Notebookcheck Logo

Studie: Apple Watch erkennt Vorhofflimmern „besser“ als medizinisches Standardverfahren

Die Apple Watch kann Vorhofflimmern erkennen (Bildquelle: Benedikt Winkel, Notebookcheck)
Die Apple Watch kann Vorhofflimmern erkennen (Bildquelle: Benedikt Winkel, Notebookcheck)
Eine neue Studie zeigt, dass die Apple Watch durchaus vor Herzproblemen warnen kann - und damit potenziell Leben rettet. Dabei bringt die Nutzung eines Wearable sogar im Vergleich zur routinemäßigen Kontrolle beim Arzt Vorteile.

Eine neue Studie zeigt, dass sich die Apple Watch (Apple Watch Series 11 im Preisvergleich) gut zur Erkennung von Vorhofflimmern eignen soll. Konkret handelt es sich um eine randomisierte Studie, die über 65 Jahre alte Patienten mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko erfasst und die Standardbehandlung in den Niederlanden mit dem Tragen einer Apple-Watch verglichen hat. Wir wollen an dieser Stelle gleich auf die begrenzte Probandenzahl von 437 Personen hinweisen. Das Median-Alter liegt bei 75 Jahren. Bei einer anders strukturierten Kohorte könnten sich natürlich abweichende Ergebnisse ergeben - aber wahrscheinlich die Grundaussage erhalten bleiben.

Geprüft wurde, ob denn Vorhofflimmern innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten erfasst wurde. Die Apple Watch trat dabei sozusagen gegen die Standardmaßnahmen in den Niederlanden an. Im Ergebnis konnten nach sechs Monaten mit der Apple Watch bei 9,6 Prozent der Patienten statt 2,3 Prozent in der Kontrollgruppe Vorhofflimmern erkannt werden, was einem statistisch signifikanten Unterschied entspricht. Dementsprechend eignet sich die Apple Watch in dieser Patientengruppe zur Erkennung von Vorhofflimmern.

Genutzt wurden die EKG-Funktion und auch der PPG-Sensor der Smartwatch. Wirklich überraschend ist das Studienergebnis nicht unbedingt: So tritt Vorhofflimmern beileibe nicht immer auch durchgängig auf und wird von Betroffenen möglicherweise gar nicht wahrgenommen. Selbst wenn eine Smartwatch eine einzelne Episode möglicherweise schlechter erkennt als ein Arzt, profitiert die Wahrscheinlichkeit zur richtigen Erkennung nur einer einzelnen Episode in einem langen Zeitraum natürlich sehr stark davon, dass ein Wearable im Regelfall viele Stunden am Tag getragen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Routineuntersuchung bei einem Arzt gerade Vorhofflimmern auftritt, kann nämlich entsprechend gering sein. Mit der Apple Watch ließ sich eben auch asymptotisches Vorhofflimmern erkennen.

Gleichwohl zeigt sich auch, dass die Apple Watch nicht immer richtig liegt: So bestätigte sich in nur knapp über der Hälfte eine entsprechende Warnung auch. Dementsprechend waren die Resultate relativ oft falsch-positiv. Wie wir in einem Artikel zum Bluthochdruck-Screening der Apple Watch schon ausgeführt haben, ist dies aber nicht dramatisch: So folgen auf eine solche Warnung eben keine invasiven und gefährlichen Untersuchungen, der Fehlalarm ist für den einzelnen Patienten damit neben einer denkbaren Verunsicherung und einem gewissen Verlust an Lebenszeit beim Arzt eben nicht mit negativen Konsequenzen verbunden.

Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Studie: Apple Watch erkennt Vorhofflimmern „besser“ als medizinisches Standardverfahren
Autor: Silvio Werner, 24.01.2026 (Update: 24.01.2026)