Xpeng Autopilot-Revolution VLA 2.0: VW lässt China-KI ans Steuer

Der Kern des neuen VLA 2.0-Systems ist ein absoluter Paradigmenwechsel in der Software-Architektur. Xpeng verabschiedet sich von klassischen, regelbasierten Programmierungen und wechselt auf eine reine End-to-End-Lösung. Das bedeutet im Klartext: Die künstliche Intelligenz übersetzt die visuellen Eindrücke der Kameras nicht mehr über komplexe Zwischenebenen in Code, sondern wandelt das Gesehene direkt in Lenk- und Bremsbefehle um. Das System agiert damit ähnlich intuitiv wie Teslas aktuelle FSD-Software.
Der Vorteil dieser Architektur ist immens. Während deutsche Premium-Hersteller wie Mercedes oder BMW bei ihren Level-3-Systemen stark auf millimetergenaue HD-Karten und starre Einsatzgebiete angewiesen sind, fährt Xpengs KI auf Sicht. Laut Hersteller reduziert das die Abhängigkeit von Kartendaten drastisch. In frühen Tests im dichten Stadtverkehr soll das System eine um 23 Prozent verbesserte Fahreffizienz bewiesen haben. Selbst unbefestigte Schotterwege oder nicht kartierte Baustellen stellen für die Software kein Hindernis mehr dar.

Dass dieser technologische Durchbruch funktioniert, beweist der erste kommerzielle Partner. Volkswagen, der mit seiner eigenen Softwaresparte Cariad in der Vergangenheit massiv ins Straucheln geriet, wird VLA 2.0 als erster Kunde im chinesischen Markt einsetzen. Für die Wolfsburger ist dieser Schritt ein überlebenswichtiger Reflex, um auf dem hart umkämpften asiatischen Markt gegen die technologisch hochgerüstete lokale Konkurrenz bestehen zu können.
Für Europa steht der Fahrplan ebenfalls fest. Xpeng plant die weltweite Einführung der End-to-End-Architektur für das Jahr 2027. Das System soll dann auch kontinuierliche Spurwechsel und komplexe Fahrmanöver unterstützen, sofern die lokalen Behörden - passend zur anstehenden UN-Regelung Nr. 171 DCAS (Driver Control Assistance Systems) - rechtzeitig grünes Licht geben. Erste Testfahrten zur Validierung auf europäischen Straßen starten zeitnah.
Wie aggressiv dieser Zeitplan ist, macht He Xiaopeng, Vorsitzender und CEO von Xpeng, deutlich:
"Die VLA 2.0 von Xpeng ist die erste Version, die konsequent auf vollständig autonomes Fahren ausgelegt ist und in beispiellosem Tempo weiterentwickelt wird. Wir sind überzeugt, dass vollständige Autonomie innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre Realität werden kann und autonomes Fahren zu einem natürlichen Bestandteil des Alltags wird."
Um die Wartezeit bis zu dieser Vision im Jahr 2027 zu überbrücken, verteilt Xpeng ab März 2026 das Over-the-Air-Update XOS 5.8.7 an bestehende Fahrzeuge in Europa. Das Software-Paket bringt handfeste Verbesserungen für den Alltag. Der adaptive Tempomat wurde optimiert, die Spurhaltefunktion soll weniger am Lenkrad ruckeln, und die Anbindung via Apple CarPlay sowie Android Auto läuft laut Hersteller nun deutlich stabiler.










