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E-Auto-Realitätscheck: Europas Norden fährt davon - Deutschland steckt noch im Verbrenner-Zeitalter

Neuer BMW iX3 50 xDrive: Der Topseller auf der Elektroauto-Plattform Neue Klasse ist schon fast ausverkauft. Das Interesse der BMW-Kunden am neuen Stromer aus Bayern ist gewaltig (Bild: BMW).
Neuer BMW iX3 50 xDrive: Der Topseller auf der Elektroauto-Plattform Neue Klasse ist schon fast ausverkauft. Das Interesse der BMW-Kunden am neuen Stromer aus Bayern ist gewaltig (Bild: BMW).
Die Diskussionen um E-Auto-Prämien und wachsende Zulassungszahlen dominieren die Schlagzeilen. Doch ein Blick auf die nackten Tatsachen zeigt: Auf dem Asphalt ist die Verkehrswende in weiten Teilen Europas noch gar nicht angekommen. Der neue ACEA-Report "Vehicles on European Roads 2026" liefert die harte Bestandsaufnahme. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Während wir über zweistellige Marktanteile bei Neuwagen jubeln, sieht die Realität im Rückspiegel anders aus: es ist eine ernüchternde "2-Prozent-Wahrheit". Von den fast 256 Millionen Pkw auf den Straßen der EU sind gerade einmal 2,3 Prozent rein elektrisch (BEV). Selbst inklusive Plug-in-Hybriden (1,4 Prozent) fährt die absolute Mehrheit der EU-Bürger (über 96 Prozent) weiterhin rein fossile Verbrenner.

Zwei-Klassen-Gesellschaft in Europa

Der Report offenbart eine tiefe Spaltung des Kontinents. Während sich Mitteleuropa nur im Schneckentempo wandelt, sind die nordischen Länder bereits Jahrzehnte voraus.

Die Ausnahme: In Norwegen ist bereits mehr als jedes vierte Auto auf der Straße (über 25 Prozent) ein reines Elektroauto.

ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars on Roads EU (Charts: ACEA).
ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars on Roads EU (Charts: ACEA).
ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars by Power Source EU (Charts: ACEA).
ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars by Power Source EU (Charts: ACEA).

Der EU-Spitzenreiter: Dänemark führt das EU-Ranking mit 12,1 Prozent E-Auto-Bestand an.

Das breite Mittelfeld: Besonders bitter für die großen Autonationen: Lediglich sechs EU-Länder schaffen es überhaupt über die 4-Prozent-Hürde beim E-Anteil. Das bedeutet im Umkehrschluss: Automobil-Schwergewichte wie Deutschland und Frankreich liegen mit ihren gigantischen Bestandsflotten noch deutlich unter dieser Marke. Sie bewegen eine träge Masse an Altfahrzeugen, die sich nur extrem langsam "grün" färbt.

Das Altersproblem: Wir fahren unsere Autos immer länger

Ein Hauptgrund für diese Trägheit: Wir trennen uns immer später von unseren Verbrennern. Das Durchschnittsalter der Pkw in der EU ist auf 12,7 Jahre gestiegen. Die Extreme zeigen sich auch hier deutlich. In Luxemburg sind die Autos mit 8,2 Jahren am jüngsten - der Austausch findet also schneller statt. In Griechenland hingegen ist die Flotte im Schnitt veraltete 17,8 Jahre alt.

ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars by Age EU (Charts: ACEA).
ACEA-Report: Vehicles on European Roads, January 2026, Cars by Age EU (Charts: ACEA).

Fazit: Der lange Weg

Diese Zahlen sind der perfekte "Nullpunkt" für das Jahr 2026. Wenn jetzt durch neue Förderungen und Preiskämpfe der von vielen erwartete "Erdrutsch" einsetzt, müssen wir uns an diesen Werten messen lassen. Der ACEA-Report macht aber eines klar: Ohne eine massive Beschleunigung werden Diesel und Benzin das Straßenbild noch bis weit in die 2040er Jahre dominieren.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > E-Auto-Realitätscheck: Europas Norden fährt davon - Deutschland steckt noch im Verbrenner-Zeitalter
Autor: Ronald Matta, 21.01.2026 (Update: 21.01.2026)