Der humanoide Haushaltsroboter 1X Neo kann in den USA seit Kurzem vorbestellt werden und steht in Konkurrenz zu anderen KI-Haushaltshelfern wie den Humanoiden Figure 03 und Tesla Optimus. Doch bei einem so relativ neuen Produkt für den Massenmarkt gibt es auch Zweifel an seinen tatsächlichen Fähigkeiten. Betrachtet man etwa die kürzlich spektakulär gescheiterte Präsentation des ersten russischen Humanoiden, ist eine gesunde Portion Skepsis vielleicht auch angebracht.
Im Falle des 1X Neo hat Joanna Stern vom Wall Street Journal diesen im Hinblick auf seine tatsächlichen Fähigkeiten und die Frage, wo er noch Unterstützung braucht, getestet. Zu dem Test wurde auch sein Entwickler Bernt Børnich eingeladen. Angeblich soll der neue Haushaltshelfer Geschirr spülen, die Küche putzen und sogar Wäsche machen können.
Sicherheit, Intelligenz und körperliche Fähigkeiten
Bei Haushaltsrobotern ist neben den generellen Fähigkeiten und Intelligenz die Sicherheit ein zentrales Thema. So trägt Neo einen textilen Überzug, der ein wenig an Kleidung erinnert – ganz im Gegensatz zu seinen industriellen Gegenstücken, den Robotern, die etwa in großen Hallen am Fließband arbeiten. Der textile Überzug soll ihn nicht nur ästhetischer wirken lassen, sondern auch für mehr Sicherheit sorgen.
Im Inneren des 1X Neo befinden sich mehrere kräftige und leichte Motoren, die statt mit Zahnrädern mit Bändern angetrieben sind, die entfernt von Muskeln inspiriert sind. Somit wird der Roboter nicht nur leiser, sondern seine Bewegungen sind auch allgemein weicher. Zudem kann sein Gewicht auf 30 kg reduziert werden. Das ist insbesondere dann wichtig, sollte er stürzen und auf etwas drauffallen. Trotz seines leichten Gewichts kann er Lasten bis zu 68 Kilogramm heben.
Superroboter oder Kleinkind?
Nun könnte man schnell auf die Idee kommen, dass es sich um einen besonders starken Roboter handelt, doch dem ist nicht so: Beim Versuch, mit der Hand eine Walnuss zu knacken, scheiterte der 1X Neo. Und das ist offenbar auch so gewollt, denn bei dem Humanoiden stehen Feingefühl und Sensibilität im Fokus anstatt roher Gewalt. Zu beachten ist auch, dass es sich um das erste Modell handelt und noch viel Verbesserungsbedarf besteht.
Der Roboter benötigte allein schon eine Minute und sieben Sekunden, um eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank zu holen und sie der Testperson nur wenige Schritte weiter zu überreichen. Das Öffnen der Kühlschranktür stellte sich dabei als zentrales Problem heraus. In dem Test wurden noch viele weitere Aspekte begutachtet, wie etwa das Befüllen einer Spülmaschine, Ladezyklen und mehr. So stellt sich Neo offenbar sehr gut mit einem Staubsauger an.
Steuerung per Tele-Operation
Zu beachten ist, dass das getestete Modell noch von einem AI-Operator per Teleoperation gesteuert wurde und ein Vorgängermodell des 2026 ausgelieferten Modells sein wird, welches über höhere Handgeschicklichkeit, gesteigerte Autonomie und Sicherheit verfügen soll. Anstatt eine echte Haushaltshilfe zu sein, wird Neo in den ersten Jahren eher wie ein Kind funktionieren, das über eine App mit menschlichem Support verbunden ist und dem man diverse Tätigkeiten noch beibringen muss.
Denn das Ziel der Entwickler ist es, dass Neo durch seinen Einsatz in privaten Haushalten erst einmal möglichst viel lernt, um dann in rund fünf Jahren eine voll ausgereifte Hilfe zu sein. Neo stellt somit den Anfang einer Epoche mit humanoiden Roboter-Haushaltshilfen dar.
Laut seinem Entwickler soll Neo, sobald er ausgereift ist, eine große Hilfe für verschiedenste Anwendungsbereiche im Haushalt sein – nicht nur für die üblichen Anforderungen, sondern auch für Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und weitere Personengruppen. Vorbestellungen sind vorerst nur für die USA möglich. Der Kauf soll jedoch für Kunden in Europa im Jahr 2027 möglich werden. Für ein umfassenderes Bild empfiehlt es sich, die unten aufgeführten Videos anzuschauen.



















