Notebookcheck

Test Asus ZenScreen MB16AC (15,6, FHD, IPS) Monitor

Sebastian Jentsch 👁, Stefanie Voigt, 27.09.2017

Portable USB-Monitor. Kein Aufladen, ein Kabel, leicht und dünn. Der tragbare Monitor von Asus ist weder matt noch besonders hell. Der schwache Farbraum wird Profis abschrecken, der überaus hohe Kontrast gefällt sicherlich jedem.

Mit dem ZenScreen MB16AC hat Asus einen mobilen Monitor im Programm, der mit handlichen Abmessungen (360 x 226 x 8 mm) und einem geringen Gewicht (780 Gramm) auftrumpft. Zum Betrieb genügt ein USB-3.0-Port am Laptop oder Convertible. 

Der Nutzer muss lediglich ein Kabel in den USB-Type-C-Port am Laptop stecken, und schon geht es los. Windows 10 erkennt die Erweiterung der Anzeige sofort. Sie haben keinen Type-C-Anschluss? Kein Problem, ein mitgelieferter Adapter macht aus Type-C ein Type-A. 

Verarbeitung und Gehäuse

Das ZenScreen hat ein nur 8 Millimeter dünnes Bezel bekommen. Das liegt mit 780 Gramm nicht schwer in der Hand und es macht durch die Aluminium-Rückseite (gebürstet) und durch die Alu-Unterkannte einen soliden und wertigen Eindruck. Die runde Bürstung der Rückseite ist bei den Zenbooks entlehnt, sie findet sich auch formschön auf der unteren Leiste der Front wieder.

Software und Einrichtung

DisplayLink ist die Technik hinter Video via USB. Solche Adapter können schon seit USB 2.0 erworben werden, um jeden beliebigen Monitor über einen USB-Port zu betreiben. USB-Docks hatten diese Technik verbaut, und der Tester nutzte einst einen entsprechenden Dongle, weil am PC kein VGA bzw. HDMI-Port mehr vorhanden war. 

Nachteilig war in der USB-2.0-Vergangenheit stets eine mehr oder minder deutliche Latenz, was im worst case bereits am Mauszeiger bzw. beim Eintippen in Word zu sehen war. 

USB 3.0 hat dieses Problem mit höheren Bandbreiten nun im Griff, wenngleich USB-Monitore nach wie vor eine relativ hohe Verzögerung haben und für den Gaming-Betrieb daher wenig brauchbar sind, zumindest nicht für schnelle Games.

ZenScreen als erweiterter Desktop
ZenScreen als erweiterter Desktop
ZenScreen im Pivot Mode
ZenScreen im Pivot Mode

Praktisch brauchen Sie keine Software, um das ZenScreen zum Laufen zu bringen. Ganz gleich ob Type-C mit Thunderbolt oder ein einfacher Typ-A-3.0-Port: anstecken, und Windows erkennt den DisplayLink Monitor. Dennoch empfehlen wir die Installation der aktuellen DisplayLink Treiber.

Wie jedes externe TFT besitzt der ZenScreen ein OnScreenDisplay (OSD). Die Bedienung mit zwei Tasten bringt jedoch schnell einen Krampf in den Finger; bei jedem Zuviel-Tipper müssen wir eine erneute Runde drehen. Hier hilft Asus' DisplayWidget, ein Tool, das alle Settings des OSD in einer App vereint. So können Farbprofile on the Fly verändert werden. 

ZenScreen im Test, Fotospektrometer, ...
ZenScreen im Test, Fotospektrometer, ...
... und Oszilloskop
... und Oszilloskop
Asus Display Widget
Asus Display Widget

Kontrast

Das 15,6-Zoll-Panel löst mit Full-HD in der üblichen Auflösung für diesen Formfaktor auf, zumindest wenn wir Laptops dieser Größe betrachten. Aufgesattelt auf einen 14-Zoller ergibt das eine kaum merkliche Verbesserung der Oberfläche, den größten Nutzen wird das MB16AC sicherlich bei 12- und 13-Zollern haben bzw. wenn der Desktop erweitert wird.

Durch den geringen Schwarzwert von 0,02 cd/m2 erzielt das Asus in der Mitte einen Kontrast von 8300:1 und damit einen hervorragenden Wert. Hier kann es gute Notebook-Displays mit 1000:1-1500:1 deutlich abhängen.

Die Ausleuchtung ist relativ gleichmäßig. Bei längerer Belichtung (siehe Foto) sieht man jedoch aufgehellte Ecken, speziell unten.

MB16AC, ein wenig Clouding in den Ecken
MB16AC, ein wenig Clouding in den Ecken
MB16AC, Subpixel
MB16AC, Subpixel
ZenScreen MB16AC auf 14-Zoller Acer Swift 3 SF314
ZenScreen MB16AC auf 14-Zoller Acer Swift 3 SF314
174
cd/m²
153
cd/m²
159
cd/m²
143
cd/m²
166
cd/m²
143
cd/m²
142
cd/m²
166
cd/m²
143
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 174 cd/m² Durchschnitt: 154.3 cd/m²
Ausleuchtung: 82 %
Helligkeit Akku: 166 cd/m²
Kontrast: 8300:1 (Schwarzwert: 0.02 cd/m²)
ΔE Color 3.51 | 0.6-29.43 Ø6
ΔE Greyscale 2.49 | 0.64-98 Ø6.2
64% sRGB (Argyll 3D) 41% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
Gamma: 2.38
Asus MB16AC
1920x1080, 15.6
Asus PB287Q
3840x2160, 28
Lenovo ThinkPad P51 20HH0016GE
LEN40BD, B156ZAN02.1, 3840x2160, 15.6
Apple MacBook Pro 15 2017 (2.8 GHz, 555)
APPA031, 2880x1800, 15.4
Response Times
Response Time Grey 50% / Grey 80% *
19 (9, 10)
17 (9.5, 7.5)

5.2 (3, 2.2)

40.8 (20.8, 20)
48 (23.6, 24.4)
Response Time Black / White *
28 (15, 13)
7.7 (5.8, 1.9)

4.9 (2.4, 2.5)

25.2 (14, 11.2)
33.8 (19.6, 14.2)
PWM Frequency
25000 (25)
119000 (80, 210)
Bildschirm
Helligkeit Bildmitte
166
243
317
545
Brightness
154
218
309
523
Brightness Distribution
82
83
89
86
Schwarzwert *
0.02
0.28
0.36
0.44
Kontrast
8300
868
881
1239
DeltaE Colorchecker *
3.51
3.49
2.7
1.6
Colorchecker DeltaE2000 max. *
10.49
4.1
3.8
DeltaE Graustufen *
2.49
2.95
3
1.9
Gamma
2.38 92%
2.2 100%
2.27 97%
2.26 97%
CCT
6346 102%
6811 95%
6077 107%
6834 95%
Farbraum (Prozent von AdobeRGB 1998)
41
60
87.6
Color Space (Percent of sRGB)
64
99.5
Durchschnitt gesamt (Programm / Settings)

* ... kleinere Werte sind besser

Outdoor & Helligkeit

Die Helligkeit von lediglich 154 cd/m² im Durchschnitt enttäuscht auf ganzer Linie. Solch niedrige Luminanz gab es das letzte Mal um 2008 in einigen ThinkPads. Die in der Tabelle aufgeführten externen TFTs sind zum Teil auch nicht die großen Leuchten, jedoch ist keiner so dunkel wie das ZenScreen. 

Eine begrenzte Stromstärke am USB-Port kann nicht der Grund für die niedrige Helligkeit sein, Type-C erlaubt 3 Ampere (15 Watt) und USB 3.0/3.1 0,9 Ampere (4,5 Watt).

Draußen kann das ZenScreen daher nicht eingesetzt werden, hinzu kommt die spiegelnde Oberfläche. Doch auch drinnen kommt das Panel bei dunklen Spielinhalten an seine Grenzen, siehe Witcher 3 bei 100 % Helligkeit.

MB16AC, Witcher 3 bei 100 % Helligkeit (166 cd/m² Mitte)
MB16AC, Witcher 3 bei 100 % Helligkeit (166 cd/m² Mitte)
MB16AC, draußen unbrauchbar
MB16AC, draußen unbrauchbar
MB16AC, da ist nichts erkennbar (eingeschalten!)
MB16AC, da ist nichts erkennbar (eingeschalten!)

Blickwinkel

Die Blickwinkel sind IPS-typisch auf einem guten Niveau, von allen Seiten kann der Bildinhalt sauber betrachtet werden, ohne dass die Helligkeit abfällt oder gar Geisterbilder auftreten.

PWM / Displayflackern

In unseren Tests konnten wir zum Glück in keinem Helligkeitsbereich Flackern der Hintergrundbeleuchtung feststellen. Anscheinend nutzt Asus also kein PWM zum Regeln der Hintergrundbeleuchtung. Daher sollte es auch bei längerer Nutzung zu keinen Problemen mit müden Augen oder Kopfschmerzen kommen. 

Bildaufbauzeiten

Grau zu Grau (19 ms, 9+10 ms)
Grau zu Grau (19 ms, 9+10 ms)

Die Bildwechsel zwischen den Grautönen wie auch schwarz und weiß sind etwas unterdurchschnittlich (für Desktop-Monitore). Verglichen mit den üblicherweise langsameren Notebook-Displays kann sich das Asus Panel aber gut behaupten, sowohl bei Schwarz/Weiß als auch bei den Grautönen.

Farbwiedergabe

Bei der Farbwiedergabe nutzen wir die Software CalMAN in Verbindung mit unserem Photospectrometer X-Rite i1Pro 2 zur Messung der Farbtreue. Der ColorChecker Test ermittelt in den Standardeinstellungen einen guten, aber nicht sehr guten DeltaE-2000-Wert von 3,5. Wir haben mit der Menüeinstellung sRGB gemessen. Kalibrieren wir das Gerät, verschlechtert sich das Ergebnis minimal auf 3,65. Die besten Displays in unseren Tests erreichen übrigens einen Wert von 1 (z. B. Apple iPad Pro 12, 9/2017).

Die Graustufen sind bei unserem Testgerät etwas besser und erreichen einen DeltaE-2000-Wert von 2,5. Jedoch sind die Messwerte der Graustufen bei fast allen Testgeräten etwas höher als der ColorChecker Durchschnitt.

Mit 64 % Abdeckung des sRGB-Farbraums glänzt das Display in diesem Bereich ganz und gar nicht.

MB16AC: unkalibriert, Calman Graustufen
MB16AC: unkalibriert, Calman Graustufen
MB16AC: kalibriert, Calman Graustufen
MB16AC: kalibriert, Calman Graustufen
MB16AC: unkalibriert, Calman Color Checker
MB16AC: unkalibriert, Calman Color Checker
MB16AC: kalibriert, Calman Color Checker
MB16AC: kalibriert, Calman Color Checker
MB16AC: unkalibriert, Calman Sättigung
MB16AC: unkalibriert, Calman Sättigung
MB16AC: kalibriert, Calman Sättigung
MB16AC: kalibriert, Calman Sättigung

Fazit

Mit dem ZenScreen MB16AC bringt Asus einen mobilen Monitor auf den Markt, der mit handlichen Abmessungen (360 x 226 x 8 mm) und einem geringen Gewicht (780 Gramm) überzeugt. Profis spricht das ZenScreen nicht an: Der kleine sRGB-Farbraum wird bei Weitem verfehlt, und die Helligkeit widerspricht jedem Einsatz auf der Terrasse (glänzend). Auf der anderen Seite ist der Kontrast überaus hoch, was für Filme, Foto-Sessions oder Präsentationen ideal ist, solange dies im Gebäude oder Abends stattfindet. 

Asus ist mit dem ZenScreen MB16AC nicht allein, schon seit 2015 hat der Hersteller seinen mobilen 15-Zoller MB169B+ (220 Euro) auf dem Markt. Das ZenScreen ist etwas teurer, hat dafür aber den höheren Kontrast und die (etwas) knapperen Abmessungen. Das Gewicht ist nahezu identisch (780 vs. 800 Gramm).

Wer es kleiner haben möchte, findet das HP EliteDisplay S140u. Dieser 14-Zoller kostet 190 Euro, löst aber nur mit 1.600 x 900 Pixeln auf und ist vom Typ lediglich ein blickwinkelschwaches TN-TFT. Das ist heute nicht mehr empfehlenswert. 

AOC hatte einst den 22-Zoller E2251Fwu (Test bei notebookcheck) im Markt, heute findet man im Handel nur noch den E1759FWU, einen 17-Zoller, der mit 1.600 x 900 Pixeln nicht sonderlich attraktiv erscheint.

Wer weiter forscht, findet einen GeChic 1503H, ebenfalls ein tragbarer Monitor. Dieser 15,6-Zoller mit IPS und 1080p gleicht dem ZenScreen auf den ersten Blick, er wird per USB jedoch nur mit Energie versorgt. Der 1503H muss zudem mit HDMI oder VGA angeschlossen werden. Der GeChic 1503H kostet jedoch stolze 350 Euro. 

Unterm Strich ist das ZenScreen MB16AC brauchbare Hardware zu einem moderaten Preis. Die Konkurrenz steigt schon bei der Auflösung aus oder ist deutlich teurer als die von Asus veranschlagten 270 Euro. Die geringe Helligkeit und die damit einhergehende Untauglichkeit für draußen ist das größte Manko. Erwähnenswert ist auch noch die üppige Garantie von drei Jahren.

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Autor: Sebastian Jentsch, 27.09.2017 (Update: 29.09.2017)
Sebastian Jentsch
Sebastian Jentsch - Senior Editor
Computer haben mich schon zeitig interessiert. Mit 14 habe ich die ersten PCs für die Verwandtschaft zusammengesteckt, mit der 90er Jahre waren das 80286er bis 486er bis zum Pentium 1. Was lag da naeher als Produkt-Tester zu werden? Seit 2007 verfolge ich die Welt der Windows-Laptops und Convertibles. Heute will ich auch bei Staubsauger-Robotern, Brotbackautomaten oder Bewässerungscomputern die Spreu vom Weizen trennen, weshalb ich als freier Redakteur auch fuer andere Test-Websites unterwegs bin.