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Bitkom-Studie: Kinder nicht fit für Jobs, Eltern fordern Investitionen und KI-Unterricht

Bitkom-Umfrage: Eltern bewerten den digitalen Unterricht ihrer Kinder im Schnitt nur mit der Note 3,3 und fordern mehr Investitionen sowie KI als Lerninhalt (Bild: Pixabay, WokAndPix).
Bitkom-Umfrage: Eltern bewerten den digitalen Unterricht ihrer Kinder im Schnitt nur mit der Note 3,3 und fordern mehr Investitionen sowie KI als Lerninhalt (Bild: Pixabay, WokAndPix).
Das Zeugnis für Deutschlands Schulen fällt nicht gut aus, wenn es um die digitale Fitness der Bildungseinrichtungen hierzulande geht. Eine neue Bitkom-Umfrage gibt Grund zur Sorge: Die Durchschnittsnote liegt bei einer schwachen 3,3. Besonders alarmierend ist die Sorge der Eltern um die berufliche Zukunft ihrer Kinder. 85 Prozent denken, dass der Unterricht an den Anforderungen der Arbeitswelt vorbeigeht.

Es ist Zeit für ein ernstes Elterngespräch mit der Politik. Der Digitalverband Bitkom hat 1.004 Mütter und Väter befragt, wie es um die digitale Ausstattung und Lehre an den Schulen bestellt ist. Das Ergebnis gleicht einem blauen Brief. Im Schnitt vergeben die Eltern für die digitale Gestaltung des Unterrichts lediglich die Schulnote "befriedigend" (3,3). Wer genau hinschaut, sieht noch schwärzer: Nur eine winzige Minderheit von 4 Prozent zückt die Bestnote "sehr gut". Egal ob digitale Lernplattformen, Tablets oder Einsatz interaktiver Whiteboards: der Nachholbedarf wird von den Familien als riesig empfunden. 15 Prozent der Eltern sehen das Angebot deutscher Schulen als mangelhaft oder sogar ungenügend an.

Die größte Sorge der Eltern ist dabei nicht das fehlende iPad, sondern die Zukunftschance des Nachwuchses. Satte 85 Prozent sind der Meinung, dass die Schule ihre Kinder nicht ausreichend auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet. Das ist eine schallende Ohrfeige für die aktuellen Lehrpläne, die offenbar an der Lebensrealität vorbeigehen. Die Konsequenz ist klar: Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fordern dringend mehr Geld für die Technik an Schulen. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst warnt eindringlich vor einer Hängepartie beim "Digitalpakt 2.0". Der erste Aufschlag habe zwar Fortschritte gebracht, doch jetzt dürfe der Bund sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Es dürfe nicht vom Geldbeutel oder dem Engagement der Eltern abhängen, ob ein Kind zeitgemäß lernen kann.

Doch Hardware ist nur die halbe Miete. Die Eltern wollen auch, dass ihre Kinder verstehen, was sie da bedienen. 79 Prozent wünschen sich Medien- und Digitalkompetenz fest verankert im Lehrplan. Auch der Ruf nach Informatik als Pflichtfach für alle Schüler wird lauter, 62 Prozent sprechen sich dafür aus. Ganz neu auf dem Wunschzettel steht Künstliche Intelligenz. Jeder vierte Elternteil (24 Prozent) möchte, dass der Umgang mit KI in der Schule gelehrt wird. Hierbei gibt es jedoch ein massives Nadelöhr, nämlich die Lehrer. Fast 70 Prozent der Eltern haben den Eindruck, dass die Lehrkräfte selbst nicht fit genug sind, um diese Kompetenzen zu vermitteln. Die klare Forderung von 63 Prozent der Befragten lautet daher: Verpflichtende Weiterbildungen zu digitalen Kompetenzen für das Kollegium.

Laut Auskunft des Bitkom werden die Details der Studie zu einem späteren Zeitpunkt auch bei den Studienberichten auf der Webseite des Branchenverbands abrufbar sein.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-11 > Bitkom-Studie: Kinder nicht fit für Jobs, Eltern fordern Investitionen und KI-Unterricht
Autor: Ronald Matta, 25.11.2025 (Update: 25.11.2025)