Notebookcheck Logo

Zweifel am Batterie-Wunder: Solid-State wirklich schon 2026 serienreif?

Die Donut Battery soll bei verschiedensten Geräten universell eingesetzt werden können.
ⓘ Donut Lab
Die Donut Battery soll bei verschiedensten Geräten universell eingesetzt werden können.
Das finnische Startup Donut Lab will mit der eigenen Solid-State-Batterie den Markt aufmischen. Tatsächlich lässt der Stromspeicher keine Wünsche offen, wenn man dem Startup glauben will. Doch wie verlässlich sind diese Versprechen?

Der Batteriemarkt ist hart umkämpft. Laufend kommen neue Technologien und Material-Kombinationen auf den Markt und preisliche oder politische Veränderungen rund um begehrte Rohstoffe für die Batterieproduktion machen sich bei Herstellern sofort bemerkbar. So führte der Anstieg der Lithium-Preise in den letzten Monaten beispielsweise dazu, dass CATL erneut Pläne für eigene Natrium-Ionen-Batterien ausgegraben hat, um unabhängiger von Lithium zu werden.

Während die großen Batterieproduzenten Toyota, Samsung und verschiedenste chinesische Automobilhersteller noch mitten im Forschungsprozess für Solid-State-Batterien sind, kündigt das finnische Startup Donut Lab ganz nebenbei an, Serienreife erlangt zu haben. Und wenn man dann die Produktbeschreibung auf der Webseite liest, merkt man, dass Donut Lab nicht nur ein Problem gelöst haben will, sondern der Branche eigentlich jeden Wunsch von den Lippen abgelesen und erfüllt hat.

Die Batterie soll auch bei widrigen Bedingungen verwendet werden können.
ⓘ Donut Lab
Die Batterie soll auch bei widrigen Bedingungen verwendet werden können.
Darüber hinaus soll das Batteriemodul nicht nur in Elektroautos, sondern in Geräten aller Art genutzt werden können.
ⓘ Donut Lab
Darüber hinaus soll das Batteriemodul nicht nur in Elektroautos, sondern in Geräten aller Art genutzt werden können.

Konkret verspricht Donut Lab Folgendes:

  • Eine Energiedichte von 400 Wh/kg (üblich ist heutzutage oft nur die Hälfte)
  • Eine Lebensdauer von über 100.000 Ladezyklen (zum Vergleich: EVE wirbt bei den eigenen LiFePO4-Zellen mit 8.000 Zyklen)
  • Geringere Kosten als Lithium-Ionen-Batterien
  • Nach nur 5 Minuten soll die Batterie zu über 80 Prozent geladen sein
  • Keine Brandgefahr, da die Materialien nicht brennbar sind
  • Verwendung von ausschließlich "grünen" Materialien, die weltweit verfügbar sind

Dass das etwas unrealistisch wirkt, ist auch Branchen-Experten aufgefallen. So zitieren verschiedenste internationale Medien, darunter auch cnevpost, Yang Hongxin, den CEO des chinesischen Batterieherstellers Svolt Energy. "So eine Batterie existiert auf der ganzen Welt nicht", soll dieser zu lokalen chinesischen Medien gesagt haben, von Serienreife ganz zu schweigen. Nicht gerade zuträglich zur Glaubwürdigkeit des finnischen Startups ist auch, dass keinerlei unabhängige Prüfzertifikate vorliegen. Da die Auslieferung der Donut Battery aber schon im ersten Quartal von 2026 erfolgen soll, wird sich wohl schon bald zeigen, wie viel Wahres tatsächlich in den Aussagen des Startups steckt.

Im untenstehend eingebetteten, englischsprachigen Video stellt der Hersteller seine neue Batterie vor.

Quelle(n)

Donut Lab, gefunden via cnevpost

Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo

Keine Kommentare zum Artikel

Fragen, Anregungen, zusätzliche Informationen zu diesem Artikel? - Uns interessiert Deine Meinung (auch ohne Anmeldung möglich)!
Keine Kommentare zum Artikel / Antworten

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-02 > Zweifel am Batterie-Wunder: Solid-State wirklich schon 2026 serienreif?
Autor: Bernhard Rotter, 18.02.2026 (Update: 17.02.2026)