Die Daten der ACEA für Oktober 2025 zeichnen das Bild einer Branche im kompletten Umbruch. Der Gesamtmarkt rettet sich zwar auf ein leichtes Plus von 1,9 Prozent, aber der Blick auf die Hersteller zeigt Gewinner und Verlierer. Der europäische Autoverband liefert Zahlen für die gesamte Region inklusive UK und EFTA. Die Statistik ist brutal. Sie zeigt schonungslos, wer Marktanteile frisst und wer Federn lässt. Der prominenteste Verlierer heißt Tesla. Die Amerikaner mussten im Oktober einen Absatz-Einbruch von fast 50 Prozent verkraften.
Die nackten Zahlen machen das Ausmaß deutlich. Im Oktober 2024 brachte Tesla in der Region noch über 13.500 Autos auf die Straße. Ein Jahr später sind es nur noch knapp 7.000 Stück. Das ist ein Minus von satten 48,5 Prozent in einem einzigen Monat. Auch das Gesamtjahr läuft nicht rund. In den ersten zehn Monaten 2025 sanken die Tesla-Zulassungen in Europa um fast 30 Prozent auf gut 180.000 Fahrzeuge. Der einstige Pionier der Elektromobilität wird von der Realität eingeholt.
Ganz anders sieht die Welt bei den Herausforderern aus China aus. BYD feiert. Der Absatz schoss im Oktober europaweit um über 200 Prozent nach oben auf rund elektrifizierte 17.500 Fahrzeuge. Damit hat BYD in diesem Monat mehr als doppelt so viele Autos verkauft wie Tesla. Auch auf Jahressicht liegen die Chinesen mit einem Plus von 285 Prozent und fast 140.000 Autos mittlerweile in Schlagdistanz. Auch SAIC Motor legte im Oktober um knapp 36 Prozent zu und verkaufte fast 24.000 Autos.
Bei den Antrieben muss man genau hinsehen. Der klassische Hybrid ohne Stecker (HEV) ist der Boss. Mit einem Marktanteil von 34,6 Prozent sind diese Teilzeit-Stromer die beliebteste Antriebsart in der EU, noch vor dem reinen Benziner. Dazu kommen die Plug-in-Hybride (PHEV), die ebenfalls stark wachsen und mittlerweile 9,1 Prozent des Marktes ausmachen. Zusammen dominieren diese Mischantriebe fast die Hälfte des Marktes. Reine Benziner und Diesel sind dagegen auf dem Rückzug. Ihr gemeinsamer Marktanteil schrumpfte auf nur noch 36,6 Prozent. Besonders der Diesel stirbt einen schnellen Tod. Die Zulassungen für Selbstzünder brachen im Oktober in der Gesamtregion um knapp 22 Prozent ein.
An der Spitze der Nahrungskette bei den Autoherstellern steht in Europa unangefochten der Volkswagen-Konzern. Die Wolfsburger sind mit Abstand die Nummer 1 in Europa. Im Oktober verkaufte die Volkswagen-Gruppe über 308.000 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von satten 28,3 Prozent entspricht. Verfolger Stellantis liegt mit 14,4 Prozent weit abgeschlagen auf Rang zwei. Innerhalb des Volkswagen-Imperiums glänzte vor allem Skoda mit einem Plus von fast 10 Prozent und verkaufte über 78.000 Autos. Auch Cupra legte mit über 26 Prozent stark zu. Porsche hingegen musste ein Minus von rund 26 Prozent verkraften.
Der Markt für reine Elektroautos (BEV) wächst zwar wieder, aber er bleibt ein Sorgenkind. Mit 16,4 Prozent Marktanteil im bisherigen Jahresverlauf liegt die E-Mobilität in der EU noch immer unter den Erwartungen. Immerhin gab es im Oktober einen Lichtblick mit einem Zuwachs von knapp 33 Prozent bei den BEV-Zulassungen in der Gesamtregion. Das reicht aber noch lange nicht, um die Transformation hin zu Stromern als Erfolg zu verbuchen. Die Gewinner der aktuellen Marktphase heißen eindeutig Volkswagen, Hybrid und China.



























