Windkraft: Goldhofer zeigt neues Rotorblatttransportfahrzeug mit veränderbarer Spurweite und optionalem Elektroantrieb

Auf den Goldhover Innovation Days hat der Memminger Schwerlastspeziailist ein neues Fahrzeug für den Transport von Rotorblättern von Windkraftanlagen und anderen schweren Lasten vorgestellt. PST/SL-ES (285) heißt das neue, in Blau gehaltene Gefährt) mit seiner Aufnahme für Rotorblätter. Da Rotorblätter sehr lang werden können, werden diese häufig nicht liegend transportiert, sondern stehen ein wenig.
Das Besondere an dem Fahrzeug ist aber, dass es bei Bedarf die Seitenstabilität erhöhen kann. Für hohe Lasten mit hohem Schwerpunkt ist das besonders wichtig, damit die Ladung nicht zur Seite wegkippt. So sind schon ganze Brücken beim Transport abgestürzt. Das Mehr an Seitenstabilität erreicht das PST/SL-ES (285) durch ein Herausdrehen der Achsen (siehe Bilder unten). Dadurch wird die Spurbreite um 300 mm erhöht, so Goldhofer während der Vorstellung im eigenen Werk. Wenn der Weg eine Spurbreitenerhöhung erlaubt, dann gibt es zusätzliche Alternativen auf dem Transportweg.
Im besten Fall lässt sich so eine kürzere Route planen, was die Transportkosten reduziert, aber natürlich auch die Zeit reduziert. Dazu hat Goldhofer einige exemplarische Routen gezeigt, die mit einer Zeit- und damit Kostenersparnis daherkommen. Allgemein ist natürlich eine Seitenstabilität an sich von Vorteil.
Das Herausdrehen der Achsen kann laut Goldhofer unter Volllast durchgeführt werden. Das ging während der Demonstration auch recht schnell. Freilich war die Blattaufnahme leer, ansonsten hätte das Fahrzeug nicht unter die Bühne im Werk von Memmingen gepasst, wie das folgende kurze Video von uns veranschaulicht:
Auch andere schwere Lasten möglich
Das PST/SL-ES (285) muss übrigens nicht für Rotorblätter genutzt werden. Auch andere Schwerlasten sind kompatibel. Das gilt auch für eine sogenannte +1-Konfiguration, wenn zwei Fahrzeuge nebeneinander fahren.
Die im ersten Bild unten zu sehende "Wasserwaage" ist übrigens nicht Teil des Produkts. Die testet Goldhofer noch. Es ist noch nicht entschieden worden, ob diese Teil des Produkts werden soll. Goldhofer wartet nach der Vorstellung nun auf Rückmeldungen aus der Industrie, ob diese an so einer Anzeige interessiert sind.
Während der Demonstration nutzte Goldhofer ein sogenanntes Diesel-Powerpack. Das ist die schwarze rollende Einheit samt den Dieselmotor und den Hydraulikpumpen am Ende des Fahrzeugs. Dessen Tank reicht typischerweise für eine Schicht, also sechs bis acht Stunden, wie Goldhofer auf unsere Nachfrage sagte. Das hängt aber sehr stark vom Nutzungsszenario ab. Was allerdings gut hörbar war: Das Diesel-Powerpack ist laut.
Deswegen hat Goldhofer auch ein elektrisches Powerpack vorgestellt. Wie lange die Laufzeit ist, wollte man uns nicht sagen. Die soll aber kürzer sein als die Dieselvariante. Der große Vorteil ist aber die Emissionsfreiheit und die geringe Geräuschkulisse. Bei besonderen Anforderungen kann es sich also lohnen, damit zu fahren.




Quelle(n)
Goldhofer






