Framework so entwickelt, dass es die menschliche Skelettgeometrie exakt nachahmt, um eine "nahtlose Integration von Biomechanik und Technik" zu erreichen. Das Ziel ist eine Maschine, die sich nicht wie ein Werkzeug, sondern wie ein Gefährte anfühlt - inklusive weicher Haut für eine angenehme Haptik.

In den sozialen Netzwerken sorgt die neue Detail-Präsentation für gespaltene Reaktionen. Während viele Nutzer die fast perfekte menschliche Motorik loben, ziehen andere Vergleiche zur Sci-Fi-Serie "Westworld" oder kritisieren den Roboter als "Tesla Knockoff". Auch die Frage nach dem praktischen Nutzen bleibt vorerst offen. Während Tesla bereits zeigt, wie der Optimus Akkus sortiert, plant Xpeng den Start der Serienproduktion erst für Ende 2026. Bis dahin muss der Iron beweisen, dass er mehr ist als nur ein gut laufendes Show-Objekt.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > Xpeng Iron: China-Roboter jagt Tesla Optimus mit bionischer Wirbelsäule und Feststoffbatterie
Autor: Ronald Matta,  2.02.2026 (Update:  2.02.2026)