Schlammschlacht bei Tesla: IG Metall verliert Wahl und wettert über Toiletten-Propaganda

Die nackten Zahlen der Betriebsratswahl bei Tesla sind für die Arbeitnehmervertreter ein herber Rückschlag. Die IG Metall sicherte sich lediglich 13 der insgesamt 37 Sitze im neuen Gremium. Damit bleibt die Mehrheit in dem brandenburgischen Werk fest in der Hand von nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern. Im vorherigen Betriebsrat stellte die IG Metall noch 16 von 39 Sitzen, was faktisch einen klaren Verlust an Repräsentation bedeutet.
Die Reaktion der Gewerkschaftsspitze fällt entsprechend scharf aus. Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, spricht von einem "schmutzig geführten Wahlkampf" der Arbeitgeberseite und fordert ein hartes gesetzliches Vorgehen gegen sogenanntes "Union Busting". Wie massiv Tesla offenbar gegen die Gewerkschaft vorgegangen ist, enthüllt Jan Otto, Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen. Laut seinen Aussagen nutzte das Management alle Kanäle zur massiven Beeinflussung der 10.703 Beschäftigten. Das reiche von Einzelgesprächen mit Vorgesetzten, bis hin zur Dauerbeschallung über das Werksradio auf den Toiletten.
Der absolute Tiefpunkt war laut der Gewerkschaft jedoch eine direkte Drohung: Die Geschäftsführung und CEO Elon Musk persönlich hätten angekündigt, bei einem Wahlsieg der IG Metall sämtliche Investitionen in den Standort Grünheide einzustellen. Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen:
"… Nie zuvor habe ich als Gewerkschafter ein Management erlebt, das mit all seiner Macht derart eine Betriebsratswahl zu beeinflussen versucht wie die Tesla."
Diese Vorwürfe passen in das Bild der vergangenen Wochen, in denen der Konflikt zunehmend eskalierte. Erst im Februar warf Tesla einem IG-Metall-Gewerkschafter vor, eine Betriebsratssitzung heimlich aufgezeichnet zu haben, und erstattete kurzerhand Strafanzeige.
Das Wahlergebnis zementiert Teslas Sonderrolle in der deutschen Automobilindustrie. Während die IG Metall die Betriebsräte bei Traditionskonzernen wie Volkswagen, BMW und Mercedes fast nach Belieben dominiert, beißt sie sich an dem US-Elektrobauer weiterhin die Zähne aus. Elon Musks harter Anti-Gewerkschafts-Kurs hat in Grünheide vorerst gesiegt.












