Das jahrelange Tauziehen um TikTok in den USA findet ein Ende. ByteDance hat nun verbindliche Verträge unterzeichnet, um das US-Geschäft in ein neues Gemeinschaftsunternehmen auszulagern. Damit wird das endgültige Aus der App abgewendet, nachdem sie Anfang 2025 in den USA bereits kurzzeitig offline war.
Grundlage für den erzwungenen Verkauf ist der „Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act“. Das Gesetz fordert die Trennung von TikTok von seinem chinesischen Mutterkonzern ByteDance, um Sicherheitsrisiken durch potenzielle Datenzugriffe Chinas auszuschließen.
ByteDance zog gegen das faktische Verbot der App bis vor das oberste Gericht der USA, musste aber am 17. Januar 2025 eine Niederlage vor dem Supreme Court einstecken. Das hatte unmittelbare Folgen: Am 19. Januar 2025 war TikTok in den USA tatsächlich für fast einen Tag gesperrt. Die App wurde aus den Stores entfernt und zeigte selbst nur noch Fehlermeldungen. Erst ein Dekret von Donald Trump nach seiner Amtseinführung stoppte das Verbot vorübergehend und ermöglichte die jetzige Lösung.
So geht es für TikTok in den USA weiter
BytDance hat einen Großteil seiner Anteile an der App an ein Gemeinschaftsunternehmen verkauft. 19,9 Prozent bleiben bei dem chinesischen Unternehmen – das Maximum, das nach US-Recht für ausländische Anteilseigner zulässig ist. An dem Joint Venture beteiligen sich Oracle, Silver Lake und MGX mit jeweils 15 Prozent. Die restlichen Anteile sind aufgeteilt unter neuen Investoren, und solchen, die bereits in TikTok investiert haben. Ein siebenköpfiger, mehrheitlich amerikanischer Aufsichtsrat übernimmt die Führung.
Auffällig ist, dass MGX selbst kein US-Unternehmen ist. Hier handelt es sich um eine staatliche Investmentgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate für KI-Technik. Silver Lake stellt das finanzielle Know-how. Oracle ist verantwortlich für das Hosting, die Datensicherheit und einen Quellcode-Audit.
Das wohl wertvollste Gut an dem Verkauf von TikTok ist wohl der Verkauf des Algorithmus zum Ausspielen der Kurzvideos. Ohne eine zum Nutzer passende Auswahl, dürfte Doom-Scrolling wohl bald der Vergangenheit angehören.
Auch in Europa brennt die Hütte: Rekordstrafe aus Irland
Während in den USA eine Lösung gefunden wurde, steht TikTok in Europa unter massivem Druck. Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat im Mai 2025 ein Rekordbußgeld in Höhe von 530 Millionen Euro verhängt. Der Vorwurf: illegale Übermittlung von Nutzerdaten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum nach China.
Zwar konnte TikTok im November 2025 vor dem Irish High Court einen vorläufigen Teilsieg erringen – die angeordnete Aussetzung der Datenströme wurde vorerst gestoppt –, doch das Verfahren zieht sich weiter. Das zeigt deutlich: Die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Nähe zu China sind kein rein amerikanisches Phänomen. Seit dem 18. Dezember mus TikTok daher EU-Bürger deutlich beim Start der App darüber informieren, dass Daten hier nach China abfließen.








