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Twitter ist zurück, und Elon Musk gefällt das gar nicht

Das Logo von Twitter.now
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Twitter ist zurück, zumindest dem Namen nach: Ein von einem ehemaligen Twitter-Anwalt gegründetes Start-up hat Twitter.now gestartet. Das neue soziale Netzwerk orientiert sich am klassischen Twitter, ergänzt das Konzept aber um ein KI-gestütztes System zur Faktenprüfung. Elon Musks X geht bereits gerichtlich gegen das Projekt vor.

Twitter ist zurück, zumindest vom Namen her. Operation Bluebird ist ein Start-up aus dem US-Bundesstaat Virginia, das vom früheren Twitter-Chefjuristen Stephen Coates gegründet worden ist, hat unter Twitter.now ein neues soziales Netzwerk gestartet. Damit will das Unternehmen den Namen und den Markenauftritt wiederbeleben, die Elon Musk bei der Umbenennung von Twitter in X im Jahr 2023 aufgegeben hat.

Coates hat vor Musks Übernahme die Rechtsabteilung von Twitter geleitet. Operation Bluebird hat er gegründet, weil X seiner Ansicht nach die Rechte am Namen Twitter und den zugehörigen Markenelementen faktisch aufgegeben hat. Das Start-up hat seine Pläne im vergangenen Dezember angekündigt und anschließend Markenrechte für Twitter beantragt.

Der Streit ist schnell vor Gericht gelandet. X hat bei einem Bundesrichter in Delaware beantragt, den Start des neuen sozialen Netzwerks zu untersagen. Bei einer Anhörung im April 2026 hat Richter Colm Connolly jedoch vorläufig erkennen lassen, dass X seine Ansprüche auf geistiges Eigentum am Begriff "Tweet", dem bekannten Vogellogo und möglicherweise sogar am Namen Twitter aufgegeben haben könnte. Eine schriftliche Entscheidung steht noch aus, Coates hat den Dienst nach diesen Äußerungen dennoch gestartet.

Twitter.now grenzt sich ausdrücklich von Musks Unternehmen ab und weist darauf hin, nicht mit X Corp. verbunden zu sein. Gestaltung und Bedienung erinnern stark an das frühere Twitter, einschließlich bekannter Funktionen wie Antworten und Retweets.

Twitter.now befindet sich noch in einer frühen Phase und zählt bislang nur einige Hundert Nutzer. Ein wesentlicher Unterschied zum ursprünglichen Twitter ist Vera, ein auf Google Gemini basierendes KI-System zur Faktenprüfung, das jeden Beitrag analysiert. Coates testet die Funktion, indem er bewusst offensichtlich falsche Behauptungen veröffentlicht und die Reaktion des Systems überprüft.

Laut Coates soll die Plattform einen sichereren digitalen "Marktplatz" schaffen, auf dem Menschen ihre Meinung äußern können, ohne von Algorithmen abhängig zu sein, die schädliche oder falsche virale Inhalte mit zusätzlicher Reichweite belohnen.

Der Rechtsstreit ist allerdings noch lange nicht beendet. Der Markenrechtsanwalt Josh Gerben hält die Argumentation von Operation Bluebird für grundsätzlich tragfähig, sieht den Ausgang des Verfahrens aber als offen an. Nach dem Start des neuen Dienstes rechnet er mit weiterem Widerstand von X. Zumindest vorerst ist der Name Twitter damit wieder online, nur nicht dort, wo Elon Musk ihn vorgesehen hat.

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Autor: Andrew Sozinov, 28.08.2026 (Update: 28.08.2026)