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Humanoide Roboter: Tesla Optimus & Co. sind laut MIT-Forscher zum Scheitern verurteilt

Laut des Robotik-Experten Rodney Brooks ist die aktuelle Generation humanoider Roboter zum Scheitern verurteilt. (Bildquelle: Tesla via YouTube)
Laut des Robotik-Experten Rodney Brooks ist die aktuelle Generation humanoider Roboter zum Scheitern verurteilt. (Bildquelle: Tesla via YouTube)
Der renommierte Robotikpionier Rodney Brooks – Mitgründer von iRobot und Rethink Robotics – hat in einem Essay vom 26. September 2025 eine klare Prognose abgegeben: Die aktuelle Generation humanoider Roboter, darunter Teslas Optimus oder Figure 02, wird scheitern.

In seinem Beitrag „Why today’s humanoids won’t learn dexterity“ blickt Brooks auf ein halbes Jahrhundert Robotikforschung zurück – von frühen Modellen wie WABOT-1 über Hondas ASIMO bis hin zu modernen Systemen wie Boston Dynamics’ Atlas. Trotz enormer Fortschritte in Sensorik und Rechenleistung bleibe ein zentrales Problem ungelöst: die Geschicklichkeit. Laut Brooks ist das „die Wand, an der alle scheitern“.

Brooks kritisiert die derzeit dominierende Forschung, die Geschicklichkeit über End-to-End-Learning aus Videodaten trainieren will. Visuelle Informationen allein könnten nie das komplexe Zusammenspiel von Sehen, Fühlen und Kraftregulierung abbilden, das menschliche Hände auszeichnet, so Brooks. „Sprache oder Bilderkennung beruhen auf klar strukturierten Datensätzen – beim Greifen gibt es diese Struktur nicht“, schreibt er.

Unternehmen wie Tesla, Figure AI oder Agility Robotics investieren derzeit Milliarden in humanoide Roboter, die universell einsetzbar sein sollen. Elon Musk kündigte etwa an, bis Ende 2025 rund 5.000 Optimus-Roboter fertigen zu wollen. Für Brooks ist das unrealistisch: Ohne feinfühlige Tastsensorik und zuverlässige Handsteuerung bleibe jede Demonstration oberflächlich. Berichten zufolge stapeln sich in Teslas Werkstätten bereits unfertige Prototypen ohne funktionierende Hände – sinnbildlich für das Kernproblem der Branche.

Müssen Roboter wirklich „humanoid“ sein?

Brooks warnt auch vor physikalischen Risiken: Ein menschengroßer Roboter könne gefährliche Kräfte entfalten, wenn er umstürzt. Personen sollten daher mindestens drei Meter Abstand halten. Langfristig werde sich der Begriff „humanoid“ verändern, so Brooks – weg von der menschlichen Silhouette, hin zu zweckoptimierten Formen mit Rädern, Saugarmen oder Kameras an ungewohnten Stellen.

Reddit diskutiert

Auch in der Robotik-Community auf Reddit ist Brooks Essay bereits angekommen und sorgt für hitzige Diskussionen. Die Meinungen scheinen ausgeglichen zu sein. Viele loben Brooks für seine klare Analyse und ziehen Parallelen zur autonomen Fahrzeugblase. Andere werfen ihm übermäßigen Pessimismus vor. Immerhin könnten Geschicklichkeitsprobleme durch Fortschritte bei künstlicher Haut, Aktuatorik und KI-gestütztem Greifen bald gelöst werden.

Quelle(n)

Rodney Brooks

Bildquelle: Tesla via YouTube

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Autor: Marius Müller,  6.10.2025 (Update:  6.10.2025)