E-Auto-Boom oder Illusion: KBA meldet Zulassungsplus, doch Experten warnen vor Kaufzurückhaltung

Auf dem Papier erholt sich der deutsche Neuwagenmarkt leicht. Das KBA registrierte im Februar 2026 exakt 211.262 Neuzulassungen, was einem Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Reine Elektroautos schossen dabei um 28,7 Prozent nach oben und sicherten sich einen Marktanteil von 21,9 Prozent. Klassische Verbrenner gaben im Gegenzug nach. Benziner sanken um exakt 14,9 Prozent, Diesel gingen um 2,4 Prozent zurück. Aufgefangen wurde dieser Rückgang jedoch durch einen starken Zuwachs bei hybriden Antrieben, die ein Plus von 9,2 Prozent verbuchten, massiv gestützt durch Plug-in-Hybride mit einem Sprung von 24,5 Prozent.
Wer angesichts der BEV-Zahlen an die große Trendwende glaubt, liegt falsch. Constantin M. Gall, Mobilitätsexperte bei EY, zieht der aufkommenden Euphorie für E-Autos direkt den Stecker. Betrachtet man den bisherigen Jahresverlauf, schrumpft der Gesamtmarkt um 1,4 Prozent. Die Lücke zum Vorkrisenjahr 2019 bleibt mit einem Minus von 21 Prozent gewaltig. Eine schwächelnde Konjunktur, geopolitische Krisen und steigende Lebenshaltungskosten zwingen Privatkunden und Unternehmen weiterhin zur Zurückhaltung.
Besonders beim E-Auto trügt der Schein des starken Februars. Das aktuelle Wachstum ist ein herber Einbruch im Vergleich zum Dezember 2025, als noch ein Plus von 63 Prozent verzeichnet wurde - ein klassischer Vorzieheffekt kurz vor dem unangekündigten Ende der damaligen Umweltprämie. Zwar hat die Bundesregierung eine neue Kaufprämie angekündigt, doch Anträge sind voraussichtlich erst ab Mai 2026 möglich. Diese Hängepartie sorgt für eine tiefe Skepsis bei den Käufern und lähmt den Markt spürbar.
Gleichzeitig wächst der Druck aus Fernost massiv. Chinesische Marken wie BYD mit einem rechnerisch astronomischen Zuwachs von 1.550 Prozent auf 3.053 Einheiten oder Leapmotor mit einem Plus von 487 Prozent drängen aggressiv in den Markt. Dass die deutschen Autobauer ihre Marktanteile im Heimatmarkt dennoch erfolgreich verteidigen, liegt am stabilen Flottengeschäft. Gewerbliche Zulassungen bestimmen den Markt mit 68,5 Prozent klar, und hier spielen VW, Mercedes und BMW ihre historische Stärke bei den Firmenwagen aus.
EY blickt daher durchaus optimistisch in den weiteren Jahresverlauf. Wenn demnächst neue und günstigere E-Modelle der heimischen Hersteller anrollen und die strengeren EU-Vorgaben für Dienstwagen greifen, dürfte die Dynamik auf dem deutschen Markt wieder spürbar anziehen. Auch die massiv steigenden Spritpreise im Zuge des Krieges im Nahen Osten könnten den Markt weiter durchmischen. Wenn der finanzielle Schmerz an der Zapfsäule zu groß wird, dürfte das künftig vielleicht sogar so manchen hartgesottenen Petrol-Head zum Umdenken und zum Wechsel ins Elektroauto-Lager bewegen.
bokman Typ 2 Ladekabel 22 kW, 3-phasig, 5 Meter EV-Ladekabel für Elektroautos bei Amazon kaufen.














