39 Millionen Gamer: Jeder Fünfte zeigt nur im Spiel sein wahres Ich

Gaming ist längst kein Nischenhobby mehr. 55 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren spielen zumindest gelegentlich Video- oder Computerspiele. Das entspricht rund 39 Millionen Menschen. Überraschendes Bitkom-Ergebnis: Für viele Gamer ist die virtuelle Welt längst Teil der eigenen Realität. Die repräsentative Umfrage unter 1.205 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass für 47 % der PC- und Konsolenspieler ein Alltag ohne Spiele bereits unvorstellbar ist.
Die Faszination fürs Gaming zieht sich dem Bitkom zufolge quer durch die Altersklassen, die Jüngeren dominieren laut der Umfrage ab klar. Unter den 16- bis 29-Jährigen zocken satte 89 Prozent. Auch die Gruppe der 30- bis 49-Jährigen mischt mit 70 % stark und regelmäßig im Spielgeschehen beim Gaming mit.
Jeder Fünfte zeigt nur im Spiel sein wahres Ich
Am stärksten sticht allerdings eine andere Zahl heraus: 21 Prozent der Gamer sagen, dass sie nur in Spielen ihr wahres Ich zeigen. Damit beschreibt mehr als jeder fünfte Spieler eine besonders enge Verbindung zwischen virtueller und realer Identität. Gaming ist dabei längst über alle Altersgruppen verteilt. Dabei zieht sich die Faszination durch sämtliche Generationen, auch wenn die Jüngeren klar dominieren: Unter den 16- bis 29-Jährigen spielen satte 89 Prozent, doch auch in der Gruppe der 30- bis 49-Jährigen sind es starke 70 %. Und selbst bei den Menschen ab 65 Jahren zockt noch fast jeder Vierte, exakt 24 %, zumindest gelegentlich.
Beim Zeitaufwand zeigt sich ebenfalls, wie fest Games im Alltag verankert sind: Gamer verbringen durchschnittlich rund zwei Stunden pro Tag mit Video- und Computerspielen. Jeder Zehnte kommt sogar auf fünf Stunden oder mehr.
Auch inhaltlich zeigen sich starke Kontraste. Die Diversität in Spielen hat aus Sicht vieler Gamer (51 Prozent) in den vergangenen Jahren zwar zugenommen. Dennoch bleiben klassische Rollenbilder weiterhin präsent. Mehr als die Hälfte der Spieler (52 Prozent) ist der Meinung, dass Frauen in Games oft klischeehaft dargestellt werden. Einen klaren Trend gibt es bei den bevorzugten Genres: Aktuell dominieren mit 73 Prozent die Casual Games als schneller spielerischer Pausensnack. Dicht dahinter folgen mit 53 Prozent actionreiche Shooter und Abenteuer. Genau in diese massiv gefragte Kerbe schlägt das extrem gehypte Action-Adventure GTA 6, das bei seinem Release ein gigantisches Publikum abholen dürfte.
Smartphone schlägt PC als Plattform: Unmut über In-Game-Käufe wächst
Wer beim Thema Gaming ausschließlich an einen leistungsstarken PC denkt, dürfte von den aktuellen Zahlen ebenfalls überrascht sein. Das Smartphone ist mit 87 Prozent die meistgenutzte Gaming-Plattform. Konsolen folgen mit 83 %, Laptops mit 69 %. Der stationäre Desktop-PC kommt dagegen auf 50 %. Im Durchschnitt nutzen Gamer vier verschiedene Gerätetypen zum Spielen. Tablets kommen bei 47 % zum Einsatz, VR-Brillen bei 31 %.
Gleichzeitig ist Gaming ein Milliardengeschäft mit wachsendem Konfliktpotenzial. 75 Prozent der Gamer haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate Geld für Spiele ausgegeben. Allerdings stören sich 58 % an ständigen Kaufangeboten, und ein Drittel fühlt sich bei In-Game-Käufen häufig abgezockt. Die nächste große Veränderung erwarten viele Spieler indes durch Künstliche Intelligenz: 61 % rechnen damit, dass KI ihr Hobby revolutionieren wird, etwa durch realistischere Spielwelten oder individuellere Erfahrungen. 9 % haben nach eigenen Angaben bereits mithilfe von KI ein eigenes Spiel programmiert.















