Am 17. November hat Google sein neues KI-Wettersystem WeatherNext 2 vorgestellt – und das soll im Vergleich zum Vorgänger beachtliche Fortschritte gemacht haben. Laut Google sind Vorhersagen bis zu achtmal schneller als beim bisherigen WeatherNext-Modell und übertreffen dieses in 99,9 Prozent aller Variablen – etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Windgeschwindigkeit. Entwickelt wurde das System von DeepMind und Google Research, wobei es sich in beiden Fällen um hauseigene Forschungsteams handelt.
Ermöglicht werden die Fortschritte durch eine neue Modellarchitektur – das sogenannte Functional Generative Network (FGN). Das KI-Modell integriert bewusst „Rauschen“ in die Berechnung. Das heißt, es fügt kleine Zufallssignale ein, die ähnlich wie natürliche Schwankungen wirken. Da auch die echte Atmosphäre ständigen Unregelmäßigkeiten unterliegt, kann das Modell Wettersysteme genauer nachbilden und schlussendlich präzisere Ergebnisse liefern.
Zu den größten Fortschritten zählt die Geschwindigkeit: WeatherNext 2 liefert Prognosen rund achtmal schneller als die Vorgängerversion. Während klassische papierbasierte Modelle häufig Stunden auf Supercomputern benötigen, erzeugt die neue KI auf einer einzelnen TPU (Tensor Processing Unit / spezialisierter KI-Chip von Google) Vorhersagen in unter einer Minute – und arbeitet dabei mit einer stündlichen Auflösung statt wie bisher im 6-Stunden-Takt. Dadurch können Wetterveränderungen schneller erkannt und frühzeitig auf entsprechenden Diensten angezeigt werden.
Früherkennung von gefährlichen Wetterphänomenen
WeatherNext 2 soll nicht nur einzelne Wetterdaten analysieren, sondern die komplexen Wechselwirkungen zwischen Temperatur, Druck, Luftfeuchtigkeit und Windfeldern erfassen. Dadurch ist das System laut den Entwicklern in der Lage, gefährliche Wetterphänomene wie Hurrikans präziser zu erkennen und deren Zugbahnen bis zu drei Tage im Voraus genauer zu bestimmen. Auch Hitzewellen sollen sich frühzeitig vorhersagen lassen. Besondere Ergebnisse im Zusammenhang mit Regen und Schnee könnten laut Google aufgrund der noch lückenhaften Trainingsdaten allerdings noch schwächeln.
Bereits auf mehreren Plattformen verfügbar
WeatherNext 2 ist schon jetzt in mehreren Google-Diensten integriert – darunter die Google-Suche, die Pixel-Weather-App und die Google Maps Platform mit ihrer Weather API. In Kürze sollen die verbesserten Vorhersagen auch direkt in Google Maps selbst erscheinen. Zusätzlich steht das Modell über Google Earth Engine, BigQuery und ein Early-Access-Programm in Vertex AI auch Entwicklern und Forschern zur Verfügung.
Quelle(n)
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