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12-Milliarden-Boom dank KI: Rechenzentrums-Ausbau verdreifacht sich, aber Sorge vor US-Vormacht

Rechenzentren in Deutschland: KI treibt das Wachstum, 12 Milliarden Euro Investitionen im Jahr 2025 (Bild: Pexels, panumas nikhomkhai).
Rechenzentren in Deutschland: KI treibt das Wachstum, 12 Milliarden Euro Investitionen im Jahr 2025 (Bild: Pexels, panumas nikhomkhai).
Künstliche Intelligenz (KI) ist der maßgebliche Faktor für eine bevorstehende Expansionswelle deutscher Rechenzentren. Einer aktuellen Marktanalyse des Digitalverbands Bitkom zufolge wird die installierte Leistung bis 2030 um ganze 70 Prozent zunehmen. Die Kapazität, die explizit für KI-Anwendungen genutzt wird, soll sich dabei von 530 Megawatt auf über 2.000 Megawatt vervierfachen.

Trotz dieser dynamischen Entwicklung, die mit Rekordinvestitionen von jährlich 12 Milliarden Euro in IT-Hardware verbunden ist, warnt die Branche vor einer gefährlichen Abhängigkeit.

Bitkom-Chef alarmiert: Deutschland droht zur "Daten-Kolonie" zu werden

Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bitkom, schlägt Alarm: "Ohne Rechenzentren keine KI. Hier entscheidet sich, ob Deutschland zur Datenkolonie wird oder auch im digitalen Zeitalter ein souveränes Land bleibt."

Der Grund für die ernste Warnung ist der massive Vorsprung der internationalen Konkurrenz. Die USA verfügten 2024 bereits über 16-mal mehr Rechenzentrumsleistung als die 2025 in Deutschland installierte. Die zehn leistungsstärksten US-Rechenzentren allein übertreffen die Kapazität aller 2.000 deutschen Standorte zusammen. Um hier gegenzusteuern, müsse die Politik die Investitionshürden umgehend und radikal senken, fordert Rohleder.

Hohe Strompreise und langsame Verfahren sind Bremsklötze

Das Wachstum der digitalen Infrastruktur geht einher mit einem steigenden Energiebedarf. Der Stromverbrauch liegt 2025 bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden.

Der Bitkom sieht mehrere regulatorische Hürden, die den schnellen Ausbau bremsen:

  • Wettbewerbsfähige Energiepreise sind essenziell, da die deutschen Stromkosten im europäischen Vergleich extrem hoch sind.
  • Beschleunigte Genehmigungen: Die Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern hierzulande deutlich länger als im EU-Durchschnitt.
  • Bessere Abwärmenutzung muss durch steuerliche Anreize und eine verbesserte kommunale Wärmeplanung gefördert werden.

Marktführer Frankfurt sieht sich neuen Hotspots gegenüber

Die Rechenzentrums-Kapazität verteilt sich regional sehr ungleich: Frankfurt (Hessen) dominiert weiterhin mit gut 1.100 Megawatt und hält damit über ein Drittel der gesamten Leistung.

Doch neue, großflächige Projekte in den Bundesländern verschieben den Fokus:

  • Im Norden wird in Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) ein Megaprojekt von 1.000 Megawatt diskutiert.
  • Die Region Berlin-Brandenburg entwickelt sich mit 888 Megawatt in Planung zum zweiten großen Hub.

Rohleder unterstreicht die Notwendigkeit, Rechenzentren als zentralen Standortfaktor in regionale Strategien einzubeziehen. Er mahnt die Bundesregierung, die angekündigte Rechenzentrumsstrategie zügig vorzulegen, um die Basis für das digitale Ökosystem der Zukunft zu schaffen.

Leistung Rechenzentren Deutschland 2025 in MW (Bild: Bitkom)
Leistung Rechenzentren Deutschland 2025 in MW (Bild: Bitkom)
Standorte und Energiebedarf Rechenzentren Deutschland 2025 nach Bundesländern (Bild: Bitkom)
Standorte und Energiebedarf Rechenzentren Deutschland 2025 nach Bundesländern (Bild: Bitkom)

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Autor: Ronald Matta, 10.11.2025 (Update: 17.02.2026)