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Test Samsung 860 Evo und Samsung 860 Pro SSD (SATA)

Christian Hintze, 👁 J. Simon Leitner, Felicitas Krohn, 23.01.2018

Am Limit. Für aufrüstwillige Nutzer ohne schnellen M.2-Anschluss bringt Samsung die SSD-860-Serie für die SATA-3-Schnittstelle heraus. Was 860 Evo und 860 Pro voneinander unterscheidet, für wen sich der Kauf lohnt und wie schnell die neuen Modelle sind, klärt unser Test der Varianten mit 1 TB Speicherplatz.

Im vergangenen Dezember erst testeten wir die neuen und rasend schnellen Samsung-NVMe-SSDs für die M.2-Schnittstelle, die 960 Evo und 960 Pro. Jetzt hat uns der Hersteller mit Testmustern zu den neuen SATA 3-Modellen 860 Evo und 860 Pro versorgt. M.2-SSDs mit NVMe-Protokoll bieten zumindest auf dem Papier deutlich höhere Transferdaten als SATA-3-SSDs mit AHCI-Protokoll. Aber noch ist die M.2-Schnittstelle nicht in jedem PC integriert und in vielen Notebooks gibt es zwar schon M.2, aber oftmals auch nur mit der langsameren SATA- statt NVMe-Anbindung. 

Die neue 860er Serie von Samsung setzt im Gegensatz zur 960er Serie noch auf die alte Schnittstelle und bietet so allen Mainstream-Nutzern ohne NVMe-M.2-Anschluss eine schnelle Aufrüstoption, indem die neuen Datenträger die Schnittstelle möglichst ausreizen. Denn gegenüber den herkömmlichen Festplatten bringen auch sie einen gewaltigen Geschwindigkeitsvorteil und der Unterschied zu den schnelleren NVMe-Modellen ist meistens eher mess- als spürbar, es sei denn, man transferiert täglich große Datenmengen.

Die beiden Testmodelle bieten eine Kapazität von 1 TB, die Serie beinhaltet aber auch Größen von 250 GB bis zu 4 TB. Wir lassen die beiden neuen Modelle gegeneinander antreten und werfen auch die beiden Vorgängermodelle mit in den Testring. Zum Zwecke der Anschauung kommt auch die Samsung 960 Pro mit in die Vergleichsgruppe, um die Unterschiede beider Schnittstellen zu verdeutlichen.

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Spezifikationen 860 Evo
Spezifikationen 860 Evo
Spezifikationen 860 Pro
Spezifikationen 860 Pro
Modell Samsung 860 Evo Samsung 860 Pro
Speicherkapazität in GB 250 / 500 / 1.000 / 2.000 / 4.000 256 / 512 / 1024 / 2048
Preis in Euro 109,99 / 189,99 / 369,99 / 729,99 / 1.559,99 145,90 / 259,90 / 499,90 / 989,90

Speichertechnisch sind beide 860er Modelle mit 3D-V-NAND ausgestattet. Die 860 Evo bietet dabei einen 3-Bit-TLC-Speicher, während man für die Pro-Version auf 2-Bit-MLC setzt. Durch den 2-Bit-MLC-Speicher wird die Geschwindigkeit und Langlebigkeit potentiell noch einmal erhöht. Dafür ist die Evo-Variante preiswerter. Für beide Modelle gewährt Samsung eine eingeschränkte Herstellergarantie von 5 Jahren.

Im Gegensatz zum Vorgänger soll sich die Dauerleistungsfähigkeit um 25 (Pro) bzw. 50 (Evo) % erhöht haben. Die Gesamtschreibdatenmengen steigen jeweils um das bis zu Achtfache der 850er Serie auf nun bis zu 2.400 TB TBW (Total Bytes Written) für die Evo bzw. auf bis zu 4.800 TB TBW für die Pro. Die Angaben zum maximalen Gewinn beziehen sich auf die Modelle mit 4 TB, bei der 1 TB-Variante steigt die Gesamtschreibdatenmenge immerhin noch um das Vierfache, bei den kleineren Modellen nimmt der Zuwachs dementsprechend ab.

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Testsystem

Unser Testsystem wird von einem Intel Core i5-4570 mit vier Kernen und 3,2 GHz Takt angeführt. Ihm stehen 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite, das Mainboard ist das H87 von ASRock. Eine Geforce GTX 770 sorgt für die Grafikdarstellung und als Betriebssystem ist Windows 10 Home 64-Bit  im Einsatz. Die Speicherlaufwerke sind in dem Desktop-PC mittels SATA 3 verbunden, es soll aber auch Varianten für M.2 2280 SATA und mSATA geben, und natürlich eignen sie sich auch für Notebooks mit den entsprechenden Schnittstellen.

Synthetische Benchmarks

ATTO vs. AS SSD und Crystaldiskmark

Die neuen Samsung-Modelle liefern erwartungsgemäß eine gute Leistung ab, zumindest für die SATA-Schnittstelle. Die beiden erfolgreichen und beliebten Vorgängermodelle können sie ohne Weiteres noch einmal schlagen. Wobei sich die sequentiellen Schreib- und Lesewerte eigentlich nicht wesentlich verbessert haben. Trotzdem steigt vor allem der allgemeine Lesescore bei der jeweiligen Testsoftware. Das liegt insbesondere an den besser gewordenen 4K(-64)-Werten.

Außerdem wurden auch die Zugriffszeiten noch einmal optimiert, sodass die neue Evo gar die alte Pro leicht überholen kann. Die neue Pro ist hier noch einmal etwas besser, bei den Zugriffszeiten schneidet die eigentlich deutlich bessere M.2-SSD 960 Pro am schlechtesten ab.

Ansonsten sind die Unterschiede zwischen den beiden neuen 860er-Modellen extrem gering. Auch hier wird deutlich, dass der Leistungsspielraum nach oben hin extrem begrenzt ist. Bei der 850er Serie trennten Evo noch ca. 30 % von der Pro, bei der 860er Serie liegen sie gesamtwertungstechnisch mit etwa 3 % Unterschied nahezu gleichauf.

AS SSD 860 Evo
AS SSD 860 Evo
Crystaldiskmark 860 Evo
Crystaldiskmark 860 Evo
AS SSD 860 Pro
AS SSD 860 Pro
Crystaldiskmark 860 Pro
Crystaldiskmark 860 Pro


Samsung SSD 860 Pro 1TBSamsung SSD 860 Evo 1TBSamsung SSD 850 EVO 1TBSamsung SSD 850 PRO 1TBSamsung SSD 960 Pro 1TB m.2 NVMe
AS SSD
-3%
-32%
-3%
135%
Copy Game MB/s
307.34
301.11
-2%
462
50%
833.33
171%
Copy Program MB/s
240.27
240.2
0%
366
52%
401.75
67%
Copy ISO MB/s
453.38
369.87
-18%
474
5%
1291.95
185%
Score Total
1687
1682
0%
1030
-39%
1186
-30%
4187
148%
Score Write
433
426
-2%
398
-8%
472
9%
1337
209%
Score Read
822
825
0%
413
-50%
465
-43%
1911
132%
Access Time Write *
0.03
0.03
-0%
0.049
-63%
0.032
-7%
0.052
-73%
Access Time Read *
0.037
0.041
-11%
0.06
-62%
0.045
-22%
0.051
-38%
4K-64 Write
274.45
268.49
-2%
277.51
1%
321
17%
1056.91
285%
4K-64 Read
726.82
731.51
1%
331.86
-54%
378
-48%
1605.37
121%
4K Write
108.88
107.41
-1%
73.92
-32%
101
-7%
70.42
-35%
4K Read
42.89
40.83
-5%
29.7
-31%
35
-18%
31.74
-26%
Seq Write
498.58
498.15
0%
465.7
-7%
496
-1%
2092.36
320%
Seq Read
525.31
524.35
0%
510.92
-3%
526
0%
2738.05
421%
CrystalDiskMark 3.0
0%
-8%
2%
138%
Write 4k QD32
243.6
267.6
10%
346
42%
351
44%
401.8
65%
Read 4k QD32
299.5
299.9
0%
339.9
13%
391
31%
479.9
60%
Write 4k
124.5
122.8
-1%
91.96
-26%
116
-7%
77.46
-38%
Read 4k
47.79
43.31
-9%
35.37
-26%
38
-20%
31.61
-34%
Write 512
510.8
511.1
0%
393.2
-23%
481
-6%
1728
238%
Read 512
480.4
494.2
3%
413.1
-14%
396
-18%
1261
162%
Write Seq
517.3
517.5
0%
439
-15%
494
-5%
2087
303%
Read Seq
544.7
543.7
0%
485.4
-11%
528
-3%
2452
350%
Durchschnitt gesamt (Programm / Settings)
-2% / -2%
-20% / -21%
-1% / -1%
137% / 136%

* ... kleinere Werte sind besser

Unter Atto erkennt man vor allem die großen Unterschiede zur 960 Pro mit NVMe. Die beiden 860er Modelle unterscheiden sich hingegen nur unwesentlich voneinander. Einem Unterschied von etwa 9 % (durch einen Ausreißer!) beider 860er Modelle steht ein Vorsprung von über 274 % der 960 Pro mit NVMe-Protokoll gegenüber.

ATTO Samsung 860 Evo
ATTO Samsung 860 Evo
ATTO Samsung 860 Pro
ATTO Samsung 860 Pro
ATTO Samsung 960 Pro
ATTO Samsung 960 Pro
Samsung SSD 860 Pro 1TBSamsung SSD 860 Evo 1TBSamsung SSD 960 Pro 1TB m.2 NVMe
ATTO Disk Benchmark
-9%
274%
8192KB write
532140
533315
0%
2079890
291%
4096KB write
532874
530242
0%
2090010
292%
2048KB write
531555
532874
0%
2090010
293%
1024KB write
531555
530242
0%
2100230
295%
16KB write
458850
469762
2%
1102410
140%
8192KB read
561841
563151
0%
2960680
427%
4096KB read
561841
563151
0%
3019900
438%
2048KB read
561841
563151
0%
3026480
439%
1024KB read
5631520
563151
-90%
3263860
-42%
16KB read
479651
480847
0%
1257110
162%

Die Tabelle zeigt, dass es auch im PCMark 7 Storage nur geringe Unterschiede zwischen der neuen Evo und der Pro gibt. Mit 6 % liegt die 860 Pro insgesamt leicht vor der Evo, kann sich jedoch nicht wirklich absetzen.

Der PCMark-8-Benchmark offenbart noch weniger Unterschiede. Im Test des Systemspeichers muss sich die 860 Pro mit einem einstelligen Punktepolster gegenüber der 860 Evo begnügen. Die Unterschiede im Home-Score sind mit gerade mal 2 Punkten noch geringfügiger. In beiden Fällen beträgt der Unterschied unter 1 Prozent.

PCMark 7 Storage 860 Evo
PCMark 7 Storage 860 Evo
PCMark 8 Storage 860 Evo
PCMark 8 Storage 860 Evo
PCMark 8 Home 860 Evo
PCMark 8 Home 860 Evo
PCMark 7 Storage 860 Pro
PCMark 7 Storage 860 Pro
PCMark 8 Storage 860 Pro
PCMark 8 Storage 860 Pro
PCMark 8 Home 860 Pro
PCMark 8 Home 860 Pro
Test \ Modell Samsung 860 Evo Samsung 860 Pro Samsung 860 Evo Samsung 860 Pro
PCMark 7

6%

PCMark 8
Secondary Storage

5573

5663 +2%

Storage Score V2

4999

5007 +0%

Raw Sec. Storage

7212

7914 +10%

Home Acc. V2

4508

4510 +0%

Datenkompression

Bei der Datenkompression zeigt sich das Dilemma der SATA-Schnittstelle auch graphisch. Samsung kratzt mit der neuen 860er Serie noch mehr am absoluten Limit des veralteten Protokolls. Unterschiede zwischen den beiden Modellen oder Fluktuationen innerhalb dieser bleiben fast völlig aus. Das sieht nach schöner Konstanz aus, letztendlich gibt es hier jedoch eigentlich keinen Spielraum mehr nach oben hin. Der Graph der Pro sieht tatsächlich noch einmal minimal geglätteter aus als der der Evo. Aber die minimalen Messunterschiede sind quasi nicht spürbar. Zum Vergleich auch ein Bild der 960 Pro, in dem bereits der Basiswert deutlich höher ist und der Graph mehr Variationen und Ausschläge aufweist.

Samsung 860 Evo
Samsung 860 Evo
Samsung 860 Pro
Samsung 860 Pro
Samsung 960 Pro
Samsung 960 Pro

Fazit

Samsung 860 Pro & 860 Evo, zur Verfügung gestellt von Samsung
Samsung 860 Pro & 860 Evo, zur Verfügung gestellt von Samsung

Die neue 860er Serie kommt im Test auf sehr gute Werte innerhalb ihrer Klasse und kann den beliebten, direkten Vorgänger noch einmal übertrumpfen. Vor allem die 4K-Werte und die Zugriffszeiten wurden weiter optimiert. Damit eignen sich Samsungs 860 Evo und 860 Pro hervorragend für jedes Notebook oder alle Desktop-PCs, die ausschließlich über die SATA-Schnittstelle verfügen. Perfekt gelingt mit den neuen Speicherlaufwerken natürlich der längst fällige Umstieg von einer herkömmlichen Festplatte bzw. HDD. Der Geschwindigkeitsgewinn ist hier besonders stark spürbar und lohnt sich definitiv.

Die Testergebnisse verdeutlichen jedoch auch, dass die Hersteller an die Leistungsgrenzen der SATA-Schnittstelle heranreichen und der Geschwindigkeitsgewinn abnimmt. Die Bemühungen, die Grenzen noch weiter ans Limit zu pushen, sind löblich, aber große Leistungssprünge wie bei M.2-SSDs mit NVMe-Anbindung sind nicht mehr annähernd zu erwarten.

Trotz Verbesserung zum Vorgänger lohnt der Umstieg eigentlich kaum. Lediglich der Unterschied zur 850 Evo ist noch relevant, aber auch diesen wird der Mainstream-User in der Praxis wohl kaum spüren. Für Nutzer, die über einen M.2-Slot mit schneller PCIe-Anbindung und NVMe-Protokoll verfügen, sind die SATA-Modelle eh nichts mehr. Alle anderen können hingegen bedenkenlos zugreifen, der Kauf des Pro-Modells macht allerdings nur für Enthusiasten Sinn, die Unterschiede zur neuen Evo fallen für den Preisunterschied zu gering aus. 

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Autor: Christian Hintze, 23.01.2018 (Update: 15.05.2018)
Christian Hintze
Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).