Notebookcheck

Test Kingston Wi-Drive 16 GB portable wireless storage für iOS

Tobias Winkler, 19.10.2011

On the air. Eine elegante Lösung bei iPhone, iPad & Co. knapp gewordenen Speicherplatz aufzustocken, könnte Kingstons Wi-Drive sein. Mit W-LAN, Akku und 16 GB Flash Speicher bietet man eine außergewöhnliche Ausstattung, die im Test zeigen muss, was sie kann.

Aufrüstmöglichkeiten, wie man sie sonst von Notebooks und Desktops gewohnt ist, bieten Handys und Tablets nicht. Bei den Apple-Geräten muss man zudem auf einen Speicherkartenslot verzichten, den viele Konkurrenten von Haus aus mitbringen. Lediglich der Dock-Connector und die unterschiedlichen Funkmodule stehen für Erweiterungen zur Verfügung. Während zusätzliche Hardware am Dock-Anschluss die Handlichkeit mehr oder weniger stark einschränkt, ist eine Verbindung per Bluetooth oder W-LAN deutlich komfortabler. Letztere Möglichkeit haben bereits die von uns getesteten W-LAN DVB-T Hotspots Tivizen und Tizi genutzt, die im Zusammenspiel mit einem iPad der ersten Generation einen sehr guten Eindruck hinterlassen haben. Nachteil: Die W-LAN-Verbindung ist dann für anderweitige Aufgaben, wie zum Beispiel einen Internetzugang, nicht mehr nutzbar.

Dateien können vom Wi-Drive auch in den App-Bereich (local) des jeweiligen iOS-Geräts verschoben werden
Dateien können vom Wi-Drive auch in den App-Bereich (local) des jeweiligen iOS-Geräts verschoben werden
Big bug bunny benötigt in 1080p immer mal wieder Ladepausen
Big bug bunny benötigt in 1080p immer mal wieder Ladepausen
Übliche Einstellungsoptionen...
Übliche Einstellungsoptionen...
...inklusive Sicherheitseinstellungen
...inklusive Sicherheitseinstellungen

Gehäuse

Die schwarze Hochglanzoberfläche ist im Neuzustand zwar sehr chic, nimmt aber auch sehr schnell Fingerabdrücke, Kratzer und Staub auf, die die Schönheit schnell verblassen lassen. Im Vergleich zu mobilen 1,8“ Festplatten ist das Wi-Drive etwas flacher, dafür etwa 3 cm länger und bringt 85 g auf die Waage. Im Vergleich zur XSBox Go (mobiler UMTS W-LAN Router mit SD-Card-Schacht) wirkt das Wi-Drive recht überdimensioniert und könnte vom Gefühl her wesentlich kleiner ausfallen. Insgesamt ist der Speicher jedoch noch als mobil einzustufen, wird aber nicht ganz in jede Hemdtasche hineinpassen.

Ausstattung

Ansonsten verfolgt das Wi-Drive von Kingston den gleichen mobilen Ansatz wie Elgato Tivizen und Equinux tizi und bietet neben einer kabellosen Anbindung (hier Wi-Fi 802.11 g/n) auch den für mobile Zwecke notwendigen Akku. Kingston verspricht bis zu 4 Stunden Netzunabhängigkeit im Dauerbetrieb. Bei uns hat der Speicher knapp 5 Stunden durchgehalten, wobei wir immer mal wieder Nutzungspausen zwischen verschiedenen Aufgaben hatten. Die Akkukapazität kann man während des Betriebs nur schätzen, da eine brauchbare Anzeige fehlt. Lediglich die Farbgebung des Ein-/Ausschalters (grün über orange bis rot) gibt ungefähren Aufschluss über den aktuellen Status. Voll aufgeladen ist der Akku, wenn die LED nicht mehr blinkt. 

Leistung und Funktionen

Getestet haben wir mit einem iPad 16 GB 3G der ersten Generation (iOS 4.3) und sporadisch auch mit einem iPhone 4. Ebenfalls nutzbar ist das Speichersystem mit dem iPhone 3G, 3GS, iPod touch oder neueren Geräten. Siehe dazu die Herstellerseite.

Die für iOS-Geräte notwendige App findet man natürlich im App-Store und Daten können von Macs, Windows- und Linux-PCs per Mini-USB auf das Kingston Wi-Drive "hochgeladen" werden. Zum Befüllen mit Inhalten benötigt man also einen entsprechenden Rechner. Vom iPad direkt kann man keine Dateien auf das Speicherlaufwerk oder in den Wi-Drive App-Bereich des iPads verschieben. Seit dem Update der Wi-Drive-App auf Version 1.0.1.61, ist es aber möglich Dateien innerhalb der Wi-Drive-Umgebung von dem externen Laufwerk in den Wi-Drive-App-Bereich des iPads und dann auch wieder zurück zu transferieren. So auf das iPad gebrachte Fotos, Videos oder Musik können dann allerdings nur aus der App heraus geöffnet werden. Ein Verschieben in den iPod-, Foto- oder Videoordner des iOS-Geräts ist wie erwähnt nicht möglich. Die Wi-Drive App bildet somit die unverzichtbare Schnittstelle für die Dateiaufbewahrung und den Dateiaustausch. Die Geschwindigkeit, wie schnell Letzteres vonstattengeht, hängt von der W-LAN-Verbindung (Entfernung, Störquellen usw.) ab. Für big bug bunny (300,2 MB/1080p) benötigte der Kopiervorgang bei uns unter optimalen Bedingungen per W-LAN 6:52 min. Die grundsätzlich nutzbaren Formate entsprechen denen von iOS:

  • Audio: AAC, MP3, WAV 
  • Video: m4v, mp4, mov, Motion JPEG (M-JPEG) 
  • Image: jpg, bmp, tiff 
  • Document: pdf, doc, docx, ppt, pptx, txt, rtf, xls

Wir haben nicht alle, aber die meisten Dateiformate getestet und diese konnten auch problemlos geöffnet und wiedergegeben werden. Nicht abspielen ließen sich im itunes Store gekaufte Filme und geschützte Musik. Big bug bunny (1080p/h.264) stockte immer mal wieder, da die W-LAN-Verbindung nicht schnell genug die Daten liefern konnte. Es ist also zu empfehlen Videos im für das iPad optimierten Format vorzuhalten. Dann reduzieren sich die Ladezeiten erheblich und dann sind auch tatsächlich, wie beworben, drei gleichzeitige Streams zu drei verschiedenen iOS-Geräten denkbar. Getestet haben wir das mangels weiterer iOS-Clienten allerdings nur mit iPad und iPhone 4.

Sonstiges

Während des Tests lief das System sehr stabil, Abstürze, Arbeitsverweigerungen oder sonstige Fehlfunktionen konnten wir nicht feststellen. Auch funktionierte die App problemlos mit iOS 5. Die Gehäuseerwärmung ist im Bereich des USB-Anschlusses bemerkbar, bleibt aber moderat und wird nicht unangenehm. 

Fazit

Das Kingston Wi-Drive 16 GB überzeugt mit seinem mobilen Konzept und bietet eine komfortable und stabile Speichererweiterung. Dank Akku und Wireless-LAN ist man örtlich ungebunden und kann so selbst an ungewöhnlichen Orten sein kleines Datennetzwerk alleine nutzen oder mit bis zu zwei weiteren Usern teilen. Filme, Fotos, Musik und vieles mehr kann innerhalb der Wi-Drive Umgebung zwischen verschiedenen Geräten zudem unkompliziert ausgetauscht werden. Die Verwendung ist einfach, intuitiv und hat im Test keinerlei Fehlfunktionen hervorgerufen.

An wichtigen Funktionen vermissen wir jedoch, den Datentausch direkt von iPad & Co. zur Wi-Drive Umgebung und die Fähigkeit auch geschützte iTunes Filme und Musik abspielen zu können. Preislich reiht sich die Speicherlösung von Kingston mit etwa 6 Euro pro GB nahtlos in das generell hohe Preis-Niveau ähnlicher Erweiterungen für iOS-Geräte ein.

» Das Kingston Wi-Drive ist derzeit ab 196 Euro bei Amazon.de erhältlich

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Im Test: Kingston Wi-Drive 16 GB
Kingston Wi-Drive 16 GB
Flaches aber recht großes Speicherkärtchen
Flaches aber recht großes Speicherkärtchen
Die dazugehörige App bietet einen guten Funktionsumfang
Die dazugehörige App bietet einen guten Funktionsumfang
Daten werden per Mini-USB von PCs oder Macs übertragen
Daten werden per Mini-USB von PCs oder Macs übertragen
Die LED des Ein-/Ausschalters verändert ihre Farbe je nach Ladezustand
Die LED des Ein-/Ausschalters verändert ihre Farbe je nach Ladezustand
übliche 1,8" Festplatten oder Elgatos Tivizen sind insgesamt etwas kompakter
übliche 1,8" Festplatten oder Elgatos Tivizen sind insgesamt etwas kompakter

Shortcut

Was uns gefällt

Einfache Handhabung, guter Funktionsumfang, flach, edel und mobil

Was wir vermissen

Gumminoppen gegen Verrutschen an der Unterseite, eine weniger empfindliche Gehäuseoberfläche, erweiterte Formatunterstützung und Transfermöglichkeiten

Was uns verblüfft

dass Kingstons Wi-Drive sehr zuverlässig und relativ schnell arbeitet

Die Konkurrenz

Ein ähnliches Konzept verfolgt Seagate mit der GoFlex Satellite, die mit etwa 190 Euro für  500 GB Speicherplatz ein wesentlich besseres Euro/GB-Verhältnis bietet.

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Autor: Tobias Winkler, 19.10.2011 (Update: 15.05.2018)