
3D-Drucker mit Multicolor-Support: Der Creality K2 Combo druckt gut und einfach
Vernünftige Wahl.
Der Creality K2 Combo verspricht Einsteigern hochwertige 3D-Drucke, eine komfortable Bedienung und zuverlässigen Mehrfarbendruck per CFS. Unser Test zeigt, wie gut Druckqualität und Ausstattung überzeugen – und wo Creality spart.Silvio Werner Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Der Creality K2 Combo ist eine gute Wahl für Privatnutzer
Mit dem K2 Combo bietet Creality einen einsteigerfreundlichen 3D-Drucker an, welcher für den absoluten Großteil der Privatanwender eine mehr als nur ausreichende Druckqualität bieten dürfte und durch seine robuste Bauweise, die einfache Bedienung und nicht zuletzt die sehr einfache Inbetriebnahme überzeugt. Empfehlenswert ist dabei allein schon der K2 ohne die CFS-Option und damit die Möglichkeit zum einfacheren Multi-Filament-Druck. Privatnutzer, die einen 3D-Drucker suchen, machen mit dem Creality K2 damit definitiv nichts falsch, zumal der Preis für das Modell ohne CFS mit 359 Euro sehr konkurrenzfähig ist.
Einige Features wie eine aktive Bauraumheizung oder auch eine Kamera am Druckkopf fehlen, zudem bieten beispielsweise der K2 Pro oder Plus auch eine höhere Düsentemperatur. Für den reinen Privatanwender ist das in keinem Fall ein Deal-Breaker. Der Mehrfarbendruck mit dem K2 Combo funktioniert problemlos, das CFS weiß optisch durchaus zu gefallen und funktioniert problemlos, lässt eine aktive Trocknungsfunktion aber vermissen. Filament kann immerhin trocken gehalten werden - Abhilfe schafft hier ein auch günstig erhältlicher, aktiver Filamenttrockner. Im Vergleich zu wesentlich teureren 3D-Druckern mit zwei Düsen oder gar mehreren Druckköpfen fällt je nach Aufgabe deutlich mehr Abfall für das Spülen der Düse an. Die Preisgestaltung des CFS ist dabei ein wenig kritikwürdig: Den Creality K2 Combo mit dem CFS gibt es schon für 499 Euro. Für ein nachträglich zugekauftes CFS-Modul werden stolze 299 Euro fällig.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Der Creality K2 Combo ist für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro erhältlich, beispielsweise bei Händlern wie Geekbuying oder direkt beim Hersteller. Für die Version ohne das CFS werden 359 Euro aufgerufen. Das Testmuster stammte in diesem Fall von Geekbuying.
Inhaltsverzeichnis
- Der Creality K2 Combo ist eine gute Wahl für Privatnutzer
- Spezifikationen
- Sehr einfacher Aufbau
- Robuste Hardware
- CFS für Multi-Filamentdruck, aber ohne aktive Trocknung
- Der K2 macht keinen Ärger
- Druckqualität ist auf hohem Niveau
- Problemloser Multicolor-Druck dank CFS
- Desktop-, Smartphone- und Web-App für einfache Steuerung
- Überprüfung der Maßhaltigkeit
Der Creality K2 Combo ist ein 3D-Drucker mit geschlossenem Bauraum, welcher in der Combo-Version bereits im Auslieferungszustand den einfachen Druck mit mehreren Filamenten unterstützt.
Spezifikationen
| Creality K2 Combo | 3D-Drucker |
| Technologie | FDM |
| Druckvolumen | 260 x 260 x 260 Millimeter |
| Größe | 404 x 436 x 545 Millimeter |
| Aufstellfläche | 500 x 500 x 500 Millimeter, mit CFS, unsere Empfelung, rechter Spulenhalter ragt heraus |
| Gewicht | 18,3 kg (ohne CFS) |
| Bewegungssystem | CoreXY |
| Extruder | Direct Drive |
| Genutztes Druckbett | magnetische, flexible Texured PEI Plate |
| Temperaturen | Druckdüse 300°C, Heizbett 100°C |
| Anschlüsse | WiFi, USB Tsyp A |
| Steuerung | Touch-Bildschirm, Desktop-, Smartphone- und Web-App |
| Lieferumfang | Combo-Version mit CFS, Werkzeug, 500 Gramm Spule |
Sehr einfacher Aufbau
Der Creality K2 Combo wird in einem Paket geliefert, das CFS-Modul befindet sich im Inneren des Druckers. Der Drucker selbst ist dabei schon fertig montiert, allerdings müssen noch verschiedene PTFE-Schläuche und Steckverbindungen montiert werden. Der Aufbau geht sehr leicht von der Hand. Etwas Fingerspitzengefühl erfordert lediglich das Verbinden der Displayeinheit. Die einzelnen PTFE-Schläuche sind auch mit Grafiken beschriftet, falsch machen kann man damit kaum etwas. Selbst wenn man sich viel Zeit lässt, dürfte der K2 Combo inklusive Kalibrierung und Software-Update innerhalb einer Stunde betriebsbereit sein. Die Installation einer Software ist für den Druck im Prinzip nicht einmal erforderlich, so lässt sich auch von einer SD-Karte drucken. Im Lieferumfang ist eine 500-Gramm-Filamentspule enthalten - hier hätte Creality durchaus eine 1.000-Gramm-Spule beilegen können, die dann wenigstens auch ins CFS gepasst hätte.
Robuste Hardware
Der Creality K2 Combo ist ein CoreXY-Drucker mit geschlossenem Bauraum, allerdings ohne aktive Kammerheizung, was sich je nach Materialeinsatz bemerkbar machen kann. Die Verarbeitung ist sauber, die Optik ein wenig Geschmackssache, insgesamt aber gefällig. Das CFS wirkt optisch ein wenig futuristisch. Fronttür und obere Abdeckung bestehen aus Glas, die Seitenteile aus dunkel getöntem Kunststoff. Bei aktiver Beleuchtung ist der Blick auch von der Seite einigermaßen gut möglich.
Der Rahmen besteht aus Aluminium und die Verarbeitungsqualität gibt keinen Anlass zur Kritik, auch wenn die Positionierung des USB-Anschlusses an der rechten Gehäuseseite zumindest diskussionswürdig ist. Das Druckbett wird über zwei Gewindespindeln in der Höhe verstellt und zusätzlich von vier passiven Führungsstangen stabilisiert. Eine Aktivkohlefilterung ist vorhanden, die Filterwirkung wirkt jedoch nicht ganz überzeugend. Creality setzt dabei auf granulierte Aktivkohle statt auf eine Aktivkohlematte. Gerüche sind wahrnehmbar, bleiben aber im Rahmen.
CFS für Multi-Filamentdruck, aber ohne aktive Trocknung
Die Combo-Version wird inklusive CFS ausgeliefert. Dabei handelt es sich um ein System zur Zuführung des Filaments beziehungsweise der Filamente. Vom CFS führt ein PTFE-Schlauch in den Filament-Buffer. Positiv ist, dass der Filament-Buffer bereits über vier Eingänge verfügt, sodass sich weitere Filamentsysteme ohne zusätzlichen Adapter anbinden lassen. Das CFS besitzt ein Display sowie vier LEDs: Die LEDs zeigen geladene Filamente an, das Display informiert über Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Allerdings handelt es sich beim CFS nicht um einen aktiven Filamenttrockner mit Heißluft oder Heizung, sondern lediglich um ein System, das das Filament trocken halten kann. Angesichts des relativ hohen Listenpreises von 300 Euro ist das Fehlen einer echten Trocknungsfunktion durchaus kritikwürdig. Vom Filament-Buffer wird das Material anschließend in den Extruder geführt. Der K2 besitzt nur eine Druckdüse, was mit spezifischen Einschränkungen einhergeht — dazu später mehr. Wie bei den meisten Standard-Filamentsystemen kann das CFS zudem nicht mit TPU-Filamenten umgehen. Über die externe Zuführung vom Spulenhalter funktioniert der Druck von TPU selbst jedoch problemlos. Multimaterial-Drucke mit TPU sind damit allerdings nicht möglich.
Der K2 macht keinen Ärger
Der Creality K2 Combo lief im Test problemlos - mit einer Ausnahme. So gab es einmal eine verstopfte Düse, die wahrscheinlich auf einen Filamentbruch zurückzuführen war. Verstopfte Düsen sind bei 3D-Druckern alles andere als selten. Dieser Fehler ließ sich in wenigen Minuten einfach beheben. Größere Fehler traten nicht mehr auf. Der Bauraum ist 260 x 260 x 260 Millimeter groß, was für geschlossene und nicht speziell auf die Realisierung großer Drucke ausgelegte Systeme durchaus als Standardwert gelten kann. Mitgeliefert wird eine zweiseitig nutzbare, texturierte PEI-Druckplatte. Diese hält magnetisch und ist flexibel, Drucke lassen sich problemlos ablösen.
Druckqualität ist auf hohem Niveau
Die Druckqualität ist insgesamt sehr gut, und auch die Maßhaltigkeit stimmt. Diese haben wir praxisnah anhand von Gewindedrucken geprüft. Bis hinunter zu M3 blieben die Teile nutzbar und ermöglichten belastbare Verbindungen. Beim Gewindedruck liegt die Qualität allerdings leicht unter dem Niveau des Bambu Lab X2D, und zwar sowohl mit PLA als auch mit PETG. Ein 20 x 20 x 20 Millimeter großer Würfel zeigte keine Auffälligkeiten, im Anhang gehen wir noch einmal auf diesen Test ein. Unser anspruchsvolles Notebookcheck-Testmodell druckte der K2 ebenfalls souverän: Übergänge bis 70° gelangen ohne Stützstrukturen, die Nadelstruktur zeigt allerdings leichtes Stringing. Der Notebookcheck-Schriftzug bleibt lesbar. Bei 0,08 Millimeter Schichthöhe verschlechtern sich die Überhänge etwas, dafür lässt sich der Schriftzug besser erkennen. Alle Drucke entstanden ohne weitere Optimierung und mit generischen Filamentprofilen.
Problemloser Multicolor-Druck dank CFS
Auf dem Drucker ist bereits eine Datei für einen vierfarbigen Multicolor-Benchy vorinstalliert. Wir haben ebenfalls einen Benchy in vier Farben gedruckt, allerdings mit drei verschiedenen Filamenten. Das Modell zeigt bereits recht gut, was sich mit einem 3D-Drucker mit nur einer Druckdüse besonders effizient mehrfarbig umsetzen lässt: Modelle, bei denen sich auf jeder Druckschicht nur eine Farbe befindet.
Den Unterschied haben wir anhand konkreter Abfallwerte für den Bambu X2D bereits ausführlich beschrieben. Werden auf einer Ebene mehrere Farben gedruckt und das über mehrere Schichten hinweg, entsteht entsprechend viel Abfall durch das zusätzliche Spülen der Düse neben dem eigentlichen Priming. Diese Einschränkung betrifft nicht nur den Creality K2, sondern alle 3D-Drucker mit nur einer Düse.
Unsere mehrfarbigen Testdrucke verliefen selbst völlig unauffällig. Der automatische Filamentwechsel funktioniert zuverlässig, und Probleme mit der Haftung der einzelnen Filamente untereinander traten nicht auf.
Desktop-, Smartphone- und Web-App für einfache Steuerung
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, Creality-Drucker zu nutzen: Eine Smartphone-App, eine Web-App und die Desktop-Anwendung Creality Print. Mit jeder Option steigen sowohl der Funktionsumfang als auch die Komplexität. Die Web-App ist dabei ein sinnvoller Mittelweg und bietet bereits viele Einstellmöglichkeiten. Creality Print basiert auf OrcaSlicer und stellt alle notwendigen Optionen zur Anpassung des Drucks sowie zur Steuerung des Druckers selbst bereit. Abgesehen von kleineren, eher unüblichen, deutschen Übersetzungen gibt es keinen Anlass zur Kritik. Die Smartphone-App habe ich dann doch überraschend häufig genutzt, um Drucke schnell auszulösen.
Überprüfung der Maßhaltigkeit
Gedruckt wurde der erwähnte Würfel mit einer Kantenlänge von 20 x 20 20 Millimetern mit einer Schichthöhe von 0,12 Millimetern (erste Schicht 0,2 Millimeter) und mit Generic PLA- und Standard-Druckprofil. Für die X-Achse wurde ein Wert von 20,005 mm, für die Y-Achse ein Wert von 20,005 mm und die Z-Achse ein Wert von 20,000 mm auf dem digitalen Prüfmittel angezeigt. Die maximale Abweichung lag somit bei 0,005 Millimetern und damit 5 µm. Für die Bestimmung der Längen wurde ein DAkkS-kalibrierter Messschieber mit einer festgestellten Messunsicherheit von 30 μm + 30 · 10E-6 · L genutzt. Kurzum: Der Creality K2 druckt genauer (also richtiger und präziser), als wir messen können.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.































