Meine erste Gamescom: Über Cosplayer, Partystimmung, DnD, Schweinsteiger - und Elfen im Supermarkt

Begeisterter Chris
Schau dir bloß diese Kulissen an: Ein riesiger Oger scheint keulenschwingend aus einer Wand herauszubrechen, die überlebensgroße Lara Croft rutscht an einem Seil hängend dem aufgerissenen Maul einer hungrigen Dino-Echse entgegen. Dazu die ganzen Cosplayer mit ihren tollen Kostümen, lauter junge Leute, Partystimmung, bunte Farben und jede Menge Spiele zum Antesten – Wahnsinn!


Nölender Chris
Ach, die Messe ist wahnsinnig voll und laut, bald schlimmer als auf einem Weihnachtsmarkt. Um ein Blockbuster-Spiel selbst anzutesten, muss man 30, 45 oder gar 60 Minuten lang anstehen, selbst für gratis Schokoriegel begeben sich die Leute freiwillig 20 Minuten irgendwo in die Reihe. Sonst sieht man überall nur Trailer und Poster – eine einzige Werbeveranstaltung!


Erstes Mal Gamescom - möglichst privat und mit Freunden erleben
Ganz bewusst wollte ich meine erste Gamescom eher privat als beruflich erleben, mit staunendem Besucher-Blick statt auf potentielle B2B-Kontakte fokussierte Augen durch die Messehallen schlendern. Das hat anfangs weniger gut, ab dem zweiten Tag aber besser geklappt. Und dann hat mir die Messe auch mehr und mehr Spaß gemacht.
Man muss sich aber schon Zeit nehmen. Wer das neue Witcher anspielen will, brauchte bestimmt 45 - 60 Minuten Geduld, für die neue Klasse in Path of Exile II habe ich „nur“ 20 Minuten angestanden. Besucher mit Appetit auf ein kostenloses Subways-Baguette hatten während des langen Wartens hoffentlich was zu Knabbern dabei. Und warum man sich 15 Minuten anstellt, um ein Glücksrad entscheiden zu lassen, ob man nun einen weißen oder braunen Duplo-Schokoriegel erhält, verstehe ich noch immer nicht.
Aber vor allem abseits der ganz großen Blockbuster gibt es jede Menge zu entdecken: Im Außenbereich kann man die ganzen Fan-Cosplayer in Ruhe beim Mittagessen bewundern, im unteren Geschoss stellen sich auch kleinere Ausbildungsakademien, Universitäten und andere Akteure mit cleveren Ideen vor, daneben kann man sich über IT- und Gaming-Jobs informieren. Dazu coole Kulissen aus bekannten Games, riesige Videoleinwände, 3D-Druck-Bastelaktionen und mehr.
Und dass man im Lidl neben der Gamescom plötzlich lauter Elfen, Zauberer und Monster herumschlendern sieht, hat man auch nicht alle Tage.
Meine Highlights neben den vielen Spielen?
Das war vor allem das DnD-Probespiel der Internationalen Universität. Der großartig aufspielende IU-Meister hat uns als fieser Goblin-Häuptling in einen gefährlichen Dungeon geworfen, um ihm Gold zu besorgen.


Das waren die vielen coolen Kulissen und Kostüme, die zahlreichen Cosplayer, sowohl extra für die Messe angeheuerte als auch die vielen privaten Kostümträger sahen teils wahnsinnig überzeugend und cool aus.
Achja, und Überraschungsgast und Ex-Fußballer Bastian Schweinsteiger hat sich das neue Fifa...pardon FC zeigen lassen, auf Schritt und Tritt verfolgt von einer Entourage aus professionellem Filmteam und die Smartphones in die Höhe reckenden Fans.




Da waren die Tische oder größeren Arenen, die das Rocket-League-Prinzip ins echte Leben übertragen, mit RC-Autos und Softball.

Und da war das Gamescom-Camp, ins Hotel kann schließlich jeder gehen. Aber meinen Eindruck vom Camp mit Festival-Atmosphäre schildere ich demnächst womöglich in einem weiteren Artikel.

Mein Fazit
Als Gamesfan muss man die Gamescom einfach mal erlebt haben, dann am besten privat, bevorzugt mit Freunden, sehr viel Zeit und vielleicht sogar in Verbindung mit dem Camp, dann saugt man gleich doppelt so viel Gaming- und Festival-Feeling ein. Highlight sind nicht einmal unbedingt die Spiele selbst, sondern die Atmosphäre dabei und der Kontakt zu den vielen Leute mit der gleichen (oder mehr) Passion fürs Spielen.
Wer hingegen mit Messen allgemein und Spielen speziell nicht so viel anfangen kann, wird auch auf der lauten, schrillen und sehr vollen Gamescom wenig Spaß haben.
Ob ich wiederkomme? Womöglich nicht, vielleicht doch, wer weiß. Aber ich habe in wenigen Tagen viel erlebt und bin froh es bis hierhin zumindest einmal gesehen zu haben.







