Die offizielle Übergabe des US-Geschäfts von TikTok an die neue TikTok USDS Joint Venture LLC am Freitag, den 23. Januar 2026, markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Kurzvideodienstes. Doch der Start unter der neuen Führung, zu der unter anderem Oracle, Silver Lake und die MGX aus Abu Dhabi gehören, verläuft alles andere als reibungslos. Während Präsident Donald Trump den Deal als Erfolg feiert, berichten etliche Medien in den USA von massiven technischen Problemen und Kritik an den neuen Nutzungsbedingungen.
Die New York Times hebt die geänderten Datenschutzbestimmungen hervor, die US-Bürger beim ersten Login akzeptieren müssen. Die App sammelt nun bei entsprechender Freigabe nicht mehr nur die ungefähre, sondern die präzise Standortposition der Nutzer. Zudem wird die Datenerfassung für personalisierte Werbung massiv ausgeweitet und umfasst jetzt auch Aktivitäten außerhalb der TikTok-App. Auch die Interaktionen mit generativer KI werden künftig systematisch erfasst und ausgewertet.
Das erste Wochenende nach dem Besitzerwechsel war zudem von technischen Ausfällen geprägt. Nutzer klagten laut Berichten von The Verge über Probleme beim Login und beim Hochladen von Videos. Viele Clips blieben stundenlang in der Prüfung hängen, während internationale Nutzer außerhalb der USA keine Einschränkungen spürten. TikTok USDS begründete die Störungen mit einem Stromausfall in einem US-Rechenzentrum, doch in sozialen Netzwerken kursieren bereits Spekulationen über Zensur im Zusammenhang mit aktuellen Protesten in Minneapolis.
Ein zentrales Versprechen der neuen Eigentümer ist die sogenannte Interoperabilität, damit US-Nutzer weiterhin Inhalte aus dem Rest der Welt sehen können. Dennoch soll der Algorithmus für die USA komplett neu auf Basis lokaler Daten trainiert werden, um Sicherheitsbedenken hinsichtlich chinesischer Einflussnahme zu zerstreuen. Ob die App ihre "Magie" behält, wenn der ursprüngliche ByteDance-Algorithmus durch eine US-Version ersetzt wird, bleibt abzuwarten.








