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Ersatz von Arbeitskräften durch humanoide Atlas-Roboter aufgrund hoher Kosten womöglich unwirtschaftlich

Der humanoide Roboter Atlas, der für den Einsatz in den Hyundai-Werken vorgesehen ist. (Bildquelle: Boston Dynamics)
Der humanoide Roboter Atlas, der für den Einsatz in den Hyundai-Werken vorgesehen ist. (Bildquelle: Boston Dynamics)
Die Vision, humanoide Atlas-Roboter von Boston Dynamics in der Autoproduktion einzusetzen, scheitert bislang an der Realität: Im Vergleich zu menschlichen Arbeitern sind die Kosten zu hoch. Auch Tesla hält einen Preis von 30.000 US-Dollar (etwa 25.000 Euro) für den Optimus nur dann für realistisch, wenn dieser in Millionenstückzahl gefertigt wird.

Elon Musk hat offiziell erklärt, dass der Tesla Optimus bei einer Serienproduktion zwischen 20.000 und 30.000 US-Dollar (etwa 17.000 bis 25.000 Euro) kosten wird. Andere Hersteller humanoider Roboter mit mehr Fertigungserfahrung setzen jedoch ein großes Fragezeichen hinter diese Zahl. Zugegeben, Musk schränkte ein, dass dieser Preis nur realisierbar sei, wenn der Roboter ähnlich wie Autos in zweistelliger Millionenhöhe produziert wird.

Doch aufgrund des ständig wachsenden Wettbewerbs – unter anderem durch Boston Dynamics – könnte Optimus dieses Stadium niemals erreichen. Während der humanoide Roboter „Atlas“ von Boston Dynamics Rückwärtssaltos aus dem Stand vollführen kann und für mehr Autonomie seine Batterie selbstständig wechselt, kostet das neueste Modell in der Herstellung Berichten zufolge stolze 300.000 US-Dollar (etwa 250.000 Euro).

Die Muttergesellschaft von Boston Dynamics, Hyundai, plant, diese Kosten durch den Einsatz günstigerer Aktoren in der Montage deutlich zu senken. Bis zum Jahr 2030, wenn 30.000 Atlas-Roboter in Fabriken zum Einsatz kommen sollen, könnten die Stückkosten auf 130.000 US-Dollar (etwa 108.000 Euro) sinken. Analysten geben jedoch zu bedenken, dass dies immer noch zu teuer ist, um eine Fachkraft wirtschaftlich zu ersetzen.

Aktuell kämpfen humanoide Roboter noch mit Gleichgewichtsproblemen, überhitzenden Gelenken, begrenzter Autonomie und unpräziser Objekthandhabung – Probleme, die Menschen nicht haben. Damit ein Roboter einen Arbeiter bei mehr als nur den einfachsten Aufgaben ersetzen kann, muss er billig und langlebig sein – zwei Anforderungen, die nur schwer unter einen Hut zu bringen sind.

Um die Serienfertigung rentabel zu machen, will Hyundai den Preis für Gelenkgetriebe und Aktoren, die über die Hälfte der Kosten des Atlas-Roboters ausmachen, bis 2030 um 70 % senken. Komponenten zu einem Bruchteil der Kosten bei gleichbleibender oder gar höherer Haltbarkeit zu fertigen, bleibt jedoch eine Herausforderung. Zudem würde das Ergebnis ein Roboter für mindestens 130.000 US-Dollar sein, der womöglich immer noch nicht die Flexibilität und Produktivität eines menschlichen Arbeiters erreicht.

Da Hyundai den Einsatz der Atlas-Roboter zunächst nur in den eigenen Werken plant, stellt auch die Skalierung ein Problem dar. Tesla hingegen entwickelt den Optimus als Allzweckroboter für einen Marktstart im Jahr 2027. Das Unternehmen ist jedoch ebenfalls nicht immun gegen die genannten Verschleißprobleme – und Elon Musk ist berüchtigt dafür, zu viel zu versprechen und zu wenig zu liefern.

Es bleibt abzuwarten, was Optimus leisten kann und vor allem zu welchem Preis – besonders im Vergleich zur jüngsten Welle erschwinglicher und leistungsfähiger Roboter aus China, wie dem XPeng Iron, der bereits in Serie gefertigt wird. China dominiert den Markt derzeit mit über 400 Millionen US-Dollar (etwa 335 Millionen Euro) Umsatz im Jahr 2025 und mehr als 18.000 ausgelieferten Einheiten. Zudem plant das Land, Tesla im Weltraum zuvorzukommen: Der PM01-Roboter von Engine AI soll der erste humanoide Astronaut werden.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Ersatz von Arbeitskräften durch humanoide Atlas-Roboter aufgrund hoher Kosten womöglich unwirtschaftlich
Autor: Daniel Zlatev, 27.01.2026 (Update: 27.01.2026)