Notebookcheck

Test LG Wine Smart Smartphone

Florian Wimmer, Tanja Hinum, 08.12.2015

Wieder mal Klappe. Ein Smartphone im Retro-Look? Ein smartes Klapphandy? Das LG Wine Smart ist beides und bringt sogar das aktuelle Android 5.1 mit. Der kleine Bildschirm ist aber leider nicht die einzige Einschränkung, die dieses Konzept mit sich bringt.

Die Retro-Welle scheint auch bei den Smartphone-Herstellern angekommen zu sein, denn immer mehr von ihnen, wie Samsung, stellen Smartphones im Design eines Klapphandys vor. Auch LG hat nun ein solches Modell im Angebot, in Asien heißt es LG Gentle, in Europa muss man sich mit dem sperrigen Namen LG Wine Smart herumschlagen.

Ein Snapdragon-210-Prozessor von Qualcomm, 3,2-Zoll-Display, 1 GB RAM und 4 GB interner Speicher, der durch MicroSD-Karten erweitert werden kann, gehören zur Ausstattung, die der Einsteigerklasse entspricht. Für einen Preis von etwa 160 Euro ist das Gerät aktuell im Internet zu bekommen. Bedient wird das Gerät entweder per klassischem Handytastenfeld oder über den Touchscreen. Aber ist so ein Gerät zeitgemäß oder eher ein schlechter Kompromiss? Wir finden es im Test heraus.

LG Wine Smart
Hauptspeicher
1024 MB 
Bildschirm
3.2 Zoll 16:9, 480 x 320 Pixel, kapazitiver Touchscreen, TN LED, spiegelnd: ja
Massenspeicher
4 GB Flash, 4 GB 
, 1.41 GB verfügbar
Anschlüsse
1 USB 2.0, Audio Anschlüsse: 3,5mm-Audiokombiport, Card Reader: microSD bis 32 GByte, Sensoren: GPS, Lage, Gyroskop
Netzwerk
802.11 b/g/n (b/g/n), Bluetooth 4.1, GSM (850/900/1800/1900), UMTS (850/900/1900/2100), LTE (B3/B7/B8/B20)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 16.6 x 117.7 x 58.7
Akku
7 Wh Lithium-Ion, 1.700 mAh, Akkulaufzeit (laut Hersteller): 970 h, Telefonieren 2G (laut Hersteller): 19 h, Telefonieren 3G (laut Hersteller): 13 h
Betriebssystem
Android 5.1 Lollipop
Kamera
Webcam: 3.2MP (hinten); 0.3MP (vorne)
Sonstiges
Lautsprecher: Lautsprecher an der Rückseite, Tastatur: virtuelles Keyboard, Nummerntasten, Tastatur-Beleuchtung: ja, Headset, Netzteil, LG Backup, Safety Care, 24 Monate Garantie, Micro-SIM, UKW-Radio
Gewicht
143 g, Netzteil: 49 g
Preis
179 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Gehäuse

Weinrotes, leicht glänzendes Kunstleder, Kunststoff im Look von gebürstetem Aluminium: Für seinen günstigen Preis gibt sich das LG Wine Smart wirklich alle Mühe, gut auszusehen. Alternativ ist es auch in Dunkelblau erhältlich. Es gibt keinen Außenbildschirm, was man bei einem Klapphandy durchaus erwarten würde. Nur eine LED sagt Bescheid, wenn ein verpasster Anruf oder eine sonstige Benachrichtigung wartet.

Die Rückseite ist abnehmbar, dann erhält man Zugriff auf den austauschbaren Akku, den Slot für die Micro-SIM und für die microSD-Karte. Gut finden wir, dass man die micro-SD austauschen kann, ohne den Akku zu entfernen.

Im Vergleich zu einem modernen Smartphone wirkt das LG Wine Smart etwas klobig, weil es mit 16,6 Millimeter Bauhöhe ganz schön pummelig ist. Auch die Stabilität, insbesondere der Bildschirmeinheit, kann uns nicht wirklich überzeugen: Vor allem der Bildschirm selbst wirkt sehr fragil und lässt sich deutlich eindrücken.

142.6 mm 72.1 mm 9.35 mm 122 g143 mm 71 mm 8.5 mm 125 g129 mm 68.2 mm 8.9 mm 122 g117.7 mm 58.7 mm 16.6 mm 143 g

Ausstattung

Außer einem microUSB-2.0-Anschluss und einer 3,5mm-Headsetbuchse gibt es keine weiteren physischen Anschlüsse am LG Wine Smart.

Home-Bildschirm
Home-Bildschirm

Software

Beim Betriebssystem zeigt sich LG vorbildlich und liefert ein aktuelles Android 5.1 mit. Zwar gibt es bereits Android 6.0, das ist aber noch kaum auf neuen Geräten zu finden. Das Betriebssystem mit den Handytasten oder auf dem kleinen Touchscreen zu bedienen, ist anfangs vielleicht etwas ungewohnt, insgesamt funktioniert die Kombination aber gar nicht so schlecht.

An eigener Software installiert LG wenig vor, auch das Betriebssystem ist allenfalls optisch leicht angepasst im Vergleich zur Originalversion von Android. Es gibt eine App für Notfälle und eine Backup-Lösung von LG, das war es aber auch schon an eigenen Apps. Der Vorteil daran ist, dass man keine ungewollten Werbeapps deinstallieren muss. Apps lassen sich übrigens auch auf eine microSD-Karte verschieben.

Kommunikation & GPS 

Als Goodie bringt das LG Wine Smart LTE mit, ist mit gerade einmal vier Bändern allerdings etwas beschränkt. Auch bei GSM und UMTS gibt es jeweils vier Frequenzen, die unterstützt werden, so dass das LG Wine Smart kein ausgewiesener Weltenbummler ist. Es gibt WLAN nach Standard 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.1, was dem Standard in der Preisklasse entspricht.

In 10 Metern Entfernung zum Router und durch drei Wände ist noch die Hälfte des WLAN-Signals vorhanden. Der Empfang ist aber deutlich eingeschränkt und Webseiten bauen spürbar langsamer auf, als in der Nähe des Routers. Generell ist das Surfen auf dem kleinen 3,2-Zoll-Display etwas mühsam.

Telefonfunktionen und Sprachqualität

Die Telefonapp funktioniert tatsächlich bei einem Smartphone mit Handytastatur etwas anders, als man es von Android 5.1 eigentlich gewohnt ist. Zunächst sind Funktionen wie die Anruferliste nun eigene Apps. Sobald man z.B. eine Zahlentaste drückt, startet die Telefonapp und man wählt wie früher beim Handy einfach die Nummer.

Die Sprachqualität ist über den Lautsprecher grundsätzlich in Ordnung, das Mikrofon allerdings stellt uns nicht zufrieden, unser Gegenüber bestätigt uns einen dumpfen Klang unserer Stimme.

Frontkamera
Frontkamera

Kameras & Multimedia

Auf High-End-Kameras wie bei aktuellen Smartphones sollte man sich nicht einstellen: 3,2 Megapixel hinten und 0,3 Megapixel an der Front klingen eher nach dem klassischen Klapphandy. Entsprechend klein sind auch die Bilder, die die Rückkamera liefert und einen Blitz sucht man ebenfalls vergeblich. Die Farbwiedergabe ist ganz ordentlich, der Detailgrad aber aufgrund der kleinen Auflösung sehr gering.

Die Bilder der Frontkamera sind selbst für Selfies kaum zu gebrauchen. Immerhin schlagen sich aber beide Kameras auch bei schlechten Lichtverhältnissen gar nicht so schlecht.

Bildervergleich

Wählen Sie eine Szene und navigieren Sie im ersten Bild. Ein Klick ändert die Position bei Touchscreens. Ein Klick auf die vergrößerten Bilder öffnet das Original in einem neuen Fenster. Das erste Bild zeigt das skalierte Foto, welches mit dem Testgerät aufgenommen wurde.

Szene 1Szene 2Szene 3
Zum Laden anklicken

Eingabegeräte & Bedienung

Die virtuelle Tastatur wird auf dem 3,2-Zoll-Display sehr klein dargestellt, dennoch kann man gerade noch präzise mit ihr schreiben. Die Eingabe über die Zahlentasten ist ebenfalls möglich, hier steht auch T9 zur Verfügung. Sobald man ein Eingabefeld auf dem Bildschirm berührt, wird die Bildschirmtastatur angezeigt. Navigiert man mit den Handytasten, bleibt sie ausgeblendet. Die Kombination ist gewöhnungsbedürftig, aber praktikabel.

Bei einigen Apps ist der in den Ecken etwas ungenaue Touchscreen aber ein Ärgernis. Zusammen mit den kleinen Symbolen kann es recht frickelig werden, zumal die insgesamt drei Tasten "Zurück" "Löschen" und "Auflegen" nicht immer erkennen lassen, welche Handytaste das Problem lösen könnte.

Tastatur hochkant
Tastatur hochkant
Tastatur quer
Tastatur quer

Display

3,2 Zoll bei einer Auflösung von 480 x 320 Pixel - auch das sind Werte, die man eher aus der Handy-Ära kennt und bei einem Smartphone nicht mehr erwarten würde. Immerhin leuchtet der Bildschirm mit durchschnittlich 436,6 cd/m² recht hell.

461
cd/m²
445
cd/m²
419
cd/m²
469
cd/m²
442
cd/m²
394
cd/m²
446
cd/m²
451
cd/m²
402
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
X-Rite i1Pro 2
Maximal: 469 cd/m² Durchschnitt: 436.6 cd/m²
Ausleuchtung: 84 %
Helligkeit Akku: 442 cd/m²
Kontrast: 680:1 (Schwarzwert: 0.65 cd/m²)
ΔE Color 9.83 | 0.4-29.43 Ø6.1
ΔE Greyscale 11.09 | 0.64-98 Ø6.4
Gamma: 2.2
LG Wine Smart
Adreno 304, 210 MSM8909, 4 GB Flash
Wiko Rainbow Up
Mali-400 MP2, MT6582, 8 GB eMMC Flash
Doogee Valencia2 Y100 Pro
Mali-T720, MT6735, 16 GB SSD
Samsung Galaxy J1
Mali-400 MP2, SC8830, 4 GB Flash
Bildschirm
21%
3%
6%
Helligkeit Bildmitte
442
525
19%
455
3%
370
-16%
Brightness
437
500
14%
428
-2%
364
-17%
Brightness Distribution
84
90
7%
84
0%
95
13%
Schwarzwert *
0.65
0.53
18%
0.52
20%
0.63
3%
Kontrast
680
991
46%
875
29%
587
-14%
DeltaE Colorchecker *
9.83
8.11
17%
11.22
-14%
5.99
39%
DeltaE Graustufen *
11.09
8.58
23%
12.83
-16%
7.28
34%
Gamma
2.2 100%
2.09 105%
2.12 104%
2.59 85%
CCT
12739 51%
8530 76%
11911 55%
7949 82%
Color Space (Percent of sRGB)
93.8099

* ... kleinere Werte sind besser

Man merkt dem Bildschirm an, dass hier auf das Display wesentlich weniger Wert gelegt wird, als bei klassischen Smartphones, wo es nun einmal das Herzstück der Bedienung ist und für die Betrachtung für Bilder und Videos möglichst hochwertig sein sollte. Bei dem kleinen Bildschirm des Wine Smart ist die detaillierte Betrachtung von Bildern oder Videos ohnehin kaum möglich, so dass auch Schwarzwert und Kontrast mit 0,65 cd/m² bzw. 680:1 mäßig sind.

Einen starken Blaustich können wir nach unseren genaueren Messungen mit dem Spektralfotometer und der Software CalMan dokumentieren. Außerdem werden Farben deutlich verfälscht: Pink ist beispielsweise auf dem Display des LG Wine Smart eher Lila.

CalMan Graustufen
CalMan Graustufen
CalMan Farbraum
CalMan Farbraum
CalMan Sättigung
CalMan Sättigung
CalMan Farbgenauigkeit
CalMan Farbgenauigkeit

Ein Klappsmartphone hat den Vorteil, dass man den Bildschirm gegenüber hellem Licht eher abschatten kann, so dass man auf dem Bildschirm auch meistens noch etwas erkennt. Dafür sind die Symbole und Schriften viel kleiner, was wiederum die Lesbarkeit erschwert. Die Helligkeit ist ausreichend für den Außeneinsatz.

Das TN-LED-Display bringt deutlich sichtbare Kontrastverschiebungen mit sich, wenn man das Display neigt. Das wird andererseits bei einem Smartphone im Klapphandy-Design auch seltener passieren als bei einem klassischen Smartphone.

Außeneinsatz
Außeneinsatz
Blickwinkel
Blickwinkel

Leistung

Schon in der alltäglichen Navigation durch das Menü kommt es ab und an zu Wartezeiten und Rucklern. Das lässt nichts Gutes für Performance-Freunde erwarten. Das LG Wine Smart muss mit einem Qualcomm Snapdragon 210 MSM8909 auskommen, immerhin ein Quadcore-SoC, das maximal mit 1,1 GHz taktet. Dazu gesellt sich eine Adreno 304 Grafiklösung und 1.024 MByte RAM.

Damit ist das Smartphone meist langsamer als die Vergleichsgeräte, sowohl bei der Prozessor- und Systemleistung, als auch bei der Geschwindigkeit der 4 GByte Massenspeicher. Nur das Samsung Galaxy J1 zeigt sich als noch langsameres Smartphone. Für einfache Smartphoneaufgaben ist das LG Wine Smart gerüstet, auch das Surfen im Internet geht einigermaßen flott, recht viel mehr sollte man dem Telefon aber nicht abverlangen.

AnTuTu v5 - Total Score (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
18064 Points ∼18%
Wiko Rainbow Up
19554 Points ∼20% +8%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
20419 Points ∼21% +13%
Geekbench 3
32 Bit Multi-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
1019 Points ∼3%
Wiko Rainbow Up
1174 Points ∼4% +15%
Samsung Galaxy J1
567 Points ∼2% -44%
32 Bit Single-Core Score (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
302 Points ∼6%
Wiko Rainbow Up
360 Points ∼7% +19%
Samsung Galaxy J1
312 Points ∼6% +3%
GFXBench 3.0
off screen Manhattan Offscreen OGL (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
1.8 fps ∼0%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
1.7 fps ∼0% -6%
on screen Manhattan Onscreen OGL (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
16 fps ∼4%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
3.5 fps ∼1% -78%
Smartbench 2012
Gaming Index (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
0 points ∼0%
Wiko Rainbow Up
2290 points ∼50%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
3178 points ∼69%
Samsung Galaxy J1
2263 points ∼49%
Productivity Index (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
0 points ∼0%
Wiko Rainbow Up
3638 points ∼19%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
3724 points ∼20%
Samsung Galaxy J1
2126 points ∼11%
BaseMark OS II
Web (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
621 Points ∼31%
Wiko Rainbow Up
571 Points ∼28% -8%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
556 Points ∼27% -10%
Samsung Galaxy J1
541 Points ∼27% -13%
Graphics (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
256 Points ∼1%
Wiko Rainbow Up
137 Points ∼0% -46%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
173 Points ∼1% -32%
Samsung Galaxy J1
65 Points ∼0% -75%
Memory (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
239 Points ∼4%
Wiko Rainbow Up
254 Points ∼4% +6%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
450 Points ∼7% +88%
Samsung Galaxy J1
185 Points ∼3% -23%
System (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
820 Points ∼5%
Wiko Rainbow Up
970 Points ∼6% +18%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
844 Points ∼5% +3%
Samsung Galaxy J1
551 Points ∼3% -33%
Overall (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
420 Points ∼5%
Wiko Rainbow Up
373 Points ∼4% -11%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
437 Points ∼5% +4%
Samsung Galaxy J1
245 Points ∼3% -42%
AndroBench 3-5
Random Write 4KB (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
3 MB/s ∼1%
Wiko Rainbow Up
4.01 MB/s ∼2% +34%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
3.78 MB/s ∼2% +26%
Samsung Galaxy J1
1.5 MB/s ∼1% -50%
Random Read 4KB (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
11.5 MB/s ∼7%
Wiko Rainbow Up
26.7 MB/s ∼15% +132%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
17.76 MB/s ∼10% +54%
Samsung Galaxy J1
13.76 MB/s ∼8% +20%
Sequential Write 256KB (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
12 MB/s ∼3%
Wiko Rainbow Up
21.03 MB/s ∼5% +75%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
51.71 MB/s ∼13% +331%
Samsung Galaxy J1
11.3 MB/s ∼3% -6%
Sequential Read 256KB (nach Ergebnis sortieren)
LG Wine Smart
118 MB/s ∼13%
Wiko Rainbow Up
144.18 MB/s ∼16% +22%
Doogee Valencia2 Y100 Pro
139.22 MB/s ∼15% +18%
Samsung Galaxy J1
59.72 MB/s ∼7% -49%

Legende

 
LG Wine Smart Qualcomm Snapdragon 210 MSM8909, Qualcomm Adreno 304, 4 GB Flash
 
Wiko Rainbow Up Mediatek MT6582, ARM Mali-400 MP2, 8 GB eMMC Flash
 
Doogee Valencia2 Y100 Pro Mediatek MT6735, ARM Mali-T720, 16 GB SSD
 
Samsung Galaxy J1 Spreadtrum SC8830, ARM Mali-400 MP2, 4 GB Flash

Spiele

Einfache Titel wie "Angry Birds: Star Wars" lassen sich auf dem LG Wine Smart recht problemlos spielen, das Bild ist eben klein, aber die Steuerung über den Touchscreen funktioniert recht gut. Allerdings muss man sich daran gewöhnen, dass der Tastaturteil des Smartphones eben immer rechts oder links absteht und die Zugänglichkeit zum Touchscreen einschränkt.

Anspruchsvollere Titel sind allein schon für den begrenzten internen Speicherplatz eine Herausforderung. "Asphalt 8: Airborne" braucht beispielsweise schon 1,54 GByte und lässt sich damit auf dem nach der Betriebssysteminstallation verbleibenden Speicher nicht installieren. Der Download von so großen Apps geht zudem über das Smartphone sehr langsam vonstatten.

"Angry Birds: Star Wars" läuft recht problemlos.
"Angry Birds: Star Wars" läuft recht problemlos.
Große Apps lassen sich aber nicht so einfach installieren.
Große Apps lassen sich aber nicht so einfach installieren.

Emissionen

Temperatur

Die Temperaturentwicklung ist auch unter voller Last unauffällig, 36,7 Grad als Maximum im oberen Bereich der Handytastatur sind ein wenig spürbar, aber keineswegs kritisch. Das war bei dem recht leistungsschwachen SoC nicht anders zu erwarten. Im Idle-Betrieb ist sogar überhaupt keine Erwärmung spürbar.

Max. Last
 32.3 °C36 °C30.7 °C 
 33.3 °C36.7 °C33.3 °C 
 33.4 °C35.4 °C32.4 °C 
Maximal: 36.7 °C
Durchschnitt: 33.7 °C
33.7 °C34.5 °C28.3 °C
33.4 °C34.8 °C29.2 °C
33.1 °C34.6 °C29.4 °C
Maximal: 34.8 °C
Durchschnitt: 32.3 °C
Netzteil (max.)  34.4 °C | Raumtemperatur 22.1 °C | Voltcraft IR-360
(±) Die Durchschnittstemperatur auf der Oberseite unter extremer Last ist 33.7 °C. Im Vergleich erhitzte sich der Durchschnitt der Geräteklasse Smartphone auf 33.1 °C.
(+) Die maximale Temperatur auf der Oberseite ist 36.7 °C. Im Vergleich liegt der Klassendurchschnitt bei 35.6 °C (von 22.4 bis 51.7 °C für die Klasse Smartphone).
(+) Auf der Unterseite messen wir eine maximalen Wert von 34.8 °C (im Vergleich zum Durchschnitt von 34.1 °C).
(+) Ohne Last messen wir eine durchschnittliche Temperatur von 24.6 °C auf der Oberseite. Der Klassendurchschnitt erreicht 33.1 °C.

Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher an der Rückseite liefern überraschend lauten Sound, der aber nur zum kurzen Anhören von Musikstücken geeignet ist oder allenfalls für ein schnelles Internetvideo. Bässe gibt es nämlich kaum, außerdem sind die Höhen stark überbetont. Störend finden wir, dass das LG Wine Smart ständig Geräusche macht, etwa beim Auf- und Zuklappen. Das kann man aber glücklicherweise recht einfach abstellen.

Akkulaufzeit

Energieaufnahme

Beim Stromverbrauch zeigt sich das LG Wine Smart genügsam, was sicher auch an dem kleinen Bildschirm liegt. Im Schnitt kommt das Gerät mit einem Drittel bzw. der Hälfte des Stromes aus, den die Vergleichs-Smartphones konsumieren. Das sollte doch für tolle Akkulaufzeiten reichen, die an frühere Tage erinnern, oder?

Stromverbrauch
Aus / Standbydarklight 0 / 0.1 Watt
Idledarkmidlight 0.4 / 0.9 / 1.4 Watt
Last midlight 2.2 / 3.8 Watt
 color bar
Legende: min: dark, med: mid, max: light        Voltcraft VC 940

Akkulaufzeit

Leider ist der Akku des LG Wine Smart nicht sonderlich kapazitätsstark: 6,5 Wattstunden kann er bereitstellen, das Wiko Rainbow Up bietet beispielsweise 10,3 Wattstunden. Deshalb kann das LG Wine Smart zwar mit den Vergleichsgeräten mithalten, muss aber nach eineinhalb durchschnittlichen Gebrauchstagen ans Netz. Allerdings wird das Klapp-Smartphone wegen des kleineren Bildschirms wohl nicht so viel zum Surfen im Internet genutzt, was sich positiv auf die Akkulaufzeit in der Praxis auswirken kann. Insgesamt ist die Akkulaufzeit durchaus in Ordnung, angesichts des kleinen Bildschirms hätten wir uns aber mehr erhofft.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
17h 26min
NBC WiFi Websurfing Battery Test 1.3
10h 23min
Last (volle Helligkeit)
4h 44min
LG Wine Smart
Adreno 304, 210 MSM8909, 4 GB Flash
Wiko Rainbow Up
Mali-400 MP2, MT6582, 8 GB eMMC Flash
Samsung Galaxy J1
Mali-400 MP2, SC8830, 4 GB Flash
Doogee Valencia2 Y100 Pro
Mali-T720, MT6735, 16 GB SSD
Akkulaufzeit
-2%
13%
-41%
Idle
1046
1123
7%
1262
21%
720
-31%
WLAN
623
634
2%
648
4%
305
-51%
Last
284
240
-15%
321
13%
168
-41%
H.264
625
512

Pro

+ Verschiedene Eingabemöglichkeiten
+ Schickes Design
+ Handliches Format
+ Zuverlässiger Touchscreen
+ Keine Bloat-Ware
+ Heller Bildschirm

Contra

- Geringe Stabilität des Bildschirms
- Wenige Frequenzen
- Geringe Signalstärke bei WLAN
- Dumpfes Mikrofon
- Gering auflösende Kameras
- Vergleichsweise teuer
- Kleiner Bildschirm
- Geringe Farbtreue
- Wenig Leistung
- Akkulaufzeiten nur passabel

Fazit

Im Test: LG Wine Smart
Im Test: LG Wine Smart

Das LG Wine Smart wendet sich an eine bestimmte Zielgruppe: Sie sollten das Retro-Design mögen und den Klapp-Handys immer noch ein wenig nachtrauern, dabei wollen sie aber nicht auf ein modernes Betriebssystem, LTE und Apps verzichten. Aber selbst, wenn man alle diese Kriterien erfüllt, gibt es kaum echte Vorteile gegenüber einem klassischen Smartphone: Die Akkulaufzeit ist nicht besser als bei anderen Geräten der Einsteigerklasse, die Leistung eher mäßig und das Betrachten und Navigieren in Apps und Internetseiten ist auf dem kleinen Bildschirm oft schwierig.

Die Kombination aus Touchscreen und klassischer Handytastatur hat was, kann aber mit ihren vielen Steuerungsmöglichkeiten verwirren. Auch wenn uns das Gehäuse mit auswechselbarem Akku gut gefällt, so ist die Stabilität der Bildschirmeinheit doch zu gering. Die Kameras sind eine weitere Einschränkung, hier bekommt man bei gleichpreisigen Smartphones oft mehr Qualität und Möglichkeiten geboten.

Für 160 Euro gibt's ein wenig Sehnsucht nach der Zeit von Motorola Razr, Samsungs Klapphandys und Nokia 7220. Für ein modernes Smartphone ist das LG Wine Smart aber leider mit zu vielen Kompromissen behaftet und bietet kaum Vorteile gegenüber einem klassischeren Smartphone-Design. So können wir den Kauf nur absoluten Klapphandy-Fanatikern empfehlen oder solchen Leuten, die außer dem Telefonieren wenig mit ihrem mobilen Gerät machen – da gibt es dann aber günstigere Alternativen.

LG Wine Smart - 07.12.2015 v4(old)
Florian Wimmer

Gehäuse
77%
Tastatur
65 / 75 → 87%
Pointing Device
66%
Konnektivität
46 / 60 → 77%
Gewicht
93%
Akkulaufzeit
93%
Display
78%
Leistung Spiele
50 / 63 → 79%
Leistung Anwendungen
21 / 70 → 30%
Temperatur
92%
Lautstärke
100%
Audio
45 / 91 → 49%
Kamera
55%
Durchschnitt
68%
77%
Smartphone - gewichteter Durchschnitt
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Preisvergleich

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Autor: Florian Wimmer,  8.12.2015 (Update: 15.05.2018)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.