350.000 EU-Bürger fordern Zerschlagung von Google

Nahezu alle Menschen sind digital von Google in irgendeiner Weise abhängig, sei es direkt durch einen der vielen Online-Dienste wie Gmail, den Browser Chrome, Google Maps oder der Videoplattform YouTube, sei es durch die Verwendung eines der Milliarden von Android-Smartphones oder indirekt durch die Benutzung eine der vielen Webseiten, die ihren Traffic mit Google Analytics analysieren oder ihre Werbeanzeigen über Google ausspielen lassen.
Das Monopol, dass Google mittlerweile aufgebaut hat, ist inzwischen so stark, dass der Konzern in weiten Teilen, unter anderem durch Empfehlungsalgorithmen bei YouTube und Co bestimmt wie Informationen verbreitet werden und welche Themen überhaupt Aufmerksamkeit erhalten.
Sogar die EU-Komission selbst urteilte 2025, dass Google gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstößt. Die Komission stellte fast, dass nur eine Zerschlagung des Megakonzerns das Problem (vorübergehend) lösen würde. Das ist jedoch nicht geschehen und dürfte sich auch künftig als schwierig erweisen.
LobbyControl macht derweil Druck, sicher auch weil erkannt wird, dass Google gerade selbst verstärkt unter Druck gerät. Anfang des Monats verhängte die EU nach monatelangen Verzögerungen und Verschleppungen eine Rekordstrafe von 890 Millionen Euro, weil Google seine Marktmacht missbraucht hat. Immer noch deutlich zu wenig, findet LobbyControl, immerhin machen 890 Millionen bei einem jährlichen Umsatz von 340 Milliarden gerade einmal 0,22 Prozent des globalen Jahresumsatzes aus, bis zu 10 Prozent wären laut Gesetz möglich gewesen.

Für kommenden Freitag hat LobbyControl daher eine Protestaktion angekündigt, mit der man sich einmal mehr an die verantwortliche Kommissionspräsidentin von der Leyen wenden möchte, sie soll für eine Zerschlagung Googles sorgen. Immerhin 350.000 Unterschriften hat die Organisation europaweit bereits eingesammelt.





