Passend zum Produktionsjubiläum gibt es auch Lorbeeren von unabhängiger Seite. Das Center of Automotive Management (CAM) hat Xpeng in seiner neuen CCI-Studie als weltweit innovativsten Automobilkonzern im Bereich autonomes Fahren und ADAS ausgezeichnet. Mit 65,6 Innovationspunkten führen die Chinesen das Ranking klar an und verweisen die Konkurrenz aus Europa und den USA auf die Plätze. Das unterstreicht, wie stark die Chinesen die etablierten Marken inzwischen mit Hightech unter Druck setzen.
Während die deutsche Autobranche hierzulande durch die Politik mit einer Rolle rückwärts, etwa durch das Kippen des Verbrenner-Aus durch Kanzler Merz, vor den technologisch führenden Marken aus Fernost geschützt werden soll, schafft Xpeng Fakten. Brauchte der Hersteller für seine ersten 500.000 Einheiten noch mehrere Jahre, so gelang die zweite halbe Million in nur 14 Monaten. Jetzt wird gefeiert: 1 Million produzierte Elektroautos. Das Jubiläumsmodell ist ein silberner Xpeng X9, ein futuristischer Familien-Van, der in Deutschland noch nicht erhältlich ist.
Das Wachstum ist rasant. In den ersten 11 Monaten im Jahr 2025 lieferte Xpeng fast 392.000 E-Autos aus. Das entspricht einem Plus von satten 156 Prozent. Allein im November waren es knapp 37.000 Elektroautos (BEV). Aber auch bei Xpeng ist nicht alles Gold, was glänzt. Trotz steigender Umsätze arbeitet das Unternehmen laut Finanzdaten noch nicht profitabel. Zudem gab es kürzlich einen Rückruf beim Modell P7+ wegen Problemen mit der Servolenkung. Dennoch bleibt der Kurs auf Expansion gepolt. Mittlerweile ist die Marke in 60 Ländern aktiv, darunter 25 europäische Märkte.
Auch in Deutschland drückt Xpeng aufs Gaspedal und punktet mit technischen Daten, die aufhorchen lassen. Die hierzulande verfügbaren Modelle, das SUV-Coupé G6 und das Flaggschiff G9, setzen auf eine 800-Volt-Architektur, die zum Modelljahr 2025 nochmals aufgewertet wird. Serienmäßig verbaut der Hersteller dann eine 5C-LFP-Hochvoltbatterie. Der Clou ist die Zellchemie. Dieser Lithium-Eisenphosphat-Akku kommt ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus, bietet aber trotzdem Leistung satt.
Konkret steigt die Ladeleistung auf bis zu 451 kW beim G6 und brachiale 525 kW beim G9. In der Praxis bedeutet das extrem kurze Stopps an der Ladesäule. Der Akku soll in nur 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt sein. Da kann aktuell kaum ein Autobauer aus der etablierten Riege mithalten und Xpeng adressiert damit außerdem einen der größten Kritikpunkte an der E-Mobilität: nämlich die lange Ladedauer.
Auch das Produktportfolio wächst weiter. Im kommenden Jahr soll die sportliche Limousine P7+ nach Deutschland kommen und die Palette ergänzen. CEO He Xiaopeng betonte bei der Schlüsselübergabe des Jubiläumsautos, dass man Physik und KI kombinieren wolle. Xpeng sieht sich längst nicht mehr nur als Autobauer, sondern entwickelt auch Roboter wie den Iron, Fluggeräte und eigene Chips. Mit VW hat man zudem einen prominenten Partner an Bord, der fünf Prozent der Anteile hält.



























