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EU-Verbrenner-Verbot: Mercedes-Chef Källenius warnt vor Kollaps des Automarkts

Die europäische Autoindustrie schlägt massiv Alarm: Der Automarkt in Europa steuere bei striktem Verbrenner-Verbot auf einen Kollaps zu.
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Die europäische Autoindustrie schlägt massiv Alarm: Der Automarkt in Europa steuere bei striktem Verbrenner-Verbot auf einen Kollaps zu.
Die europäische Autoindustrie schlägt massiv Alarm. Mercedes-Benz-Boss Ola Källenius findet deutliche Worte. Der Automarkt in Europa steuere auf einen Kollaps zu, wenn die EU an ihrem strikten Verbrenner-Verbot festhält. Die Industrie verlangt nun dringend mehr Zeit und weichere CO2-Vorgaben, um Milliardenstrafen zu umgehen.

Es brodelt gewaltig bei den europäischen Autobauern. Über das Sprachrohr ihres Dachverbands ACEA blasen die Konzerne jetzt zur offenen Attacke gegen Brüssel. Ein komplettes Aus für neue Autos mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035 gilt intern längst als völlig realitätsfern. Die klare Forderung lautet daher: Runter mit den Zielen. Statt einer hundertprozentigen Emissionsreduzierung will die Branche die Messlatte auf 90 Prozent absenken. Mercedes-Benz-Boss Ola Källenius bringt dieses Manöver treffend auf den Punkt. 90 Prozent dürfen nicht einfach nur versteckte 100 Prozent sein, so der Manager.

Hintergrund der scharfen Warnung ist eine ernüchternde Marktrealität. Ohne eine deutliche Korrektur am Automotive Package der EU drohe ein Kollaps des Neuwagenmarkts. Källenius warnte auf dem Treffen des ACEA-Vorstands vor einem massiven Verlust der europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Klimaziele und wirtschaftliche Realität müssten dringend besser synchronisiert werden. Zwar begrüßt der Verband die im Dezember vorgeschlagenen Flexibilitäten. Die Industrie hält diese jedoch für völlig unzureichend, um die Transformation in der echten Welt zu stemmen.

Der Branche droht bereits für das Jahr 2030 ein finanzielles Fiasko. Wenn sich der europäische Absatz von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) in den kommenden vier Jahren nicht verdreifacht, winken den Herstellern erdrückende Strafzahlungen. Um dieses Szenario abzuwenden, fordert der ACEA eine Ausweitung der Berechnungszeiträume für die CO2-Ziele von drei auf fünf Jahre. Dies soll den Zeitraum von 2028 bis 2032 abdecken und mehr Puffer für stark schwankende Verkaufszahlen schaffen.

Noch dramatischer stellt sich die Lage bei den leichten Nutzfahrzeugen dar. Der Markt für Transporter ist insgesamt rückläufig, während der Anteil von Elektroantrieben und Plug-in-Hybriden gerade einmal bei gut elf Prozent liegt. Der Diesel dominiert dieses Segment weiterhin mit einem erdrückenden Marktanteil von über 80 Prozent. Die Hersteller fordern daher für Transporter deutlich laxere Vorgaben: lediglich 35 Prozent CO2-Reduktion bis 2030 und maximal 80 Prozent bis zum Jahr 2035.

Die aktuellen Prognosen untermauern die fundamentale Skepsis der Autobauer. Im Januar 2026 sanken die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union um 3,9 Prozent. Zwar erreichten reine Elektroautos einen Marktanteil von 19,3 Prozent, doch die langfristigen Erwartungen sind massiv eingebrochen. Noch im Herbst 2024 gingen Analysten von einem BEV-Marktanteil von 69 Prozent für 2030 aus. Mittlerweile rechnen die Experten für das Ende des Jahrzehnts nur noch mit mageren 37,9 Prozent.

Auch geplante gesetzliche Vorhaben der EU-Kommission wie der Industrial Accelerator Act oder die Vorgaben für Unternehmensflotten ernten scharfe Kritik. Der ACEA bemängelt, dass Brüssel hier primär auf Zwang statt auf echte Kaufanreize setze. Sollten diese Regelungen lediglich neue Kosten und Bürokratie verursachen, drohe ein weiterer Einbruch des Gesamtmarktes durch zwangsläufig steigende Fahrzeugpreise.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > EU-Verbrenner-Verbot: Mercedes-Chef Källenius warnt vor Kollaps des Automarkts
Autor: Ronald Matta,  6.03.2026 (Update:  6.03.2026)