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Angriff auf den Strommarkt: Volkswagen wird mit Mega-Akku in Salzgitter zum Energiekonzern

Volkswagen baut sein neues Energiegeschäft aus und nimmt in Salzgitter einen 40 Megawattstunden großen Batteriespeicher für den direkten Stromhandel ans Netz.
ⓘ Volkswagen/Elli
Volkswagen baut sein neues Energiegeschäft aus und nimmt in Salzgitter einen 40 Megawattstunden großen Batteriespeicher für den direkten Stromhandel ans Netz.
Volkswagen baut sein Revier jenseits der reinen Autoproduktion massiv aus. Die Konzerntochter Elli drängt jetzt offiziell in den Stromhandel. Als physikalisches Rückgrat dient ein brandneues PowerCenter in Niedersachsen. Der gigantische Akku soll das Stromnetz stabilisieren und überschüssige Windenergie für Flauten bunkern.

Der Wandel vom reinen Autobauer zum umfassenden Energiekonzern nimmt bei Volkswagen konkrete physische Formen an. Nach einer monatelangen Bauphase hat die konzerneigene Energietochter Elli in Salzgitter nun ihren ersten industriellen Großspeicher scharfgeschaltet. Die Anlage liefert rund 20 Megawatt Leistung bei einer enormen Kapazität von 40 Megawattstunden. Mit diesem PowerCenter betritt VW operatives Neuland. Das Unternehmen mischt ab sofort aktiv auf dem europäischen Strommarkt mit. Die Leistungstests für den algorithmischen Handel an der Strombörse EPEX laufen bereits auf Hochtouren.

Für das Projekt greifen die Wolfsburger tief in den eigenen Technologiebaukasten. Die Speichermodule stammen direkt von der Batterietochter PowerCo. Dabei kommt exakt jenes Einheitszellen-Format zum Einsatz, das eigentlich für kommende Elektroautos entwickelt wurde. PowerCo liefert diese Zellen hier zum allerersten Mal für eine stationäre Industrieanwendung aus. Am Standort Salzgitter schließt sich damit ein lokaler Kreislauf. Die Kette reicht von der reinen Zellfertigung über den gigantischen Speicher bis hin zur direkten Vermarktung der Kilowattstunden durch das Elli-Team.

Von links nach rechts: Giovanni Palazzo (CEO, Elli), Thomas Schmall (Member of the Board of Management, Volkswagen Group, Technology), Oliver Blume (CEO Volkswagen AG), Mark Möller (CTO Elli), Frank Blome (CEO, PowerCo SE), Thomas Lehnert (Head of Business Unit Energy Storage Systems, PowerCo SE)
ⓘ Volkswagen/Elli
Von links nach rechts: Giovanni Palazzo (CEO, Elli), Thomas Schmall (Member of the Board of Management, Volkswagen Group, Technology), Oliver Blume (CEO Volkswagen AG), Mark Möller (CTO Elli), Frank Blome (CEO, PowerCo SE), Thomas Lehnert (Head of Business Unit Energy Storage Systems, PowerCo SE)

Das Geschäftsmodell dahinter ist denkbar logisch. Das virtuelle Kraftwerk kauft überschüssigen Grünstrom aus dem Netz, wenn die Preise im Keller sind. Herrscht Flaute bei Wind und Sonne, speist der Akku die Energie wieder ein. Die Algorithmen des Trading-Teams optimieren diese Zyklen rund um die Uhr. VW-Konzernchef Oliver Blume sieht in genau dieser Flexibilität ein gigantisches strategisches Wachstumsfeld für die kommenden Jahre.

Gleichzeitig löst der Autobauer damit ein infrastrukturelles Grundproblem der Elektromobilität. Millionen neuer E-Autos erfordern zwingend extrem stabile Stromnetze. Elli-Chef Giovanni Palazzo will sein Unternehmen deshalb konsequent vom simplen Ladekartenanbieter zu einem intelligenten Energiemanager umbauen. Das aktuelle PowerCenter in Salzgitter ist dabei nur der Startschuss. Weitere Speicherprojekte dieser Größenordnung sind in den Schubladen der Konzernstrategen bereits fest eingeplant.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Angriff auf den Strommarkt: Volkswagen wird mit Mega-Akku in Salzgitter zum Energiekonzern
Autor: Ronald Matta,  9.03.2026 (Update:  9.03.2026)