Überraschendes Ergebnis: Lohnt sich gebrauchtes E-Auto bei 2-Euro-Spritpreis?

Die Strompreise sind 2022 und 2023 stark gestiegen, was die Attraktivität von E-Autos für Verbraucher geschmälert hat. Nun sind es die Spritpreise, die in die Höhe klettern. Laut ADAC lag der durchschnittliche Preis für Super E10 Ende März 2026 bereits bei etwas mehr als 2 Euro pro Liter. Für Verbraucher wird es zunehmend schwieriger, sich zwischen Verbrenner und Elektroauto zu entscheiden. Golem rechnet das an einem typischen Zweitwagen-Szenario auf dem Land durch und vergleicht einen fünf Jahre alten VW Up für rund 9.000 Euro mit einem ähnlich alten e-Up für etwa 11.000 Euro.
E-Auto gewinnt – aber öffentlich geladen
Der E-Kleinwagen kostet in der Beispielrechnung zunächst rund 2.000 Euro mehr, was durch die niedrigeren Energiekosten auf den ersten Blick schnell ausgeglichen scheint. Während beim Benziner bei rund 6 Litern pro 100 Kilometer und einem Spritpreis von rund 2 Euro etwa 12 Euro für 100 Kilometer anfallen, kommt der e-Up mit 14,7 kWh auf weniger als 5 Euro pro 100 Kilometer bei 30 Cent pro kWh. Rein rechnerisch wäre der Mehrpreis damit nach rund 30.000 Kilometern wieder drin.
In der Praxis wird die Rechnung aber komplizierter. Golem setzt für eine Wallbox samt Einbau rund 2.500 Euro an, wodurch der anfängliche Kostenvorteil des Benziners auf 4.500 Euro wächst. Steuer, Versicherung und Wartung sprechen zwar leicht für das E-Auto, bringen laut Golem aber nur knapp 100 Euro Ersparnis pro Jahr. Wirklich entscheidend bleibt damit der Strompreis. Mit Haushaltsstrom spart der e-Up ordentlich, mit eigener Solaranlage wird es noch attraktiver. Überraschend: In der Fünfjahresrechnung mit 8.000 Kilometern pro Jahr ist aber weder der Beziner noch das E-Auto mit Wallbox im Vorteil, sondern der öffentlich geladene e-Up ohne Wallbox. Die gesparten Investitionskosten für die Wallbox übertreffen hier nämlich die höheren Ladekosten.
Nach fünf Jahren kommt Golem auf rund 16.300 Euro Gesamtkosten für den Benziner. Der zu Hause geladene e-Up mit Wallbox liegt bei etwa 17.200 Euro und wäre damit zunächst rund 900 Euro teurer. Mit teilweiser Solarstromnutzung schrumpft der Abstand auf etwa 200 Euro. Öffentlich geladen liegt der e-Up mit rund 16.100 Euro sogar knapp vor dem Benziner und stellt in der 5-Jahres-Rechnung die günstigste Option dar.
Wallbox geht auch günstiger
Nach Golems Rechnung ist das E-Auto also langfristig die beste Option – und das sogar ohne Wallbox. In der Kommentarsektion des Artikels stimmt man dem aber nur bedingt zu. Einige Leser halten die 2.500 Euro für die Wallbox für zu hoch und verweisen auf einfache und deutlich kostengünstigere Lösungen – etwa die Anker SOLIX V1, die samt Kabel auf Amazon aktuell rund 650 Euro kostet. Der Einbau kann zwar je nach Einsatzort mehr als 1.000 Euro kosten, in vielen Haushalten dürfte sich die Investition in eine Wallbox aber dennoch unter 2.500 Euro halten lassen.









