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RAM-Handel wie an der Börse – Händler entfernen Preisschilder, Kunden müssen nachfragen

Durch Schwankungen der RAM-Preise sahen sich US-amerikanische Händler dazu gezwungen, die Bepreisung ihrer RAM-Module zu entfernen und Kunden tagesaktuelle Preise anzubieten. (Bildquelle: Galaxus)
Durch Schwankungen der RAM-Preise sahen sich US-amerikanische Händler dazu gezwungen, die Bepreisung ihrer RAM-Module zu entfernen und Kunden tagesaktuelle Preise anzubieten. (Bildquelle: Galaxus)
Die Preise für Arbeitsspeicher steigen rasant – ausgelöst durch die hohe Nachfrage nach HBM-Chips für KI-Hardware, woraufhin die Hersteller ihre Produktion verlagerten. Das führte nicht nur zu einem massiven Angebotsengpass, sondern auch zu Preisschwankungen, die US-amerikanische Händler sogar schon dazu veranlassten, ihre Preisschilder zu entfernen.

Die Preise für Arbeitsspeicher haben in den vergangenen Monaten drastisch angezogen. Das liegt vor allem an der massiv gestiegenen Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Das sorgt wiederum dafür, dass Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron ihre Produktionskapazitäten zugunsten der profitableren KI-Chips umschichten. Das Ergebnis: Ein klassisches Angebotsdefizit, das die Preise in die Höhe treibt. Ein Beispiel ist das Crucial Pro DDR5-6400 CL40 64-GB-Kit auf Amazon (derzeit rund 370 Euro), dessen Preis sich laut Idealo seit Anfang Oktober nahezu verdoppelt hat. 

(Bildquelle: Idealo)
(Bildquelle: Idealo)

Die Hersteller folgen dabei einer simplen wirtschaftlichen Logik: HBM-Chips erzielen im Vergleich zu klassischem DDR4- oder DDR5-RAM deutlich höhere Margen. Während herkömmliche DRAM-Module in einem hart umkämpften Markt mit geringen Gewinnspannen verkauft werden, zahlen KI-Serverbauer wie Nvidia oder AMD hohe Preise, um ihre Beschleunigerkarten rechtzeitig produzieren zu können. Für Chipproduzenten ist es damit deutlich attraktiver, ihre Fertigung auf HBM-Chips zu fokussieren – selbst wenn das bedeutet, dass der PC-Markt zeitweise unterversorgt bleibt.

Doch die Preise sind momentan nicht nur sehr hoch, sondern auch Schwankungen unterlegen. Deshalb geht es auf dem Arbeitsspeichermarkt aktuell zu wie an der Börse. Auf Reddit sind Berichte über US-amerikanische Händler aufgetaucht, die jegliche Preisschilder von ihren RAM-Modulen entfernt haben. Kunden werden stattdessen gebeten, die tagesaktuellen Preise direkt beim Personal zu erfragen.

Die starken Preisschwankungen entstehen vor allem durch die unvorhersehbare Entwicklung der Großhandelspreise. Weil HBM den klassischen DRAM-Markt derzeit regelrecht leerzieht, kaufen viele Händler Restbestände zu höheren Preisen nach. Diese kurzfristigen Einkäufe, kombiniert mit der knappen Verfügbarkeit, führen dazu, dass sich die Einkaufskosten der Händler teilweise mehrmals am Tag verändern können. Ein gedrucktes Preisschild ist damit praktisch sofort veraltet.

Auf Reddit sorgt die Entwicklung für hitzige Diskussionen. Viele Nutzer berichten von völlig unvorhersehbaren Preisbewegungen und vergleichen den RAM-Markt mit Kryptowährungen oder Meme-Stocks. Andere äußern Frust, weil geplante PC-Upgrades plötzlich unnötig teuer werden oder RAM-Kits aktuell doppelt so viel kosten wie vor einer Woche. Wie lange die Preiskrise auf dem RAM-Markt noch anhalten wird, ist derzeit nicht abzusehen.

Quelle(n)

CassTexas via Reddit

Bildquellen: Galaxus, Idealo

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Autor: Marius Müller, 26.11.2025 (Update: 26.11.2025)